(K)ein Blick zurück

In wenigen Tagen nähert sich wieder ein Geburtstag. Aber diesen hier möchte ich nicht feiern. Nein, ich nähere mich einer Grenze, die einen ganz besonderen Punkt in meinem Leben kennzeichnet. 25 Jahre werde ich die Tage! An diesem Punkt bin ich nicht mehr als Jung, aber auch nicht als Alt zu bezeichnen. Ich befinde mich in einem Grau verschwommenen Ozean. Das erste Drittel meines Lebens nähert sich nun dem Ende. Es ist der richtige Augenblick, um über Vergangenheit und Zukunft nachzudenken. Und weil ich ja sowieso gerade ans Bett gefesselt bin, habe ich besonders viel Zeit mir den Kopf zu zerbrechen.

Die wilden Zeiten sind vorbei, Rückfälle finden so gut wie nicht mehr statt. Im Nachhinein war es eine schöne Zeit, aber das denkt man bei einen Blick zurück doch immer. Interessante Dinge galt es zu entdecken und viele erste Male zu erleben. Ich habe viel Scheiße gebaut und viele falsche Entscheidungen getroffen. Menschen, die mir viel bedeuteten habe ich verletzt. Bewusst und Unbewusst. Andere wiederum verletzten mich. Das ist ein Lebenslanger Prozess, mit dem man klar kommen muss. Und nun stellt sich mir die Frage, ob ich wirklich alles noch einmal genauso machen würde? Ich denke ja. Mit allen Konsequenzen und mögen sie auch noch so schwer wiegen. Denn nur so konnte ich die Person werden, die ich heute bin. Und da fängt auch das Grübeln an. Wo wäre ich heute wohl, wenn ein paar Dinge anders gelaufen wären.

Aber egal, die Vergangenheit soll ruhen. Was bleibt, sind nur verschwommene, unwirkliche Erinnerungen. Und wenn ich den Blick in die Zukunft richte fällt vor allem eines auf: Das Leben wird ruhiger und langsam entsteht so etwas wie Weisheit. In den nächsten Jahren wird es dann auch nicht mehr so viele erste Male zu Entdecken geben. Aber trotzdem freue ich mich auf die Dinge, die da kommen. Die Transformation zum Spießer beginnt langsam. Es ist eine Art Indoktrinierung, in eine andere Gesellschaft, mit anderen Werten. An meinen Freundeskreis kann ich es bereits erkennen. Früher ging ich in der Woche und am Wochenende mit meinen besten Freund feiern. Dann nur noch am Wochenende. Heute bin ich Sonntags bei Kaffee und Kuchen zu Gast bei seiner neu gegründeten Familie. So ändern sich die Zeiten. Gut, so weit bin ich noch nicht, aber ich kann fühlen, wie mich etwas in diese Richtung zieht. Es ist der Wunsch nach etwas von Bestand.

Zu lange schon treibe ich Orientierungslos im Ozean. Es wird Zeit nach Land Ausschau zu halten.

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