Nikon D3100 in der Praxis

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Kommen wir zu meiner Hauptkamera, der Nikon D3100. Ich habe sie jetzt seit ca. einem Jahr in Benutzung, kann deswegen einiges zur Praxis mit ihr sagen.

Fangen wir doch mit den wichtigsten Daten an.

Die Nikon ist eine Crop Kamera, mit einem Faktor von 1,6, der Sensor löst mit 14 Megapixel auf. Der Sucher ist für die Einsteigerklasse großzügig gehalten und zeigt 95 % des Sichtfeldes. Der Bildschirm misst drei Zoll und löst mit mäßigen 230.000 Pixeln auf.

Die schnellste Verschlusszeit beträgt 1/4000, die längste beträgt, neben den Bulb Modus 30 Sekunden. Serienbilder kann sie in mit bis zu 3 Bilder im Raw, und 5 Bilder im JPEG, in der Sekunde aufnehmen.

Die ISO lässt sich bis 12.800 einstellen, bis ISO 3200 könnt Ihr aber problemlos gehen. Wichtig ist noch, dass beim Kauf von Objektiven darauf geachtet werden muss, dass diese einen Autofokusmotor besitzen, denn diesen hat Nikon nicht im Kameragehäuse untergebracht.

Das wären dann die wichtigsten Daten der Kamera auf den ersten Blick.

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Kommen wir nun zu den Bedienelementen der Kamera. Nikon war hier sehr großzügig und hat die Kamera viele Knöpfe, darunter mehrere frei konfigurierbare spendiert.

Neben den Standard Tasten für das Menü, den Richtungstasten etc., gibt es beispielsweise noch eine +, und – Taste. Damit kann im Live View beispielsweise in das Bild gezoomt werden um die Schärfe zu kontrollieren. Dies ist eine sehr schöne Funktion, vor allem wenn mit einem Stativ gearbeitet wird. Mit den Tasten können auch Bilder in der Galerie vergrößert, oder verkleinert werden, außerdem ist die Minustaste mit eine Hilfefunktion zweitbelegt, die alle Einstellungsparameter der Kamera schnell erklären kann.
Auf diese Weise muss nicht immer im Handbuch nachgeschlagen werden, wenn eine selten benutze Funktion verändert wird. Über die „i“ Taste gelangt man in das Aufnahmemenü und kann dort Parameter, wie Belichtungskorrektur etc. einstellen.

Auch auf der Rückseite zu finden sind der Kippschalter, zum Umschalten von Sucher und Live View betrieb und den Aufnahmeknopf für die Videofunktion. Ansonsten ist nur noch der AE-L/AF-L Knopf zu finden. Dieser ist frei Konfigurierbar (bei mir wird hier die Belichtung gespeichert) und liegt für den Daumen sehr gut erreichbar neben den Einstellrad.

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Auf der Oberseite nun natürlich der Auslöser und das Programmwahlrad mit all seinen Modi. Hier sind, für mich eigentlich nur M und S wichtig. Neben dem Programmwahlrad befindet sich ein schiebe Regler für Einzel/Serienbild, Selbstauslöser und einer Funktion zum möglichst leisen Auslösen.

Mit der Info Taste kann das Display im Sucherbetrieb ausgeschaltet werden, im Live View kann man damit Gitternetze und ähnliches zur besseren Bildkomposition einblenden.

Die letzte verbleibende Taste wird, im Zusammenhang mit den Einstellrad dazu genutzt die Blende zu regeln.

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Auf der linken Seite des Gehäuses befinden sich die Blitz- sowie die Funktionstaste. Die Funktionstaste ist die zweite frei Konfigurierte Taste der Kamera (bei mir ISO).

Ebenfalls auf der linken Seite sind die Anschlüsse der Kamera zu finden. Zur Verfügung stehen Video, HDMI, USB und die Nikon Schnittstelle für GPS etc. Ich schließe hier beispielsweise gerne meinen Programmierbaren Intervallauslöser an.

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Die Menüs und übersichtsanzeigen der Kamera finde ich sehr gut gestaltet. Vor allem die Einstellungsmenüs sind, trotz der riesigen Anzahl stets schlüssig aufgebaut. Mit der bereits erwähnte Minus Taste besteht zudem immer die Möglichkeit sich genauere Informationen anzeigen zu lassen.

Neben dem Sucher, werden natürlich auch alle aktuellen Aufnahmeparameter im Display der Kamera angezeigt (Bild oben), sodass alle relevanten Informationen schnell abgelesen werden können. Die Blende wird auf dem Display sogar animiert. Wem das blau, das ich in meinem Fall ausgesucht habe nicht gefällt, dem stehen verschiedene Themes zur Verfügung um die Kamera auch nach seinen Farbwünschen anzupassen.

Auch eine Komplette Bildbearbeitung hat die kleine Nikon eingebaut. Ich muss gestehen, dass ich sie bis jetzt kaum benutzt habe, da Lightroom, aber die Möglichkeiten sollten auf jeden Fall einmal genannt werden.

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Folgende Funktionen stehen in der Bearbeitung zur Verfügung:

  • Bild beschneiden
  • diverse Filtereffekte hinzufügen
  • Farbabgleich
  • Bildmontage durchführen
  • Raw Bilder Konvertieren
  • Automatische Bearbeitung
  • Bilder ausrichten
  • Verzeichniskorrektur
  • Fisheye Effekt hinzufügen
  • Farbkontur ausfüllen
  • Miniatureffekt

Bei vielen dieser Bearbeitungen wird, wie es sich gehört nichts an der Raw Datei verändert, sondern eine Kopie als JPEG angelegt. Damit sind die Bilder dann auch gleich fertig exportiert.
Bei Reisen, wo kein Platz für mein Notebook ist, wären diese Bearbeitungsschritte durchaus eine Alternative, vor allem wenn man nach einer Ausgiebigen Tour keine Lust hat Wochenlang die Bilder zu Entwickeln.

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Für alle Funktionen, die vielleicht nicht mit dedizierten Knöpfen zu erreichen sind (vielleicht wegen der Konfigurierbarkeit), bietet sich die Option ein diese über das Aufnahmemenü zu verstellen. Die Übersicht auf dem Display bleibt dieselbe, nur können nun Einstellungen vorgenommen werden.

Ich denke, dass es zu den Kontrollmöglichkeiten nichts mehr zu sagen gibt.

Als nächstes Präsentiere ich beispielhaft zwei Bilder, einmal aus dem 18-55 mm Kit und einmal aus meinem 70-300 Tamron. So könnt Ihr die Bildqualität beurteilen.

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Ich muss natürlich dazu sagen, dass diese beiden Objektive nicht annähernd die Auflösung durchlassen, welche die Kamera darstellen kann. Trotzdem könnt Ihr anhand der Bilder hoffentlich die Qualität einigermaßen beurteilen.

Ich bin schon auf die ersten Aufnahmen meines neuen 35mm f1,8 gespannt, denn dieses Objektiv ist definitiv in der Lage die Kamera auszureizen!

Für alle, die sich für Vergleiche interessieren, werde ich in diesem Jahr noch einige Vergleiche zu anderen Kameras anstellen. Die werden dann etwas technischer und nicht so im Alltag angesiedelt sein wie dieser Artikel hier.

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Nun möchte ich noch ein wenig zur Verarbeitung und den täglichen Arbeiten mit der Kamera sagen. Bevor ich mir die D3100 zulegte hatte ich natürlich gründlich Recherchiert und auch andere Kandidaten zu Hause getestet.

Hier meine Kandidaten:

  • Nikon D5100
  • Nikon D3100
  • Canon Eos 450d
  • Canon Eos 1100d

Um es kurz zu sagen: Die D3100 war den beiden Canon Modellen, vielleicht bis auf die Belichtungsreihenfunktion, die Ihr fehlt, in allen sonstigen Bereichen überlegen. Sie hat die höhere ISO Empfindlichkeit, die bessere Ausstattung und Verarbeitung, die höhere Auflösung, die bessere Ergonomie und und und…

Enttäuscht hat mich insbesondere die Eos 1100d durch ihren Plastik Look und den sehr beschnittenen Funktionen. Und dabei soll Canon doch so wegen der Ergonomie bekannt sein. Aber das ist ja schließlich Geschmackssache. Auch mit den Canons kann man sicherlich ausgezeichnete Bilder schießen. Nicht dass Ihr jetzt denkt, ich hätte etwas gegen Canon. Im Gegenteil, ich nutze eine Canon als zweit Kamera.

Zur D5100 konnte ich dann aber aus finanziellen Gründen nicht greifen. Die D5x00 Reihe werde ich dann wohl überspringen und in diesem Jahr noch auf die D7x00 Reihe upgraden.

Bei der Bedienbarkeit hat sich Nikon allerdings sehr große Mühe gegeben. Alle Tasten sind schnell erreichbar, die beiden Programmierbaren Funktionstasten bieten genug Freiraum um zusätzliche, für den Fotografen wichtige Funktionen schnell zu erreichen. Man ist, nach kurzer Einarbeitungszeit dazu in der Lage, die Kamera blind zu bedienen. In manchen Situationen ist das auch extrem wichtig!
Alles andere geschieht über das übersichtliche und schnell begreifbare Menü. Die Verarbeitung ist perfekt, es gibt Gummierungen, um den Fotografen zu unterstützen und alle Bedienelemente sind robust eingearbeitet.

Die Kamera hat schon die eine oder andere harte Wanderung erlebt und überlebt. Da mache ich mir also keine Sorgen.

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Zum Abschluss kommt noch meine Kritik. Diese richtet sich nicht an die ISO Empfindlichkeit, oder die Bildqualität, sondern über einige Funktionen die mir hier abgehen.

Zum Beispiel vermisse ich die HDR Funktion, welche erst die größere D5100 bietet. Das ist das größte Manko der Kamera. Zweitens wäre eine Abblendtaste am Gehäuse  nicht schlecht. Drittens wäre es extrem klasse, wenn Nikon die Einsteigerkamera, ähnlich wie die D7000 extreme Umweltbedingungen sichern würde, aber das ist jetzt Meckern auf hohem Niveau.

Das dritte Manko beschreibt den Live View Modus. Im Manuellen Modus bleibt das Bild immer gleich, egal welche Parameter (Blende, ISO) ich ändere. Lediglich an der Belichtungsmessung kann ich ablesen ob das passt. Bei Nikon geht das übrigens allen Crop Kameras so. Erst das Vollformat Flaggschiff D800 kann diese simple Funktion. Da das wirklich nur eine Softwaregeschichte ist, hoffe ich das Nikon hier noch nachbessern wird.

Insgesamt betrachtet ist die D3100 eine Super Kamera, an der ein Einsteiger wachsen kann. Sie ist schnell, griffig, liefert eine gute Qualität. Das wichtigste: Sie fühlt sich nur an wie ein Spielzeug (wie die Eos 1100d), sondern wie eine richtige Kamera. Von den Funktionen her hat sie genug Luft, um mit Ihr Professionell arbeiten zu können.

So, ich hoffe dass Euch dieser kleine Überblick über die D3100 gefallen hat. Mittlerweile sind auch schon die Nachfolgemodelle verfügbar (als Tipp).

Euer Mario 🙂

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