On Tour: Conventioncamp 2012

 

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Das Conventioncamp ging am 27.11.2012 nunmehr in die fünfte Runde und hat sich zu einer festen Größe für unkonventionelle Formate und die digitale Entwicklung etabliert. Auch ich war dieses Jahr live dabei und berichte nun über meine Erlebnisse. Die großen Themen dieses Jahr waren Meta Change, Beta Culture, Future TV und Smart Life.

Dienstag 04:00 Uhr. Ungewöhnlich früh klingelt heute der Wecker. Macht nichts, denn ich bin sowieso schon wach. Die Vorfreude ist groß, denn heute geht es nicht ins Büro, sondern nach Hannover. Denn ich wurde auserwählt, dem Conventioncamp 2012 einen Besuch abzustatten. Also schnell ausgehfertig machen und los geht’s. Check in 08:30. Noch bin ich einer der ersten. Zeit, sich ein wenig umzusehen, bevor der Sturm beginnt. Und der lässt auch nicht lange auf sich warten.

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Zur Opening Session um neun, der Saal auf einmal randvoll. Kein Wunder, wenn doch einer der Top Speaker gleich zur Eröffnungssession via Skype zugeschaltet wird. Es ist niemand anders als Julian Assange, der Gründer von Wikileaks, welcher live aus der Ecuadorianischen Botschaft eine Keynote über die aktuellen Entwicklungen des Web gibt. Er hält die vermehrten Eingriffe seitens der Regierungen gefährlich. Nach seiner Ansicht gefährden diese die Netzneutralität. Es folgt noch ein kurzes Interview. Das war der erste Höhepunkt des Tages, gleich zu Beginn…

Erste kleine Pause. So langsam macht sich nun Hunger breit. Also erst mal durch die Location streifen auf der suche nach einem kleinen Imbiss. Getränke gbts es schon mal genug, aber nach vielen Gesprächen mit vielen der netten Kellnerinnen erst mal eine nüchterne (Bauch) Erkenntnis.
Aber immerhin hab ich schon mal die Cocktail Bar gefunden. Wenn mein Terminplan nicht schon so voll mit spannenden Vorträgen wäre, dann wüsste ich wo ich von jetzt an meine Zeit verbringen würde. Naja aber es kommen ja noch ein paar Pausen, in denen ich doch immer mal vorbeischauen kann…

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Weiter geht’s zum ersten Vortrag des Tages. In „Wir haben jetzt auch dieses Dings 2.0“,erläutert Dr. Gerald Fricke auf satirische Art die Transformation zur Webgesellschaft und deren Auswirkungen sowie in der Demokratie als auch in der Interaktion eines jeden einzelnen.Dabei gab es interessante Vergleiche zwischen der Welt der 70er Jahre und heute. Interessant war dabei festzustellen, dass die Ergebnisse der sozialen Interaktion doch stets die gleichen bleiben.Wie wäre es sonst zu erklären, dass sich 1969 über 400.000 Menschen in Woodstock trafen, wenn nicht über eine Facebook Party?

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Auf geht’s zur nächsten Session. Zeitplan ist wieder knapp, sie begann bereits vor 15 Minuten. In “Social Trademarks” gibt der Sevenload Gründer Ibrahim Evsan Leitpunkte zur Orientierung im Web und was es für ein Unternehmen beachten gilt, sich gut und glaubwürdig im Sozialen Web zu präsentieren.Frei nach dem Motto „Kann man mich nicht googeln, gibt es mich auch nicht…“. War viel Blah Blah, hätte mir mehr von dem Vortrag versprochen…

13:00 Uhr: Erste größere Pause vom Convention Stress. Überall lachen mich die „Guten Appetit“ Bilder an. Bin jetzt seit 04:00 auf den Beinen, aber von irgendeinen Imbiss geschweige denn richtigen essens (wie es bis jetzt alle Kellnerinnen versprochen haben) keine Spur.
Aber zum Glück gibt es da ja noch die Cocktail Bar.

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Weiter geht’s zum nächsten Vortrag. Nun wird es etwas fachlicher. „Alles neu oder doch nur anders Digitale Ökonomie“ ist der Name. Klingt ja schon mal spannend.Es wurden die Geschäftsmodelle der großen 4 Amerikanischen Online Riesen vorgestellt. Anschließend gab es eine große Diskussionsrunde.Von Innovationen wurde viel geredet. Beispiele wurden anhand von Apple und Microsoft erläutert. Erfahren haben wir, kaum zu glauben, dass Microsoft tatsächlich innovativer als Apple ist. Beispiele? Kinect, Zune, Windows 8. Apples Erfolg liegt heute dagegen in der Perfektion, nicht der Innovation.

In der nächsten Pause geschieht es dann doch noch. Ich hab sie gefunden.
Versteckt bei der Garderobe musste ich durch eine winzig kleine Tür spazieren um sie zu finden. Anscheinend ging es nicht nur mir so, denn die Wörter „Essen“ und „Hunger“ konnte ich nicht selten beim vorbeigehen als Gesprächsfetzen aufnehmen. War heute bestimmt auch ein oft benutzter Hashtag.
Trotzdem muss ich mit meiner Entdeckung wohl eine Lawine losgetreten haben. Denn obwohl die Lunch Hall noch einmal die gleiche Fläche einnahm wie das eingentliche Convention Center (Es gab ca. 30 Buffet Stände!) war erstmal Warten angesagt. Und Lenmming spielen, denn an jeden Buffetstand sagten die Kellner man solle doch noch weitergehen. „Dahinten stehen auch noch welche“. Dahinten ist es aber genauso Voll!
Egal, frisch gestärkt geht es zum nächsten Block!

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Also wieder ran! Der Zeiger nähert sich 16:00 Uhr und ich muss mich langsam auf machen, zum Saal 3. „Erfolgreich Bloggen, der Unterschied zwischen Ehrgeiz und Leidenschaft“. Sascha Pallenberg, seines Zeichens selbst erfolgreicher Blogger, präsentiert und analysiert den Erfolg der amerikanischen Blogger und warum die Meinung von uns Europäischen Bloggern niemanden interessiert. Besonders Deutschland ist in diesem Gebiet noch eine Wüste. Maximal zwei bekannte Blogger, keine Lobby, unsichere Rechtslage, etc. Es gibt hier viele Faktoren, die uns in Deutschland hemmen, einen erfolgreichen Blog zu betreiben. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum der gute Mann nicht mehr in Deutschland wohnhaft ist. Außerdem gab es ein paar gute Tipps und Eckpfeiler rund ums Thema Bloggen.
17:15 Der Tag nähert sich dem Ende. Ich bleibe im gleichen Saal, denn die folgende Session klingt genauso viel versprechend wie die vorige.
In „Wütende Designer“ beschreibt Jan-Erik Baars den Wandel vom Produkt hin zum Erlebnis. Als Paradebeispiel wird mal wieder Apple herangezogen. Wer kann es ihnen auch verübeln?Auch wenn ich normalerweise sehr Apple-kritisch bin, so erkenne ich den Erfolg der Jungs aus Cupertino dennoch an.Außerdem lernte ich noch, dass Design in jedem einzelnen Arbeitsschritt eines Projektes steckt. Ein paar Beispiele: Workflow Design, Web Design, Print Design, Produkt Design, Technisches Design, Grafik usw. Alle diese Schritte werden und können schon gar nicht von einem verantwortlichen Designer vorgenommen werden. Dieser steht auch meistens ziemlich weit unten in der Nahrungskette und hat dabei doch das meiste zu tun. Dass da Inkonsistenzen auftreten können und der Designer (der wirkliche Designer) wütend ist, versteht sich. Es geht eben darum die „Erlebnis Harmonie“ zu finden. Ich glaube, dass ich jetzt auch unseren Designer besser verstehen kann.

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Die letzte Pause, bevor es zur Closing Session geht. Die Bar wurde leider schon abgebaut, umso schwieriger lautet nun meine Mission. Quatschen, ähh Networking nennt sich das hier wohl. Aber bei so vielen Gleichgesinnten ist es nicht schwer sich in einen Gespräch zu integrieren. Spannende Themen gab es ja heute genug. Und so bietet sich auch die Gelegenheit Infos über Sessions in Erfahrung zu bringen, in denen man selbst leider nicht war.

Es folgt die Closing Session um 19:00 Uhr. Die Veranstalter präsentieren interessante Daten zum Tag. Anschließend folgt ein kleines Feedbackgespräch, wobei ich allerdings mein Heil in der Flucht suchte. Damit endet also das Conventioncamp 2012. In Erinnerung bleiben mir nicht nur die vielen spannenden Themen, sondern auch aufschlussreiche Unterhaltungen mit den Mitgliedern der Netzgemeinde. Praktisch habe habe ich Verständnis zu neuen Geschäftsmodellen und know-how zu neuen Medien mit nach Hause genommen.

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Aber damit ist der Tag natürlich noch nicht Vorbei. Ich hab noch ein paar Stunden Zeit bevor mein ICE mich wieder nach Berlin bringt. Sich ein wenig in der City umsehen ist also angesagt. Erstmal zurück zum Hbf, eine kleine Stärkung einnehmen. Es ist 20:00 Uhr und ich habe hier irgendwie ein anderes Sicherheitsgefühl als in Berlin. Die Eingangstür beim Burger King wurde gleich von vier Securitys flankiert. Wie ich später noch feststellen sollte wimmelt es auch in der restlichen Innenstadt von Polizei mit Hunden etc. So was ist man in Berlin nicht gewohnt. Ich wusste nicht, ob ich mich sicher fühlen, oder Angst haben sollte.

Vor der Tür entdecken meine Augen dann den Hannoverschen Weihnachtsmarkt. Also erst mal gemütlich durch die Innenstadt schlendern und sich bei der einen oder anderen Tasse Glühwein unters Volk mischen.
Lange geht das aber nicht gut, um 21:30 ist Schicht  und auch die Innenstadt beginnt sich zu leeren.

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Zeit habe ich ja noch ein wenig, also muss ich nach einer brauchbaren Bar Ausschau halten. Nach mehreren Versuchen, welche leider nicht meinen Geschmack getroffen haben, entdecke ich die „Sonder-bar“. Stylische Sportbar/ Lounge mitten in der Stadt. Klingt gut, vor allem weil auf der Riesigen „Würfel“ Leinwand (Echt jetzt 4 Seiten!) gerade Hannover 96 am Gewinnen ist. Also schnell an die Bar, ein Bier bestellt und mitfeiern. Man muss sich ja den Einheimischen Gepflogenheiten anpassen 😉

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Kurz nach Spielschluss gegen 22:30 muss auch ich mich nun langsam losmachen. Noch schnell ein Foto gemacht und zurück zum Hauptbahnhof. Pünktlich um 22:50 geht dann auch der ICE zurück nach Berlin. Gegen 01:30 bin ich dann wieder zuhause und es heißt ab in die Falle. So, das waren jetzt 20 Stunden beste Unterhaltung
Ich freue mich schon auf die nächste Tour…

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