Das Nikon 18-55 mm Kit Objektiv

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Das 18-55 mm war mein erstes Objektiv. So wird es den meisten Käufern gehen, ist dies doch das gängigste Kit Paket. Nun, was soll man über das Kit Objektiv schon großartig sagen. Die einen werfen es weg, die anderen ignorieren es und die Neulinge nutzen es tatsächlich.

Nun, auch ich nutze es anfangs, da es natürlich in der ersten Zeit mein einziges Objektiv war. Heute nutze ich es übrigens auch noch, wobei es bei mir meist nur zwei Extreme gibt. Der Weitwinkel, weil ich hier noch in nichts anderes Investiert habe und den Telebereich, aus selbigem Grund. Den mittleren Brennweitenbereich hat im Normalfall mein 35 mm 1.8 übernommen, weswegen dieser Brennweitenbereich nur in Ausnahmefällen benutzt wird, falls ich das Objektiv nicht wechseln kann, oder das Licht gerade mal ausreicht 🙂

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Sicherlich wird werde ich in Zukunft nicht immer auf das Kit zurückgreifen, aber für den Moment reicht es noch. Und selbst wenn es irgendwann von einen anderen Objektiv abgelöst wurde, gibt es immer noch denkbare Einsatzszenarien. Als Verleihobjektiv, oder zum Einsatz in rauen Umweltbedingungen, wenn ich teurere Gläser nicht riskieren will.

Weil ich eben all dies berücksichtige und vor allem da es sich hier wahrscheinlich um eines der meist verkauften Nikon Objektive handelt möchte ich seine Eigenheiten kurz erläutern.

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Fangen wir mit den äußeren Werten und der Ausstattung an. Das Objektiv besteht aus Plastik, wodurch es mit ca. 250g erst einmal den Vorteil des geringen Gewichts genießt. Es fühlt sich nicht billig, aber auch nicht gerade Wertig an. Auch ist ein Bildstabilisator integriert. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass auch das Bild im Sucher stabilisiert ist, also der Fotograf den Vorteil nicht nur auf den fertigen Bildern genießt, sondern aktiv unterstützt wird und so die eingestellten Kameraparameter besser beurteilen kann.

Diese drei Eigenschaften sind in erster Linie den Verkaufspreis zu schulden. Der liegt in der Regel nämlich unter 100 Euro, was es  für mich zum Ultimativen Preis/Leistungs- Sieger macht.

Also sehe ich die Verarbeitung, samt geringem Gewicht in erster Linie als Pluspunkt.

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Die Bedienung am Objektiv direkt, fällt dagegen nicht so gut aus. Größte Kritik ist für mich hier der Schärfering. Dieser ist erstens viel zu schmal, sodass es, wenn man unaufmerksam ist schon einmal passieren kann das man die Linse betatscht, statt scharf zu stellen.

Der Ring lässt sich außerdem Stufenlos einstellen und sitzt meiner Meinung mach ziemlich locker. Die Schärfeeinstellung kann sich ohne Zutun also durchaus verschieben. Durch den relativ hohen schärfe Bereich muss man davon aber nicht unbedingt etwas merken.

An der Seite gibt es noch zwei Schieberegler, um den Bildstabilisator An- bzw. Aus zu schalten und um zwischen Manueller Fokussierung und dem Autofokus zu wechseln. Hier finde ich es etwas schade, dass im Automatischen Modus nicht manuell eingegriffen werden kann, sondern erst der Schalter umgelegt werden muss.

Mein 35 mm Nikkor kann das!

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Aber kommen wir doch nun langsam zu den wichtigen Punkten. Den Bildern! Der mittelmäßigen Lichtstärke (f3.5-5.6) zum Trotz ist das Bokeh recht ansehnlich wie ich finde. Dadurch dass der Schärfebereich etwas weiter gefasst ist, haben es Einsteiger auch nicht allzu schwer korrekt zu fokussieren. Das sehe ich jetzt einfach mal als einen Vorteil an.

Im Folgenden ein paar Probeaufnahmen, die das Freistellen und das Bokeh demonstrieren sollen.

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Wie gesagt, es entspricht der maximal möglichen Blendenöffnung! Vor allem beim ersten und letzten Bild könnt Ihr den starken Abfall der Helligkeit zum Rand hin erkennen. Dies stellt in der Qualität eines der zwei Nachteile, die ich erwähnen will da.

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Der zweite und für mich größte Nachteil ist die extreme Tonnenförmige Verzeichnung, die vor allem im Weitwinkel auftritt und die Ihr im Bild oben schön sehen könnt. Zur Not lässt sie sich auf zwei Arten vermeiden.

An der Kamera könnt Ihr beispielsweise, falls es die Umstände erlauben, ein bis zwei Stufen abblenden. Ich persönlich korrigiere den Fehler immer in Lightroom, dort kann so etwas automatisch gemacht werden.

Ansonsten kann ich als Negativpunkt eigentlich nur noch anmerken, dass das Objektiv nur mäßig Lichtstark ist, wodurch es nicht in allen Situationen eingesetzt werden kann, oder hält öfters ein Stativ zur Unterstützung herhalten muss.

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Bei der Abbildungsqualität darf man natürlich auch keine Wunder erwarten. Hier hilft es ebenfalls nicht mit Offenblende zu arbeiten, sondern eine mittlere Blendenstufe von f8 bis f11 zu wählen. Der Bildqualität kommt dies auf jeden Fall zu Gute.

 

Hier noch schnell zwei Impressionen:

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Was kann ich zum Abschluss nun sagen? Lohnt es sich das Objektiv als Kit mit zu kaufen? Ich denke, dass dies in erster Linie am Budget liegt.
Wollt Ihr erst einmal in die Fotografie hineinschnuppern, werdet Ihr Anfangs nicht viel Geld ausgeben wollen. Hier macht es absolut Sinn das Objektiv mit zu kaufen. Es deckt vom Weitwinkel (18 mm), über die Standardbrennweite (35 mm), bis hin zum sehr leichten Tele (55 mm) wichtige Brennweiten ab. Auch sind die Ergebnisse, die es liefert vollkommen in Ordnung und machen Lust auf mehr.

Zudem ist es durch den relativ weiten Schärfebereich, für Anfänger gut und frustfrei zu bedienen.

Und wie sieht es bei dem Ambitionierten Fotografen mit großem Budget aus? Hier macht es nur unter Umständen Sinn das Objektiv mit zu kaufen. Beispielsweise, wenn Ihr unter widrigen Umständen fotografieren, aber es nicht riskieren wollt dass ein teures Objektiv zu Bruch geht.

Ist dies der Fall, kann das Kit Objektiv natürlich wertvoll sein, auch weil es eben in der Neuanschaffung günstig ist und ausreichend gute Ergebnisse produziert.

Dennoch empfehle ich dem Ambitionierten Fotografen mit größeren Budget neben dem Kit Objektiv das „Sigma 17-50 mm F2,8„, welches wirklich super Ergebnisse Produziert. Leider kostet es mit knapp 350 Euro auch das Dreifache.

Ich hoffe, dass ich mit diesem kleinen Artikel die Vor- und Nachteile des Nikon Kit Objektivs ein wenig Erläutern und Euch somit bei der Entscheidung helfen konnte. 🙂

Wenn noch Fragen oder Anregungen offen sind, würde ich mich über einen Kommentar freuen. Ansonsten könnt Ihr natürlich auch hier Kontakt zu mir aufnehmen.

Euer Mario.

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