Musikalische Gedankenspiele: Music 2.0

Während ich heute in der Wanne saß und entspannt der Musik lauschte, fing ich an meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Irgendwann, ich weiß nicht mehr über welche Umwege, fing ich an über Künstler und die Musikindustrie selbst nachzudenken. Meine Gedankengänge dazu will ich hier einmal kurz niederschreiben.

Ich erdachte mir eine Moderne Musikindustrie, die auf dem Internet, wie wir es heute kennen aufbaut. Denn was wir heute Musikindustrie nennen ist alles andere als modern. Das Geschäftsmodell ist dasselbe, wie schon vor 10, 20, 30 Jahren. Und wie wir ja alle regelmäßig in den Medien lesen können sind Änderungen auch nicht gewollt.

Ich für mich bin jedenfalls froh, dass ein Teil der Traditionellen Player mittlerweile im Internet angekommen ist. Aber eine Moderne Musikindustrie, die auf dem Internet, vor allem auf dem Sozialen Internet aufbaut, kann auf viele Strukturen verzichten.

Plattenlabels und Verwertungsgesellschaften waren in der nicht vernetzten Welt von gestern für die Künstler wertvolle Institutionen. Sie haben Sie geschützt und dafür gesorgt, dass sie einen gewissen Bekanntschaftsgrad erreichen. Heute bremsen sie mit ihren konservativen Praktiken die Entwicklung. Sie haben sich selbst zu Parasiten entwickelt, die nicht mehr für die Künstler arbeiten, sondern nur noch für sich selbst.
Sie beuten Konsumenten wie Künstler aus und hemmen mit der Ewigen Raubkopier-Diskussion nur den Fortschritt. Deshalb ist es an der Zeit diese Dinosaurier los zu werden.

Der Anteil der Physischen Datenträger am gesamten Musikmarkt ist rückläufig. Wer heute Musik hört, tut das Digital. Ob über die Cloud, oder einen Player, sei es ein IPod, Smartphone oder der Heimische PC ist egal. Würden wir Musik nur noch in digitaler Form konsumieren, würden wir Ressourcen sparen und die Umwelt schonen. Das ist doch einmal der erste gute Punkt.

Es ist auch nicht nötig die Musik in digitaler Form von den Dinosauriern zu beziehen. Diese treiben die Preise hoch und geben zu wenig an die Künstler weiter. Auch hier habe ich eine Lösung gefunden.

Jeder Künstler hat heute sowieso einen eigenen Webauftritt. Mit CMS-Systemen wie WordPress ist es auch kein Problem so etwas wie ein Shopsystem einzubauen. Dies haben beispielsweise Bands seit jeher in Form von Merchandise.
Warum sollten Künstler nicht auch Ihre Musik auf ihrer Webpräsenz verkaufen? Dies würde auch die Wirtschaft, um genauer zu sein den kleinen Selbstständigen Web Entwickler und Designer fördern.

Die Künstler würden so auch näher zum Konsumenten, sprich ihren Fans rücken. Es wäre einfacher direkter zu Kommunizieren und die Künstler hätten im Endeffekt mehr von ihren Einnahmen und würden nicht von den Verwertungsgesellschaften ausgepresst (Rechte usw…).

Bleibt nur noch die letzte Funktion des Bisherigen Modells zu Migrieren. Irgendwie müssen beispielsweise auch unbekannte Künstler ihr Publikum erreichen. Hier sehe ich das Soziale Internet als Lösung.

Noch nie zuvor war es einfacher Inhalte zu teilen als heute! Youtube, Facebook und Twitter sind wohl die bekanntesten Möglichkeiten. Ich persönlich bin auf diese Weise schon auf viele neue Bands gestoßen von denen ich sonst wohl nie erfahren hätte, vor allem weil die meisten zu klein sind um in der Fachpresse Erwähnung zu finden.

Und da kommt auch schon der letzte Dinosaurier. Die Rede ist von der Fachpresse. Brauchen wir sie denn heute wirklich noch? Auch hier kann das Internet die Lösung sein. Die Funktion können beispielsweise Blogs übernehmen. Nicht wenige schreiben über Musik und vor allem über kleine Künstler und Nischen. Und viele schreiben auch ungeheuer gut. Auch ich beziehe mittlerweile ca. 90 % meiner Informationen aus Blogs und sozialen Netzwerken!

Und da sowieso alles Vernetzt ist: Musiker->Blogger->Konsument, über was weiß ich viele Plattformen komme ich zu den Schluss, dass ich diese wunderschöne neue Musikwelt haben möchte.

Und noch ein Wort zu den Raubkopien. Ich denke, dass ein Potentieller Raubkopierer eher davor zurück schrecken wird, seine Lieblingsband direkt durch sein Handeln zu verletzten. Verletzt er hingegen nur beispielsweise Sony Music, wird ihn das nicht sonderlich stören, da kein Mensch, kein Gesicht dahinter steckt.

Also schicken wir die Parasiten und Dinosaurier zum Teufel. Es wird Zeit, dass wir als Community, der sowohl Musiker, Blogger und Konsumenten, die einfach nur Musik hören wollen, näher zusammen rücken, denn nur so können wir eine bessere Welt schaffen. Im Internet ist das kein Problem.

Meine Vorstellungen mögen Utopisch sein und es wird noch dauern, bis es so weit ist, aber ich habe keine Zweifel dass dies die Zukunft der Musikindustrie ist.

In diesem Sinne 😉

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