Tour nach Havelberg

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Als die diesjährige Saison noch frisch war, zog es mich auf eine wunderbare Tour Richtung Westen. Eigentlich wollte ich zum so genannten „Schlappsturz“, dem einzigen Wasserfall, den es in Brandenburg geben soll.

Eine Woche bevor ich die Tour spontan antrat, machte sich bereits eine andere Gruppe auf dem Weg, aber zu dem Zeitpunkt konnte ich mich leider nicht anschließen. Da Wasserfälle generell eine ganz spannende Sache sind, entschloss ich mich dazu die Tour noch einmal alleine anzutreten. Damit ging die Suche nach dem Gespenst Schlappsturz los!

Denn im Forum fand ich schon mal keine genaueren Ortsangaben, nur der Hinweis auf den Wasserfall und den Namen des Dorfes, in dessen Nähe er sich wohl befinden soll. Da ich, wie immer, die Tour relativ spontan fahren wollte, war auch nicht viel Zeit für eine Internet Recherche oder Routenplanung vorhanden.

Im Internet fand ich dann auch nur eine einzige regionale Seite, wo von einem Wasserfall namens Schlappsturz die Rede war, natürlich auch ohne genauere Ortsangabe.

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Aber egal, ich werde es schon irgendwie finden, dachte ich zumindest. Also Navi, Kamera und Akkupack in den Rucksack gepackt, das Motorrad gesattelt und los gehts!

Aber bevor es wirklich losgehen konnte, hieß es erst einmal quer durch Berlin. Von Marzahn nach Spandau ist man an einem Samstagvormittag gut eine Stunde unterwegs. Ich fand es interessant zu sehen, wie sich die Stadt mit jedem Bezirk verändert. Aber letztendlich war ich froh aus der Stadt raus zu sein, als ich die Havel überquerte. Von da an hieß es Landstraße fahren, durch die Wälder und Dörfer Brandenburgs.

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Es ging von Haage über Neuwerder und vorbei an den Gülper See, bis nach Vehlgast-Kümmernitz. Die meiste Zeit fuhr ich durch dichte, kühle Wälder. Ihr Autofahrer mögt es vielleicht nicht so mitbekommen, aber auf dem Motorrad ist eine fahrt durch den Wald schon ein tolles Erlebnis.

Der Geruch des Waldes, der erfrischende, kühle Wind und allgemein die gute Luftqualität in einer solchen Umgebung sind einfach herrlich. Da weiß man sofort wieder, warum man aus der Stadt raus wollte!

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In Vehlgast angekommen, ruhte ich mich erst einmal einige zeit lang aus und ließ die Dorfatmosphäre einwirken. Das Dorf wirkte, als ob es ein Überbleibsel der letzten Jahrhundertwende war, was wahrlich nichts Schlechtes bedeuten muss. Durch den Ort zog sich eine einzige, grob gepflasterte Straße, die zwar wunderschön aussah, aber mit dem Motorrad nicht so gut befahrbar war. Es reihten sich prunkvolle Häuser aneinander. Fachwerk und Klinker wechselten sich hier ab. Ich musste die meiste Zeit im Schatten verbringen, da es in der Sonne gut und gerne 35 Grad waren und ich dies in meiner komplett schwarzen Motorrad Ausrüstung nicht lange durchhalten konnte. So habe ich darauf verzichtet, das Bild dieses Ortes zu Dokumentieren.

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Nachdem ich wieder einigermaßen ausgeruht war, konnte ich mich nun auf die Suche nach diesem ominösen Wasserfall machen. Einen Fluss, welcher am Ort vorbeilief, gab es ja! Aber zu dieser Zeit war in dem Örtchen nicht allzu viel los. Nur einige Katzen, welche auf der Straße spielten, sah ich. Würden jetzt noch Strohballen durch die Gegend rollen, würde ich mich fühlen wie in einen Western. Doch zum Glück erwischte ich dann nacheinander zwei der älteren Einwohner dieses Ortes. Keine der beiden wussten irgendetwas von einem Schlappsturz, oder überhaupt einen Wasserfall, der hier in unmittelbarer Nähe existieren sollte. Da die beiden freundlichen Damen nun schon seit 70 Jahren in diesem Ort lebten, waren Ihre Angaben wohl valide. Ich hatte jedenfalls keinen Grund daran zu zweifeln.

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Aber ganz Aufgeben wollte ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht! Ich machte es mir mit meinem Smartphone erst einmal am Straßenrand bequem und durchforstete Google Maps nach etwas, das wie ein Wasserfall in meiner näheren Umgebung aussehen könnte. Finden konnte ich aber leider nichts. :(

Da es online nichts gab, versuchte ich es weiter offline und erkundete erst einmal das possierliche Dorf. An solch einen idyllischen Ort könnte ich mir auch durchaus vorstellen selbst zu wohnen, aber das nebenbei! Am Rande des Dorfes, neben dem ein Nebenarm der Havel entlang läuft, fand ich eine kleine Marina mit einigen Booten, welche dort vor Anker lagen. Ich habe mir übrigens auch schon selbst überlegt, mir nicht vielleicht auch ein kleines Boot zuzulegen, so teuer sind die nämlich gar nicht. Aber das währe dann wohl das nächste, insgesamt viel zu kostenaufwendige Hobby, was zu den anderen hinzukommen würde.
Ich traf ein junges Pärchen, welches sich gerade zu einem Bootsausflug bereit machen wollte und erkundigte mich auch hier noch einmal nach dem Schlappsturz, denn immerhin müssten Bootsbesitzer, welche ja auf den Wasserstraßen unterwegs sind irgendetwas davon wissen. Aber auch hier erhielt ich keinerlei Antwort. Das Mysterium Schlappsturz wird für ich wohl immer ungelöst bleiben

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Aber das machte überhaupt nichts, denn so redeten wir über das Leben in Stadt und Land, den Bootsbesitz, das Hobby Boot vs. Motorrad und über Gott und die Welt. Schließlich bekam ich noch den Ort Havelberg als Ausflugstipp, falls ich den Schlappsturz nicht finden sollte und wir gingen wieder getrennte Wege. Um ehrlich zu sein hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon die Suche nach dem Wasserfall aufgegeben und so machte ich mich auf dem Weg nach Havelberg. Nun war ich also schon in Sachsen-Anhalt angekommen! Das war ein Bundesland, das ich bis dahin nur von der Durchreise her kannte.

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Havelberg ist eine kleine 6.000 Einwohner Stadt und ein wahrer Touristenmagnet. Im Sommer ist hier echt viel los!
Die Sehenswürdigkeiten sind unter anderen:

– Der Romanische Havelberger Dom
– Das Beduinenhaus
– Der Salzmarkt
– Das Prignitz Museum

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Es gibt also allerhand zu sehen in diesem kleinen Örtchen. Da ich hier relativ planlos ankam, besichtigte ich nur den Dom und die Strecke entlang der Havel. Gleich in der Nähe des Doms fand ich ein kleines Restaurant, gleich neben der Havel, in dem es nicht nur leckeres Essen gab, sondern auch eine mehr als ansehnliche Bedienung. Vielleicht mag es daran gelegen haben, dass das Restaurant zu der Zeit so gut wie leer war, aber allein durch die Unterhaltung mit der Bedienung verbrachte ich einige Stunden zu. Sogar so lange, bis langsam die Dämmerung einsetzte. Nun war es auch für mich an der Zeit wieder den Heimweg anzutreten. Lagen doch noch ca. 170 KM nur für den Weg zurück noch vor mir!

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Auf dem Weg zurück in die Großstadt genoss ich die Landschaften, die an mir vorbeiflogen, die kleinen Dörfer und natürlich den Geruch des Waldes. Außerdem schwelgte ich in den Erinnerungen, die mir dieser tolle Ausflug eingebracht hat. Ich werde in der nächsten Saison bestimmt wieder kommen!

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Ich hoffe, dass Euch dieser kleine Reisebericht wie immer gefallen hat! Vielleicht sieht man sich ja irgendwann auf einer Tour

Bis dahin

Euer Mario

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