Geschichten aus Technikistan

Onkel Nas ist Krank

Onkel Nas ist Krank

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit in Technikistan…

Dort lebten vier kleine Festplatten fröhlich in einem Nas. Weil sie eine Familie waren und sich so sehr mochten waren sie in einem Raid 5 Verbund zusammengeschlossen. Der Weise, Gutmütige und nebenbei auch noch gutaussehende König von Technikistan, ein gewisser Mario vertraute der Festplattenfamilie seine gesamten wichtigen Daten an. Darunter waren alle Privat- und Geschäftsdaten, alle Video- und Fotoprojekte und auch ein paar Mediendaten.

Vorher wurden alle diese für das Königreich wichtigen Daten von Opa Server bereitgestellt, der nun nach fünf langen Jahren endlich in Rente gehen konnte.

Das ganze funktionierte für etwas über ein Jahr problemlos, die Festplattenfamilie sicherte die Daten und Onkel Nas stellte sie im Netzwerk für alle Einwohner von Technikistan zur Verfügung. Alle lebten Glücklich und zufrieden…

Aber Vorgestern passierte etwas schreckliches, das alle Einwohner von Technikistan erschrecken ließen. Onkel wurde schlimm krank und wollte sich nicht mehr anschalten lassen. Alle Einwohner, wie das Raspberry pi oder der fleißige Dell arbeitsrechner konnten nun nicht mehr auf Onkel Nas zugreifen und waren schrecklich traurig :(.

Und der Kampf um die Daten begann…

 

Festplatten_2014_008So weit erstmal zu meiner Märchenhaften Vorgeschichte. So ein Netzwerkspeicher ist ja im Grunde eine tolle Sache. Ich hatte vier Festplatten, die wie schon gesagt im Raid 5 liefen, also schön Redundant sind, dass wenn eine Festplatte kaputt gehen sollte, trotzdem noch alle Daten gesichert sind.
Aber was ist nun wenn das Nas direkt kaputt geht. Zum Glück kann ich, auch wenn ich mich schon seit längeren nicht mehr damit beschäftigt habe auf eine Vergangenheit als Technerd zurückblicken :). Also muss ich mal wieder ran und tierisch viel Zeit damit verschwenden um die Daten wiederherzustellen (obwohl ich wichtigeres zu tun hab…). Denn ohne die Daten geht es ja nicht.

Die Festplatten sind total komisch in diversen Partitionen formatiert und unter Windows kann man erstmal gar nicht darauf zugreifen. Auch über Linux muss jede einzelne Festplatte über die Konsole gemountet werden.

Die Arbeitsmaschine kann Ihre Daten nicht mehr sichern :(

Die Arbeitsmaschine kann Ihre Daten nicht mehr sichern 🙁

 

Das Raspberry auch nicht :(keine Musik mehr)

Das Raspberry auch nicht :(keine Musik mehr)

Alle vier zusammen kann ich auch nicht einbinden, da im Server nicht genug Platz ist, weshalb die Linux Variante nur der letzte Ausweg sein kann. So musste ich erstmal eine alte externe Festplatte auseinandernehmen, um die Nas platten irgendwie mit dem Server zu verbinden. Das bisschen basteln war nun weniger das Problem.

Nun bin ich dabei jede einzelne Festplatte mit einer Super Duper forensischen Software zu untersuchen, was pro Platte mal so 10 Stunden dauert! Nur für die Untersuchung wohlbemerkt. Dann muss ich, wenn denn die Untersuchung erfolgreich war, die Daten auf der richtigen Partition irgendwie sichern (Teilautomatisiert). Die Daten sind aber dummerweise meistens nur Fragmente, da sie im Raid über alle Festplatten verstreut sind.

Selbst gebaute externe Festplatte ;-)

Selbst gebaute externe Festplatte 😉

Habe ich diese Schritte bei allen Platten gemacht, müssen dann alle Fragmente (ca. 1,5 TB) wieder irgendwie zusammengefrickelt werden, damit dann die Dateien herauskommen, die man so kennt (also docx, NEF, jpg etc…)

Was für ein Krampf!!!

Opa Server muss die Daten wiederherstellen

Opa Server muss die Daten wiederherstellen

Da fällt mir nebenbei ein, dass ich mit meinen Knowhow eigentlich auch so einen Datenrettungsservice aufmachen könnte und auch mal locker so 5.000 € bis 10.000 € pro Fall verlangen könnte (wenn es nur nicht so eine nervige Arbeit wäre). Naja…

Aber durch diese Katastrophe, welche mich gerade so von der eigentlichen Arbeit abhält (müsste eigentlich Liquiditätsplan und Marketingstrategie schreiben), bekam ich wieder das zweifelhafte Vergnügen Geld ausgeben zu können.

Ein neuer Nas musste her und zusätzlich noch eine große externe Festplatte auf der ich die Daten noch einmal in zweiter Instanz sichern will, damit ich so einen Stress nicht noch einmal durchmachen muss!

Also verbrachte ich die gestrige Nacht damit Produkt Test und Rezessionen zu lesen, was ja auch Spass macht denn schließlich ist man ja am Geld ausgeben (Shopping eben).

Hier werden die Platten gescannt...

Hier werden die Platten gescannt…

Entschieden habe ich mich für ein D-Link ShareCenter Cloud. Dort passen nur noch zwei Festplatten rein, aber das Budget war halt das Limit. Betreiben werde ich es im Raid 1, was sich hoffentlich besser wiederherstellen lässt, sollte das Nas irgendwann einmal kaputt gehen (Raid 1 ist wesentlich einfacher aufgebaut). Das tolle an dem Gerät ist, dass ich es als private Cloud nutzen kann und via App auch von meinem Smartphone unterwegs Dateien ziehen kann.

Montag kommt es an, bis dahin muss ich also alles wiederhergestellt haben, damit es gleich eingerichtet und benutzt werden kann. Ich bin gespannt und sehne mich dem Montag entgegen, damit ich es endlich hinter mir habe!

 

Und ja, ich habe in meiner Wohnung tatsächlich Grün, Gelb Lila Bunte Wände 🙂

Mario

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