Canon PowerShot SX210 IS

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Die PowerShot ist zurzeit meine Zweitkamera. Ich weiß was viele jetzt denken, aber auch eine Kompaktkamera hat seine Berechtigung. Sie ist die perfekte Kamera, für Orte, an denen ich meine Spiegelreflex nicht nutzen darf, oder will.

Das sind hierzulande beispielsweise viele Konzerte, an denen einem beim Einlass die Kamera abgenommen wird (schon oft erlebt), oder aber Gegenden an den ich keine teure Ausrüstung tragen will.

Auch für meine Motorrad Touren werde ich sie in diesem Jahr verwenden, da ich nicht immer Platz für das große Equipment dabei habe. Ihr seht also, dass es auch für eine Kompaktkamera genügend Einsatzszenarien gibt.

Bis jetzt habe ich nur einige wenige Aufnahmen zu Hause gemacht, bin aber von den Ergebnissen sehr angetan.

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Und auch für den Fotografen bietet sie etwas. Im Gegensatz zu meiner Drittkamera (WB 100), ist die PowerShot keine einfache „fire and forget“ Knipse, sondern bietet neben den Obligatorischen Motiv Programmen (Landschaft, Portrait etc.), eine Zeit- und Blendenautomatik, sowie einen Manuellen Modus. Alle Programme sind, ebenfalls, wie bei größeren Kameras über ein Wahlrad verfügbar, welches auf der Rückseite liegt.

Darunter ist ein frei konfigurierbarer Button (Bei mir ISO), sowie die fünf Wege Navigationswippe, die sich auch drehen lässt. Durch das drehen können dann beispielsweise die Belichtungszeiten und Blenden verändert werden. Sie verfügt außerdem über einen aufklappbaren Blitz.

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Die Verarbeitung ist sehr ordentlich, nichts wackelt übermäßig und das Wahlrad rastet ordentlich ein. Die Kamera macht auf mich den Eindruck als könnte sie auch härtere Einsätze überleben.

Das nur mäßig Lichtstarke Objektiv bietet als Ausgleich einen recht Ordentlichen 14x Zoom  (entspricht im Kleinbild ca. 28 -400 mm), durch den Bildstabilisator konnte ich sogar Fotos mit 1 Sekunde Belichtungszeit scharf aufnehmen. Respekt.

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Die Blende kann, je nach Brennweite zwischen 3.1 und 8 verstellt werden. Nicht dolle, aber immerhin. Bei den Belichtungszeiten gibt es da schon etwas mehr Spielraum. Die kürzeste beträgt 1/2000, die längste 15 Sekunden. Also sind auch rudimentäre Langzeitbelichtungen möglich (Bulb gibt es hingegen nicht). ISO geht von 80- bis 1600, wobei die letzte Stufe schon zu sichtbarem Rauschen führt.

Videos nimmt die Kamera in 720p bei 30 fps auf, was für mich aber weitestgehend irrelevant ist.

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Etwas, was mir dem ersten rumspielen im Manuellen Modus aufgefallen ist, ist das der Live View Modus der Kamera in seiner Darstellung besser ist, als der meiner Nikon Spiegelreflex. Klar, bei der Canon ist der Live View der einzige Modus, weshalb der ja gut sein muss.

Aber ich möchte das einmal schnell erklären. Wenn ich bei der Canon im Manuellen Modus zum Beispiel die Belichtungszeit verkürze, bekomme ich vom Live View sofort ein Feedback. Das Bild wird dunkler. Dies geschieht bei allen relevanten Einstellungen, also Blende, Zeit und ISO.

Schalte ich meine Nikon in den Live View und verändere die Belichtungseinstellungen, sehe ich die Veränderung zwar sofort in der Belichtungsanzeige, das Bild jedoch ändert sich nicht. Und die Belichtungsanzeige hat die Canon natürlich auch.

Ich nutze den Live View zwar relativ wenig, finde es aber schade, dass die Nikon kein solch intuitives Feedback gibt, wie die Canon. Das geht übrigens den meisten Nikon Modellen so. Komischerweise kann das nur das Vollformat Flaggschiff D800.

Um diesen Sachverhalt einmal Bildlich zu zeigen, habe ich beide Kameras nebeneinander gestellt und in den Live View geschaltet. Brennweite und Belichtungseinstellungen sind bei beiden Kameras identisch. Aber man sieht den Unterschied.

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Ein Fazit kann ich zwar noch nicht ziehen, aber mein erster Eindruck von der Kamera ist positiv. Die Kamera ist gut verarbeitet und bietet die mit den Blenden- und Zeitautomatiken, sowie den Manuellen Modus genug Spielraum zum Arbeiten. Solche Funktionen sind bei Kompaktkameras nicht alltäglich anzutreffen. Zudem bietet die Kamera einen ordentlichen Zoom, was sie auf Reisen zu einem wertvollen Begleiter macht.
Bei einigen Probeaufnahmen ist es mir auch gelungen etwas freizustellen und mit Unschärfe zu arbeiten.

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Negativ sind das nur mäßig Lichtstarke Objektiv, eine Tatsache die wohl der Brennweite und dem Formfaktor geschuldet sind und die Tatsache, dass die Kamera nur im JPEG Format aufnehmen kann. Wenn ich schon einen Manuellen Modus mit allen Drum- und Dran habe, wäre es doch nicht so schwer gewesen die Kamera im RAW Format aufnehmen zu lassen.

Bitte liebe Canon Ingenieure, denkt beim nächsten Mal bitte daran.

Wenn das Ding nun noch einen Sucher hätte, wäre ich vollkommen zufrieden. Ich kann es kaum abwarten mit der kleinen meine ersten Touren zu machen!

 

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