Zeitrafferfotografie Teil 4

Hallo und willkommen zurück zum nunmehr vierten Teil meiner Zeitraffer Reihe. Beim letzten Mal ging es ja sehr ausführlich um das Equipment, das Ihr so für einen Zeitraffer gebrauchen könnt. Nun haben wir uns das ganze Zeug zusammengekauft und wollen endlich damit anfangen die erste Zeitraffer Sequenz zu fotografieren! Und genau darum dreht sich dieser Teil der Artikelreihe! Nun erfahrt Ihr endlich welche Einstellungen an der Kamera sinnvoll sind und welche Fehler Ihr meiden könnt. Wie bei allen Artikeln gehe ich auch hier wieder von meinem Equipment aus, was bedeutet, dass ich überwiegend von Nikon DSLR´s erzähle. Aber da ich mit meiner Canon PowerShot auch schon den ein, oder anderen Zeitraffer aufgenommen habe, werde ich meine Erkenntnisse in diesem Fall auf das Canon Lager übertragen. Wenn die Bedienung zwischen den Kameramodellen bei Canon konsistent ist, dürfe das einigermaßen passen.

Bevor es losgeht verlinke ich noch einmal das Video, welches ich dazu aufgenommen habe. Es vereint die Artikel 3 und 4 dieser Artikelreihe, heißt ich erkläre und zeige sowohl das Equipment, als auch die Kameraeinstellungen.

Kameraeinstellungen

Die Frage nach dem Modus, in dem Ihr Euren Zeitraffer aufnehmen solltet, habe ich ja bereits im letzten Artikel erläutert. Deshalb fasse ich noch einmal kurz zusammen, dass die Wahl des Kameramodus in erster Linie von zwei Faktoren abhängt.

Habe ich einen externen Intervallauslöser? Wenn ja, dann solltet Ihr den Manuellen Modus verwenden. Wenn nein, dann entscheidet die nächste Frage die Wahl des Kameramodus.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Lichtsituation während der Zeitraffersequenz ändert? Ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dann schaltet Ihr bitte den A Modus ein (bei Canon Av). Denkt Ihr, dass die Lichtsituation während Eurer Sequenz weitestgehend gleich bleibt, könnt Ihr beruhigt den M Modus aktivieren. Wenn Ihr Euch bei der Wahl des Aufnahmemodus nicht sicher seid, dann schaltet zusätzlich noch die ISO Automatik ein und gebt Ihr einen sinnvollen Rahmen, was Belichtungszeit und maximale ISO betrifft.

Beachtet bitte, dass Ihr nicht in die Belichtung eingreifen könnt, solltet Ihr den manuellen Intervallauslöser an Eurer Nikon verwenden. Bei der kleinen Canon mit CHDK ist dies aber auch weiterhin möglich.

Bildformat

Fangen wir gleich mit der ersten Einstellung an. Dies ist die Frage des Bildformates, in dem aufgenommen werden soll. Ich kann Euch hier natürlich nur ganz klar die Empfehlung aussprechen im Raw Format aufzunehmen. Auf diese Weise habt Ihr bei der späteren Nachbearbeitung noch viel Luft, auch um größere Missgeschicke, die Euch bei der Aufnahme passiert sind, etwas auszugleichen. Wollt Ihr Euren Zeitraffer mit einem sehr kurzen Intervall von 1-2 Sekunden aufnehmen, müsst Ihr darauf achten, dass die Kamera die aufgenommenen Bilder auch schnell genug speichern kann. Kann Sie das nicht, werden Euch einige Bilder in der Sequenz verloren gehen.

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Ich würde Euch raten an dieser Stelle im Vorfeld eine kleine Testsequenz mit 10 bis 20 Bildern aufzunehmen und zu prüfen ob die Kamera alle eingestellten Bilder aufnehmen und speichern konnte. Kann Sie das nicht, müsst Ihr einen der folgenden Kompromisse eingehen.

  • Ihr erhöht den Intervall Eurer Zeitraffersequenz
  • Ihr müsst Euch eine schnellere Speicherkarte besorgen
  • Ihr müsst vom Raw auf das Jpeg Format umstellen (dies wäre der schlechteste Kompromiss)

An meiner kleinen Canon muss ich beispielsweise die Bilder immer im Jpeg Format aufnehmen, da die Kamera ursprünglich nicht darauf Ausgelegt war im Raw Format zu fotografieren. Dementsprechend lange braucht Sie dann auch um Raw Bilder abspeichern zu können, da in diesem Fall nicht die Speicherkarte der Flaschenhals ist, sondern der Bildprozessor der Kamera, der mit der Datenflut überfordert ist.

Blende, Belichtungszeit und ISO

Kommen wir nun zu den drei wesentlichen Parametern, die die Belichtung und Bildgestaltung ausmachen.

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Verschlusszeit, Blende und ISO bei der Canon. Inklusive Belichtungsmesser über der ISO Angabe.

Die Blende

Beginnen wollen wir mit der Blende. Bei der Wahl der Blende habt Ihr in der Zeitraffer Fotografie leider gar keinen Spielraum. Um ein gutes Endergebnis zu bekommen müsst Ihr zwingend mit Offenblende arbeiten. Der Grund dafür ist ganz einfach erklärt.

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Die angabe der Arbeitsblende ist bei Nikon sowohl grafisch, als auch mit der Angabe des Blendenwertes angegeben.

Die Blende, welche sich im Objektiv befindet ist ein mechanisches Bauteil. Und als solches unterliegt sie, wie alle anderen mechanischen Bauteilen gewissen Toleranzen. Wenn Ihr Eure Kamera beispielsweise auf Blende 8 stellt und ein paar Auslösungen macht, dann werdet Ihr bei den Bildern keine Unterschiede erkennen können, obwohl die umgesetzte Blende von Bild zu Bild ein wenig unterschiedlich ist. Nehmt Ihr jetzt aber 300 Bilder mit der eingestellten Blende 8 auf und fügt diese dann in einem Video mit einer Bildrate von sagen wir mal 30 Bilder die Sekunde zusammen, werdet Ihr in dem fertigen Video ein flackern feststellen. Und genau dieses flackern entsteht dadurch, dass die von Euch eingestellte Blende zwar immer noch den Wert 8 hat, aber es von Bild zu Bild eine gewisse Toleranz gibt. Die wirkliche Blende ist also bei jedem Bild ein bisschen anders umgesetzt. Ich vergleiche das ganz gerne mit den Spaltmaßen bei einem Auto, die an der rechten Seite der Motorhaube beispielsweise größer sind als auf der linken Seite der Motorhaube.

Damit dies nicht geschieht, solltet Ihr also bei der Aufnahme einer Zeitraffersequenz immer die Offenblende wählen, weil es hier keine Toleranz gibt.

Die Belichtungszeit

Nachdem wir die Einstellungen an Blende geklärt haben, kommen wir zur Belichtungszeit. Auch hier gibt es einige Beschränkungen, die Ihr bei Eurer Zeitraffersequenz beachten solltet. Eine davon ist die so genannte 180 Grad Regel. Diese Regel kommt aus dem Filmbereich und zwar aus der Zeit als Kinofilme noch analog waren. Die Regel selbst beschreibt die Ideale Belichtungszeit während eines Filmes. Zu analogen Zeiten war es noch so, dass die Belichtung eines Bildes in zwei Arbeitsschritte aufgeteilt war. Im ersten Arbeitsschritt, der genau die Hälfte der Zeit der beiden Arbeitsschritte in Anspruch nahm, wurde das Bild belichtet. Die andere Hälfte der Zeit brauchte die Kamera, um das Filmband an die nächste Position zu verschieben. Da bei uns in Europa die Filme mit einer Bildrate von 24 Bildern die Sekunde abgespielt wurden heißt das also das die längste Belichtungszeit der Kamera 1/48 Sekunde betragen kann. Länger kann die Kamera nicht belichten, weil nach dieser 1/48 Sekunde ja das Filmband weitergeschoben werden muss, damit das nächste Bild aufgenommen werden kann. So werden Filme auch heute noch produziert, nur eben mit dem Unterschied das keine Filmrolle mehr verschoben werden muss, sondern die einzeln Bilder auf der Speicherkarte weggespeichert werden müssen (was ja auch Zeit kostet). Und natürlich haben sich die Menschen an diese Bildwirkung/Bildrate im Laufe der Zeit gewöhnt haben und dies heute als normal empfinden.

Wir können also als Formel festhalten, dass die ideale Belichtungszeit ungefähr die Hälfte des Aufnahmeintervalls betragen sollte.

Ich habe dazu einmal ein Beispieldiagramm erstellt, das von einem Aufnahmeintervall von 4 Sekunden ausgeht. Die Belichtungszeit habe ich in insgesamt sieben Schritten variiert.

180 Grad Regel

Fangen wir ganz links mit der kürzesten Belichtungszeit an. Diese beträgt wie Ihr sehen könnt nur 1/200 Sekunden. Bei einem Aufnahmeintervall von 4 Sekunden fangt Ihr mit dieser Belichtungszeit also nur eine ganz kurze Momentaufnahme der Szenerie ein. Für Landschafts oder Wolkenzeitraffer ist das durchaus in Ordnung, aber bei etwas schnelleren Bewegungen wie Menschenmassen würde der fertige Zeitraffer sehr abgehakt wirken, weil die Kamera nur einen Bruchteil des Intervalls genutzt hat. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel und manche Szenerie ist derart hell, dass Ihr selbst mit einem Graufilter zu solchen Belichtungszeiten gezwungen seid.

Gleiches gilt natürlich für die beiden nächsten Belichtungszeiten von 1/100 und 1/10 Sekunden, wobei die Variante mit 1/10 im fertigen Film schon sehr viel ruhiger wirken wird, da die bewegte Szenerie schon langsam anfängt zu verschwimmen. Bei den nächsten beiden Belichtungszeiten von einer und zwei Sekunden sind wir auch schon beim Optimum der 180 Regel angekommen. Sowohl die eine Sekunde Belichtungszeit, als auch die zwei Sekunden sind für die meisten Motive die ideale Einstellung für einen Zeitraffer mit einem Intervall von 4 Sekunden. Am Tage könntet Ihr allerdings das Problem bekommen, dass die Bilder überbelichtet sind (Ihr müsst also einen Graufilter benutzen), während Sie in der Nacht noch unterbelichtet sind (Ihr müsst mit der ISO nachregeln).

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Ohne Graufilter geht manchmal gar nichts.

Im nächsten Beispiel könnte es schon etwas eng werden. Hier ist eine Belichtungszeit von 3 Sekunden bei einem Intervall von 4 Sekunden eingestellt. Das bedeutet, dass die Kamera nur eine Sekunde Zeit hat um das Bild zu speichern bevor die nächste Aufnahme startet. Ich muss dazu sagen, dass sich auch solch eine Belichtungszeit durchaus noch in der Toleranz der 180 Grad Regel befindet. Es kommt dabei ja immer auf das Motiv an. Wichtig ist hier, dass die Speicherkarte schnell genug ist um das Bild wegzuschreiben, bevor die nächste Belichtung anfängt. Auch würde ich alle Nachbearbeitungen, die die Kamera bei Raw Aufnahmen macht ausschalten (hierzu zählt vor allem die Rauschunterdrückung bei hohen ISO Werten sowie bei Langzeitbelichtungen). Neben der Speicherkarte liegt es natürlich auch ein wenig an der Kamera. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass für jeden Megapixel, den eine Kamera als Auflösung bietet ein zusätzliches Megabyte an Speicherbedarf bei der Speicherung im Raw Format anfällt. Um das zu Beweisen gebe ich mal eine kleine Übersicht zu meinem „Fuhrpark“ und den durchschnittlichen Speicherbedarf der einzelnen Kameras:

  • Nikon D90 12 Megapixel, ca. 12 Megabyte pro Bild
  • Nikon D300 ebenfalls 12 Megapixel und ca. 12 Megabyte pro Bild
  • Nikon D3100 14 Megapixel und ca. 14 Megabyte pro Bild
  • Nikon D5100 16 Megapixel und ca. 16 Megabyte pro Bild
  • Nikon D5200 24 Megapixel und ca. 24 Megabyte pro Bild

Meine Beobachtungen beziehen sich natürlich auf das Raw Format bei Nikon (.Nef). Beim Speichern im Jpeg Format sind die Bildgrößen von deutlich mehr Varianz geprägt, sodass ein Rückschluss auf die Sensorauflösung der Kamera nicht mehr möglich ist. So kann die D300 beispielsweise größere Jpeg Dateien produzieren als die D5200. In unterschiedlichen Szenarien versteht sich.

Nun gut, kommen wir zur letzten Belichtungszeit in unserem Diagramm. Wie Ihr sehen könnt ist die Belichtungszeit exakt so groß wie der Aufnahmeintervall. In diesem Fall könnt Ihr für euren Zeitraffer exakt so viele Bilder aufnehmen, wie in den Puffer Eurer Kamera passen. Kurz gesagt: Es ist nicht möglich eine längere Bildfolge aufzunehmen bei der die Belichtungszeit genau so lang ist wie der Intervall zwischen den Bildern. Der Kamera fehlt ganz einfach die erforderliche Zeit um die Bilder weg zu speichern. Möglicherweise wird die Kamera auch Auslösungen überspringen. Das Bedeutet wenn Ihr mit diesen Einstellungen 300 Bilder aufnehmen wollt, ist es sehr realistisch, dass die Kamera davon nur 150 schaffen wird. In diesem Fall hat sie einige Auslösungen übersprungen, weil sie zum Zeitpunkt der Auslösung mit etwas anderen beschäftigt war.

Ich hoffe, dass diese doch recht ausführlichen Erläuterungen Euch helfen werden, die Ideale Belichtungszeit für Euren Zeitraffer zu finden. Ich kann Euch dazu Abschließend nur noch den Tipp geben, dass Ihr eine kurze Testsequenz aufnehmen könnt. Ich denke dass dafür 50 bis 60 Bilder ausreichen sollten (das wären 2 Sekunden im Film). Bitte verändert während der Testsequenz aber nicht die Belichtungszeit. Habt Ihr den Test erfolgreich aufgenommen, könnt Ihr Euch die Bilder anzeigen lassen und diese mit gedrückter rechter Steuerkreuz taste der Kamera schnell durchlaufen lassen. Der Durchlauf der Bilder wird zwar nicht ganz flüssig sein, aber Ihr bekommt schon mal einen guten Eindruck, wie der Zeitraffer mit der eingestellten Belichtungszeit wirken wird.

ISO

Bei der Wahl der ISO Empfindlichkeit gilt dieselbe Regel wie bei der „normalen“ Fotografie. „Immer nur so viel ISO wie nötig und so wenig wie möglich!“ Bei einem Zeitraffer müsst Ihr außerdem daran denken, dass für eine Sequenz sehr viele Bilder aufgenommen werden. Wenn ich jetzt beispielsweise Abends eine Zeitraffersequenz mit einem Intervall von 4 Sekunden und einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei ISO 800 aufnehme, dann wird sich der Sensor mit der Zeit sehr erwärmen, da er bei diesem Intervall nicht viel Zeit hat um sich wieder abzukühlen. Und je stärker der Sensor sich erwärmt, desto stärker wird auch das Bildrauschen. Die ersten Bilder der Sequenz werden also wahrscheinlich weniger von Rauschen betroffen sein als die letzten Bilder der Sequenz. Ihr könnt natürlich auch etwas unterbelichten und dafür die ISO ein wenig wegnehmen. Die Unterbelichtung könnt Ihr ja später in der Nachbearbeitung korrigieren.

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Aber natürlich könnt Ihr auch am Tage mit hohen ISO Zahlen konfrontiert werden. Bei mir war das bei einer Sequenz des Berlin Zeitraffers der Fall. Es war die Verkehrsszene am Potsdamer Platz. Es war zwar kein strahlender Sonnenschein, aber ich konnte wegen dem vielen Licht keine Belichtungszeiten von mehr als 1/50 Sekunde realisieren. Also griff ich hier zum ND 3 Graufilter. Mit diesem konnte ich zwar meine angepeilte Belichtungszeit von 2 Sekunden realisieren, aber die Bilder waren jetzt natürlich zu Dunkel, sodass ich den ISO Wert stark erhöhen musste.

Bei den kleinen Nikons habe ich die ISO generell auf die Fn Taste gelegt, um die Einstellung schnell ändern zu können. Die ISO Automatik habe ich meistens abgeschaltet.

Weitere relevante Einstellungen

Kommen wir zu den weiteren Einstellungen. Diese befinden sich bei den kleinen und mittelgroßen Nikons im schnell Menü, bei den großen kann man diese direkt via dedizierter Taste und Schulterdisplay Verändern. Ich richte mich hier nach den Einstellmöglichkeiten der D5100. Besitzer von D300, 7000 und co. Wissen ja wo sie die entsprechende Taste am Gehäuse finden. Für ein vollständiges Bild werde ich auch die entsprechenden Bilder aus den Menüs meiner Canon PowerShot einfügen.

Fangen wir mit dem Schnellmenü an und gehen die Einstellungen von oben nach unten durch. Mit einem Druck auf die „i“ Taste gelangt man bei den Nikons ins Schnellmenü.

Der Weißabgleich

Die erste Einstellung derer wir uns annehmen wollen ist der Weißabgleich. Diesen findet Ihr gleich unter der Wahl des Bildformates. Standardmäßig steht er auf automatisch, was ich aber die Aufnahme einer Zeitraffersequenz nicht empfehlen kann, da die Kamera im schlimmsten Fall bei jedem Bild einen anderen Wert für den Weißabgleich gespeichert hat. Natürlich könnt Ihr das auch in der Nachbearbeitung korrigieren, aber auch hier gibt es Tücken. Wesentlich schneller und unkomplizierter geht es, wenn Ihr im Vorfeld bereits einen festen Weißabgleich eingestellt habt. Das kann ein entweder eine der vorgefertigten Einstellungen sein, oder aber Ihr stellt einen eigenen Messwert ein.

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Wollt Ihr den Weißabgleich später dann doch noch ändern, dann stellt sicher, dass Ihr in Lightroom NICHT eines der Presets auswählt, sondern den die Farbtemperatur per Hand mittels den Drehregler einstellt, damit wirklich jedes Bild exakt den gleichen Weißabgleich hat. Und natürlich solltet Ihr dann auch nicht vergessen die Bilder zu synchronisieren.

Die Belichtungsmessung

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Die nächsten Einstellmöglichkeiten im schnell Menü können wir erst einmal getrost Ignorieren. Scrollt bitte so lange im Menü weiter, bis Ihr zur Belichtungsmessung kommt. Hier habt Ihr nun drei Auswahlmöglichkeiten. Standardmäßig dürfte hier bei Eurer Kamera die Matrixmessung eingestellt sein. Für die meisten Situationen in der Fotografie ist die Matrixmessung auch recht komfortabel. Allerdings bereitet sie Euch das Problem, dass Ihr nie wissen könnt, anhand welcher Parameter die Kamera die Lichtsituation beurteilt. In der Praxis müsst Euch hier nur ein Vogel durchs Bild fliegen und die Kamera wird die gesamte Lichtsituation anders beurteilen. Da Ihr bei Eurem Zeitraffer womöglich öfters manuell in die Belichtung eingreifen müsst, ist es wichtig dass die Werte des Belichtungsmessers zum einen natürlich Valide und zum anderen nachvollziehbar sind. Aus diesem Grund kann die Matrixmessung hier nicht verwendet werden.

Die beiden anderen Messmethoden sind da schon interessanter. Schauen wir uns diese doch einmal kurz an.

Mittelbetonte Belichtungsmessung

In diesem Fall legt die Kamera die Priorität auf das mittlere Fokusfeld. Aber keine Angst, auch die äußeren Bildteile werden in die Berechnung mit einbezogen, auch wenn sie weniger Gewichtet werden. Mit der Mittelbetonten Belichtungsmessung ist es immer gut nachvollziehbar wenn der Belichtungsmesser der Kamera schwankt. Macht Ihr einen klassischen Zeitraffer, bei dem die Kamera sich nicht großartig bewegt ist dieser Messmodus ideal geeignet. Einzig zu beachten ist hier natürlich, dass das Motiv einigermaßen in der Mitte des Bildes sitzt.

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Die Spotmessung

Die Spotmessung ist die Ideale Einstellung, wenn sich die Belichtungsmessung wegen höherer Gewalt Gefahr laufen kann getäuscht zu werden. Ein solcher Fall ist beispielsweise wenn viele Passanten, Fahrzeuge oder auch schnell Vorbeiziehende Wolken vor Eurem Hauptmotiv entlang wandern. Dann wäre auch die Mittelbetonte Belichtungsmessung überfordert, da sich die Lichtsituation im Hautmotiv durch die Passanten/Fahrzeuge etc. ständig ändert. Zumindest würde die Kamera das Glauben. In der gesamten Szenerie ändert sich die Lichtsituation dagegen natürlich nicht. Und auch wenn eine Wolke Euer Motiv für ein paar Minuten verdunkelt ist dies natürlich kein Grund in die Belichtung einzugreifen, schließlich ist dies ja eine gewollte, temporäre Änderung. Da die mittelbetonte Belichtungsmessung hier aber nicht funktioniert, besteht die natürlich die Gefahr, dass Ihr (und auch ich) unbedacht in die Belichtung eingreift. Um dies zu vermeiden nutzen wir in einem solchen Szenario die Spotmessung.

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Die Spotmessung misst die Lichtsituation der Szene nur im aktiv eingestellten Fokusfeld. Damit ist sie sehr flexibel, hat aber den Nachteil, dass Sie alle anderen Bildbereiche völlig außer Acht lässt. Für die Zeitraffer Fotografie ist dieser Nachteil jedoch in Wirklichkeit ein großer Vorteil. So könnt Ihr im eben genannten Beispiel einfach ein Fokusfeld an der Spitze des Gebäudes (natürlich nur falls Euer Hauptmotiv ein Gebäude ist) setzen und die Kamera misst die Belichtung dann nur an diesem Punkt. Alle temporären Einwirkungen durch Touristen oder die Schatten vorbeiziehender Wolken könnt Ihr so geschickt ausschließen, wenn Ihr die Wahl des Fokusfeldes klug angestellt.

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Und vor allem bei einem Hyperlapse ist die Spotmessung unentbehrlich. Ihr Erinnert Euch hoffentlich noch, wie ich die Aufnahmetechniken für einen Hyperlapse erläuterte. Ihr sucht Euch an Eurem Motiv einen fixen Punkt und richtet den aktiven Fokuspunkt auf eben jene Stelle Eures Motives. Beim Verschieben der Kamera wird es Euch leichter fallen, den anvisierten Punkt an der gleichen Stelle zu halten, weil er ja im aktiven Fokusfeld liegt. Habt Ihr jetzt noch zusätzlich die Spotmessung aktiviert, liefert die Kamera während der gesamten Aufnahmezeit auch 100 Prozentig valide Belichtungsinformationen. Dies ist immer dann besonders wichtig, wenn der Hyperlapse bei einem Sonnenauf- oder Untergang aufgenommen wird.

Damit die Spotmessung korrekt funktionieren kann ist es wichtig, dass Ihr die Manuelle Messfeldgruppierung ausschaltet! Macht Ihr das nicht, dann wird die Spotmessung stets das mittlere Fokusfeld als Messpunkt wählen und alle anderen Bereiche des Bildes ausklammern.

Die Belichtungskorrektur

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Kommen wir nun zur Belichtungskorrektur. Den Belichtungsmesser seht Ihr bei den Nikons in der Mitte des Bildschirms, gleich unter der Verschlusszeit und der Blendenzahl. Bei mir habe ich die Belichtungswerte in 1/3 eingestellt. Diese Option findet Ihr im Menü unter b1 „Belichtungswerte“. Da ich die Belichtungswerte in 1/3 Blenden angezeigt bekomme, sind auf meiner Skala folglich zwei kleine Striche, gefolgt von einem großen zu sehen. Der große Strich stellt dann immer eine volle Blendenstufe in der Belichtung dar. Vorweg muss ich noch eine weitere Information geben, damit es bei Euch nicht zur Verwirrung bezüglich des Belichtungsmessers kommt. An meinen Kameras habe ich die Skalen für den Belichtungsmesser gespiegelt, sodass eine Überbelichtung an der Skala nach rechts, und eine Unterbelichtung nach links angezeigt wird.

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Wenn die Kamera bei Eurer Zeitraffersequenz die Belichtung nicht korrekt anzeigen sollte, könnt Ihr dies über die Belichtungskorrektur nachregeln. Die Möglichkeit zum Nachregeln findet Ihr im Schnellmenü an drittletzter Stelle. Neben der Belichtungskorrektur findet Ihr zudem noch die Blitzbelichtungskorrektur. Die beiden Symbole sehen sich sehr ähnlich, Ihr solltet also darauf aufpassen, dass Ihr diese nichtverwechselt.

Wählt also die Belichtungskorrektur an und Ihr werdet Euch in einem neuen Menü wiederfinden. Nun könnt Ihr mit dem Steuerkreuz die Belichtungsmessung ganz einfach ins Positive oder ins Negative anpassen. Die Nikon D5100 (so wie alle meiner anderen Nikon Modelle auch) lässt in beide Richtungen jeweils einen Wert von maximal 5 Blendenstufen zu.

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Verschiebt den Regler der Belichtungskorrektur in den positiven Bereich, wenn Euer Motiv zu dunkel ist und in den negativen Bereich wenn es Euch zu hell erscheint.

Für die Aufnahme Eures Zeitraffers ist es wichtig, dass Ihr Euch an der Belichtungskorrektur Orientieren könnt. Dazu muss diese natürlich Valide Daten liefern können. Bevor Ihr also mit Euren Zeitraffer beginnt, solltet Ihr eine Probeaufnahme mit Euren finalen Einstellungen, wie Ihr sie für Euren Zeitraffer verwenden wollt machen. Anhand dieser Probeaufnahme stellt Ihr nun den Belichtungsmesser Eurer Kamera so ein, dass dieser auf 0 steht, also die korrekte Belichtung anzeigt.

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Auf diese Weise könnt Ihr die Belichtung während des Zeitraffers besser nachregeln, falls sich diese im Verlauf der Sequenz verändern sollte. Beachtet dabei bitte, dass 3 Klicks an Eurem Auswahlrad (Egal ob ISO oder Belichtungszeit) jeweils eine ganze Blendenstufe ausmachen. Ich empfehle Euch eine Korrektur immer erst ab einer vollen Blende über- oder Unterbelichtung zu machen, damit sich der Aufwand während der Aufnahme, als auch in der Postproduktion in Grenzen hält.

Einstellungen im Menü

Nachdem wir nun das Schnellmenü einmal durchgegangen sind und die wichtigsten Einstellungen vorgenommen haben, kommen wir noch einmal kurz für regulären Kameramenü. Hier finden sich alle Einstellungen, die an der Kamera vorgenommen werden können. Keine Angst, für die Zeitraffer Fotografie müssen hier nur wenige Einstellungen getätigt werden.

ISO Automatik

Die ISO Automatik findet Ihr unter den Aufnahmeeinstellungen (zweiter Reiter). Diese sind durch ein kleines Kamerasymbol gekennzeichnet. Hier scrollt Ihr nun so lange nach untern bis Ihr den Punkt „ISO-Empfindlichkeits-Einst.“ erreicht. Da ich diese Einstellung öfters brauche habe ich sie in meinem individuellen Menü abgelegt. Die Frage ob Ihr die ISO-Automatik braucht oder nicht, haben wir ja bereits weiter oben geklärt. Ich möchte nun noch einmal kurz erläutern, welche Einstellungen ich hier vornehme wenn ich sie brauche.

Die maximale ISO habe ich auf 6400 eingestellt. Bei den folgenden Kameras gab es dabei keine Probleme und das Rauschen, falls es das übermäßig gab, ließ sich gut in der Postproduktion entfernen:

  • D5100/7000
  • D5200/D7100

Für die D90 und die D3100 musste ich entsprechend niedrigere Werte wählen, da gerade D90 und D300 etwas stärker rauschen und die D3100 bei höherer ISO sehr Kontrastarm wird. Letztendlich werdet Ihr aber selber sehr genau wissen welche ISO Leistung Eure Kamera hat.

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Die längste Belichtungszeit habe ich bei der ISO Automatik ausgereizt, diese beträgt bei allen (meiner) Kameras maximal eine Sekunde. Das ist zwar nicht immer Ideal, aber auch kein allzu schlechter Kompromiss. Wenn Ihr mit hohen ISO zahlen arbeiten müsst, empfehle ich Euch die Rauschunterdrückung bei ISO+ abzuschalten. Die Bildqualität verringert sich zwar etwas, aber die Kamera wird die Bilder sehr viel schneller wegspeichern können. Das dadurch entstandene Bildrauschen könnt Ihr dann in der Postproduktion noch recht gut entfernen.

Die ISO Automatik benutze ich natürlich auch abseits der Zeitrafferfotografie, besonders dann wenn es schnellgehen muss und ich nicht die Zeit habe neben Bildgestaltung, Fokus, Blende und Belichtungszeit auch noch auf die ISO zu achten. Solche Situationen sind bei mir vor allem

  • Tierfotografie
  • Reportagen (Hochzeiten, Events)
  • Sportfotografie

In solchen Situationen ist es absolut Normal die ISO Automatik zu verwenden, um mehr verwertbare Bilder zu bekommen. Also scheut Euch nicht diese auch Einzusetzen wenn Ihr in eine solche Situation kommt.

Spiegelvorauslösung

Die Spiegelvorauslösung ist ab den mittleren Modellen von Nikon (D5x00) verfügbar und wird vor allem im Zusammenhang mit einem Stativ gerne genutzt. Normalerweise wird ja beim Auslösen der Kamera der Spiegel hochgeklappt und während der Verschluss sich zeitgleich öffnet. Auf einem Stativ und vor allem bei längeren Belichtungszeiten kann dies die Gefahr erhöhen, dass durch die Vibrationen des sich schnell bewegenden Spiegels Unschärfen im Bild entstehen. Genau dem soll die Spiegelvorauslösung entgegenwirken. Ist die Spiegelvorauslösung aktiviert, klappt der Spiegel wie gewohnt hoch, der Verschluss öffnet sich aber erst einige Zeit später, wenn keine Unschärfen mehr durch die Vibration des Spiegels zu befürchten sind.

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Wann immer Ihr Eure Kamera auf einem Stativ montiert und etwas längere Belichtungszeiten verwendet solltet Ihr generell die Spiegelvorauslösung aktivieren, denn der Unterschied in den Bildern kann, vor allem wenn Ihr noch einen Fernauslöser verwendet, also auch keine Gefahr besteht, dass es Verwackelungen geben kann weil Ihr die Kamera anfasst, enorm sein. Für die Zeitrafferfotografie empfehle ich die Spiegelvorauslösung ohne Vorbehalt, denn die kurze Zeit die diese braucht kann ich locker verschmerzen.

Der interne Intervallmodus

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Zum Abschluss der Kameraeinstellungen möchte ich Euch noch die Verwendung des internen Intervalometers zeigen. Diesen findet Ihr im Kameramenü unter dem Punkt „Aufnahme“. Es die letzte Option in diesem Menü („Intervallaufnahme“. Da ich die D5100 ausschließlich für die Zeitrafferfotografie verwende und ich den internen Intervalometer von Zeit zu Zeit benötige, habe ich ihn zu meinem Individualmenü hinzugefügt.

Wenn Ihr die Option nun öffnet, gelangt Ihr zu den Einstellungen der Startzeit. Ihr könnt den Intervalometer entweder sofort starten, oder ihn auf eine bestimmte Uhrzeit programmieren. (Wenn Ihr den Intervalometer auf eine Uhrzeit programmiert, dann geht bitte sicher dass die Uhr an Eurer Kamera auch korrekt eingestellt ist. Außerdem ist es natürlich ratsam, die Kamera nach der Programmierung an der vorgesehenen Stelle eingeschaltet zu lassen.) habt Ihr Euch für eine der beiden Optionen entschieden, müsst Ihr anschließend den Aufnahmeintervall einstellen. Dies könnt Ihr in Stunden, Minuten und Sekunden tun.

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Zum Abschluss müsst Ihr nur noch entscheiden wie viele Bilder die Kamera aufzeichnen soll. Ihr könnt zwischen 1 und 999 Bilder auswählen. Je nachdem wie hoch Eure Bildwiederholrate (Framerate/Fps) in Eurem fertigen Video werden soll, eignen sich folgende Bildmengen:

  • Bildwiederholrate von 24 Bildern: Für ein Video von 10 Sekunden braucht Ihr 240 Bilder (10 Sekunden ist die Mindestlänge, für die Ihr Kalkulieren müsst).
  • Bildwiederholrate von 30 Bildern: Für ein Video von 10 Sekunden braucht Ihr 300 Bilder (10 Sekunden ist die Mindestlänge, für die Ihr Kalkulieren müsst).
  • Bildwiederholrate von 60 Bildern: Für ein Video von 10 Sekunden braucht Ihr 600 Bilder (10 Sekunden ist die Mindestlänge, für die Ihr Kalkulieren müsst).

Von Euren 10 Sekündigen Videosequenzen müsst Ihr dann noch gut 2 Sekunden für die Übergänge zwischen den Szenen abziehen. Somit bleiben nur noch 8 Sekunden reines Videomaterial übrig. Ich kann daher nur Empfehlen mindestens genug Bilder für jeweils 15 Sekunden Videomaterial aufzunehmen! Kalkuliert Ihr für diese 15 Sekunden, sieht die Auflistung folgendermaßen aus:

  • Bildwiederholrate von 24 Bildern: Für ein Video von 15 Sekunden braucht Ihr 360 Bilder.
  • Bildwiederholrate von 30 Bildern: Für ein Video von 15 Sekunden braucht Ihr 450 Bilder.
  • Bildwiederholrate von 60 Bildern: Für ein Video von 15 Sekunden braucht Ihr 900 Bilder.

Erst ab einer Bildwiederholrate von 24 Bildern die Sekunde nimmt das menschliche Auge das Video als flüssig war. Höhere Bildwiederholraten sind vor allem dann Sinnvoll wenn man im Video das Geschehene wieder etwas verlangsamen, bzw. Zeitlupen einbauen will.

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Weitere Einstellungen

Um das Kapitel der Kameraeinstellungen abzuschließen möchte ich mich zum Schluss nur noch dem Autofokus annehmen. Diesen solltet Ihr bei Eurer Zeitraffer Sequenz natürlich ausschalten. Da Euer Motiv in den meisten Statisch sein wird, macht es wenig Sinn wenn die Kamera bei jedem Bild erneut fokussieren muss. Außerdem werdet Ihr dann das Problem haben, dass der Fokus von Bild zu Bild unterschiedlich sein wird, beispielsweise weil ein Vogel durch das Bild geflogen ist oder ein Mensch direkt vor dem Motiv vorbeiging. Diese unterschiedlichen Schärfeebenen in den Bildern würden den fertig gerenderten Zeitrafferfilm unwiederbringlich ruinieren.

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Damit das nicht passiert, schalten wir den Autofokus vor dem Beginn der Sequenz aus. Bei den kleinen Nikons muss der Autofokus über den Schalter am Objektiv ausgeschaltet werden und bei den großen Nikons über den Wahlschalter an der Vorderseite der Kamera.

Ich mache es immer so, dass ich mir zum Fokussieren meiner Szene immer den Liveview zur Hilfe nehme. Gerade an der 5×00 Serie von Nikon ist der Liveview durch das Klappbare Display mehr als praktisch. Habt Ihr in den Liveview umgeschaltet, könnt Ihr nun mit den + und – Tasten Eurer Kamera in das Bild hinein- und herauszoomen. Zoom Ihr in das Bild hinein, könnt Ihr mit dem Steuerkreuz der Kamera durch das Bild fahren.

Auf diese Weise könnt Ihr Euch exakt zu dem Punkt navigieren, den Ihr für Eure Szene scharfstellen wollt. Und durch die praktische Zoom Funktion könnt Ihr Euer Motiv auch sehr präzise scharfstellen.

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Mit dem Scharfstellen auf Euer Motiv enden auch die Vorbereitungen, die Ihr direkt an der Kamera treffen müsst. Jetzt könnt Ihr Euren Intervallauslöser aktivieren und mit der Aufnahme Eures Zeitraffers beginnen.

Welcher Intervall?

Wenn Ihr Euch noch nicht sicher seid, welcher Intervall zu welchem Motiv gehört, dann kann ich Euch an dieser Stelle noch einmal mit einer kleinen Übersicht helfen. Im Zweifelsfall rate ich Euch den Intervall lieber etwas kürzer zu wählen und mehr aufnehmen zu machen, denn in der Nachbearbeitung ist es wesentlich einfacher eine Sequenz zu beschleunigen als zu verlangsamen. Das nachträgliche Verlangsamen einer Sequenz in der Nachbearbeitung wird zu einem ruckeligen Bildablauf führen, der auch für den Betrachter unangenehm wirkt.

Die Ausnahme ist allerdings wenn Ihr mit einer Bildwiederholfrequenz von 60 Bildern die Sekunde arbeitet. Würdet Ihr so eine Sequenz jetzt mit der halben Geschwindigkeit abspielen, hättet Ihr immer noch eine Bildwiederholfrequenz von 30 Bildern die Sekunde. Da wie ich vorhin schon erläutert habe, die minimale Bildwiederholfrequenz für einen flüssigen Ablauf 24 Bilder die Sekunde betragen muss, kann das Video in diesem Fall trotzdem noch flüssig abgespielt werden. Nehmt Ihr mit Bildwiederholfrequenzen von 24, oder 30 Bildern die Sekunde auf, ist dies leider nicht mehr möglich, da bei einer halbierten Geschwindigkeit die minimale Bildwiederholfrequenz von 24 Bildern die Sekunde immer unterschritten wird.

Um also absolut auf Nummer sicher zu gehen, müsstet Ihr für jede Eurer Sequenzen 600 Bilder aufnehmen. Und dann hättet Ihr nur 10 Sekunden Videomaterial zur Verfügung (minus 2 Sekunden für eventuelle Überblendungen).

Nichtsdestoweniger wollte ich ja eine kleine Übersicht meiner empfohlenen Intervalle geben:

  • 1-2 Sekunden: Sehr schnelle Objekte wie Fahrzeuge, oder Passanten auf einen belebten Platz (achtet darauf, dass die Kamera die Bilder auch schnell genug speichern kann).
  • 3-5 Sekunden: Schnelle Objekte bzw. Ereignisse wie Sonnenaufgang/Untergang, schnell ziehende Wolken.
  • 6-8 Sekunden: Langsame Objekte wie Schiffe aus weiter Entfernung, langsame Wolken.
  • 8-oo Sekunden: Sehr langsame Objekte bzw. Ereignisse wie Ebbe und Flut, wandernde Schatten oder die Erdrotation im nächtlichen Sternenhimmel.

Bitte bedenkt, dass diese Szenarien und Intervalle nur Vorschläge von mir sind. Im Endeffekt ist es immer besser eigene Erfahrungen zu machen, aber mit dieser kleinen Starthilfe werdet Ihr nicht so viel Ausschuss produzieren (glaubt mir ich weiß wovon ich rede).

Gut, damit ist dieser Teil der Zeitraffer Serie beendet. Ihr wisst nun nicht nur welches Equipment Ihr für die Erstellung einer Zeitraffersequenz braucht, sondern auch wie man dieses Equipment einsetzt. Außerdem wisst Ihr nun die passenden Einstellungen an Euren Kameras und könnt so einige Stolpersteine, über die Ich im Laufe der Zeit gestolpert bin vermeiden. Damit könnt Ihr erst einmal losziehen und einige tolle Sequenzen aufnehmen.

Im nächsten Teil dreht sich dann alles um die Nachbearbeitung in der Postproduktion. Ich werde das Arbeiten mit LRTimelapse, Lightroom und Sony Vegas einmal näher erklären und auch Beispielsequenzen bearbeiten. Dazu ist auch ein Video geplant, welches ich heute auch abgedreht, aber noch nicht produziert habe. Bitte seid mir nicht böse, wenn es bis zum nächsten Teil der Reihe etwas dauert.

Ich wünsche Euch viel Spass und bis zum nächsten Mal.

Euer Mario

Hier geht es zum nächsten Teil!

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