Ich bin ein scheiß Arschloch

Zumindest bin ich das momentan öfters, als mir lieb ist. Aber nochmal alles von vorne. Ich war gestern ziemlich Deprimiert. Um ehrlich zu sein, geht es mir schon seit einiger Zeit beschissen. Im normalen Leben bin ich gut darin, so etwas zu verstecken. Niemand merkt was wirklich los ist. Aber hier kann ich ehrlich sein, denn das ist mein Ventil, mein kleines Stück vom Cyberspace. Wie dem auch sei, zur Ablenkung ging ich gestern Abend trotzdem weg.  Und da war ich nun, in der hintersten Ecke, ganz allein am Tisch und wollte mir einfach nur die Show ansehen. Es gab live Musik. Oh Gott, ich liebe live Musik. Trotzdem war ich einfach nur da, wollte weder Tanzen noch reden, sondern einfach nur hier sitzen. Und dann ging es auch schon los. Lange war ich nicht allein.

Sie beobachtete mich schon seit einiger Zeit, und ging ein paar mal an mir vorbei und lächelte mich an. Es war mir egal.

ARSCHLOCH!

Irgendwann setzte sie sich dann doch zu mir. An ihren Namen kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich habe nicht zugehört. Sie war wirklich hübsch, gab sich wirklich Mühe. Wir haben uns Unterhalten, nein, sie hat versucht sich mit mir zu Unterhalten. So ging es eine ganze Zeit lang. Scheiße, Sie hatte echt Interesse an mir. Aber so etwas wie sie habe ich nicht verdient und sie hat so eine Behandlung nicht verdient. Irgendwann ging ich auf die Toilette und kam nicht wieder zurück. Ich stellte mich wo anders hin, abseits. Dabei verdient sie meinen Respekt, denn nicht viele Frauen haben den Arsch in der Hose so etwas zu machen! Auch wenn es mir schlecht ging, ein wenig freundlicher hätte ich schon sein müssen. Das merke ich erst jetzt.

Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen. Nicht weil da vielleicht noch etwas hätte laufen können, nein so jemand bin ich nicht. Ich kann nicht schlafen, so sehr beschäftigt mich das alles. Es ist halb 6 Uhr am morgen und ich sitze hier und ringe nach den richtigen Worten, muss das niederschreiben, um es zu verarbeiten. Die richtigen Worten fallen einen immer erst ein, wenn es zu spät ist. So ist das im Leben. Ich weiß selbst wie schwer es ist jemanden, der einen wirklich wichtig ist anzusprechen, die Wahrheit zu sagen und den ersten Schnitt zu machen. Zu groß ist die Unsicherheit und die Angst verletzt zu werden. Und auch wenn man die Wahl hat, es ist keine leichte. Entweder man setzt alles auf eine Karte, macht reinen Tisch und gibt so seine Verletzlichkeit preis, oder man bleibt in der Traumwelt, der Vorstellung und wird innerlich zerrissen Diese ganzen Gedanken hatte ich vor Ort natürlich nicht. Ich projiziere hier alle wichtigen Erlebnisse aus meiner Vergangenheit in diesem Ereignis. Vielleicht übertreibe ich es auch nur.

Scheiße, ich werde noch richtig poetisch!

Da stand ich nun wieder, allein so wie ich es wollte. Trotzdem hatte ich ein Auge auf sie. Und dann kam die Lektion von der Geschichte. Auch sie war nicht lange allein. Nun ging alles von vorne los, nur nicht mit mir in der Hauptrolle. ich war der externe Beobachter. Déjà-vu,, denn jetzt kam ein Typ, der sich zu ihr setzte und sich genau so viel Mühe gab, wie sie vorher bei mir. Das soll jetzt nicht abwertend sein, erst gar nicht gegen sie, aber mir wurde bewusst, dass ich nicht der Typ sein will, der sich anbiedern muss. Es lohnt sich nicht jemanden hinterher zu laufen. Das kann ich auch gar nicht. Dafür bin ich zu schüchtern. Ich gehe nicht auf andere Menschen zu, aber irgendwie gehen die Menschen immer auf mich zu, auch wenn ich manchmal ein Arschloch bin.

Sie dagegen war kein Arschloch und ging darauf ein. Bin ich jetzt ein schlechter Mensch? Heute Abend bleibe ich auf jeden Fall zu Hause!

Also, falls jemand diesen scheiß ließt, ich bin manchmal ein Arschloch, aber ich tue mein bestes es wieder gut zu machen. Falls das möglich ist.

Related posts:

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.