Thüringen Rally

th_Rally_0060

Am 14. und 16. Mai fand ja die diesjährige Thüringen Rally statt. Naja, wenn ich ehrlich sein soll, wusste ich davon selber noch nichts. Erst am Freitagabend, also dem 15. habe ich durch Zufall davon erfahren. Da die Rally nur noch am nächsten Tag stattfinden sollte, fiel mir die Entscheidung hinzufahren auch entsprechend leicht.

Also studierte ich am Abend noch die Startzeiten für die Wertungsprüfungen, sowie die Streckenverläufe ein und machte meine Ausrüstung bereit. Da es bei so einer Rally sehr rau zu gehen kann, entschied ich für die D7000, denn diese ist gegen Staub und Wasser abgedichtet. Als Objektive nahm ich das Tamron 70-300 und 10-24 mm mit. Die beiden sollten eigentlich für alles reichen.

th_Rally_0006

Da die ersten Wertungsprüfungen schon um 8 Uhr losgingen, machte auch ich mich kurz nach 8 Uhr und noch etwas müde auf dem Weg. So früh am Morgen war es noch etwas kalt, sodass ich auf dem Motorrad durch die Kälte schnell munter wurde. Für das Motorrad entschied ich mich übrigens, weil ich damit weniger Parkplatz Probleme zu befürchten habe. Die Karre kann ich ja schließlich irgendwo abstellen.

Nur drei Stunden und 180 Kilometer später war ich auch schon da. Stelzendorf hieß der erste Ort meiner Route. Hier fand von 08:00 bis 13:00 die WP 3 statt. Diese Location war aber leider Gottes nicht gerade die beste. Ich stand mitten auf einem Roggenfeld, welches mir noch ganz nebenbei schön die Sicht versperrt hat, weil es bereits so hoch war. Also probierte ich einige unterschiedliche Positionen aus und habe dann doch noch eine recht passable Stelle gefunden.

th_Rally_0014

Dummerweise gingen mir gerade an dieser Stelle zwei Dorf-Proleten-Hobby Rennfahrer mit Ihrem Geschwafel dermaßen auf die Nerven, das ich mich kaum noch auf das Fotografieren konzentrieren konnte. Aber auch das ging zum Glück schnell vorbei.

Auf einmal kam nämlich gar kein Rally Wagen mehr vorbei gebraust, obwohl die Wertungsprüfung noch lief. Die meisten Zuschauer gingen nun, aber ich zögerte noch und erkundigte mich beim Streckenposten was da wohl los war. Als auch das kein Ergebnis hervorgebracht hat, wollte ich schon gehen, da kam auf einmal die Information herein. Einen Unfall hat es gegeben, weshalb die Strecke nun vorläufig gesperrt ist.

th_Rally_0041

Durch das blöde Roggenfeld konnte ich den Unfall natürlich nicht sehen. Aber da ich nun neben den Streckenposten der einzige Mensch war, fragte ich einfach:

  • Ich: „Jetzt kommt doch keiner mehr oder?“
  • Streckenposten: „Nein, jedenfalls solange der Unfall noch nicht geklärt ist.“
  • Ich: „Dann kann ich ja auch über die Absperrung oder?“
  • Streckenposten: „Theoretisch spricht nichts dagegen.“

th_Rally_0044

Und das war es dann auch. Hinter der Absperrung auf der Rennstrecke konnte ich den Unfall dann auch etwas besser erkennen. Aber selbst für das 300 mm war es etwas zu weit weg.

Das war dann auch die erste Wertungsprüfung. Es war kurz nach 13:00 Uhr, strahlender Sonnenschein und langsam wurde es auch heiß. Zwei Stunden hatte ich nun Zeit, bevor die nächste Wertungsprüfung in Weira beginnen sollte. Genug Zeit also um sich etwas auszuruhen und essen zu gehen.

th_Rally_0072

Zumindest dachte ich mir das so, denn etwas Essbares zu finden war in dieser Ortschaft gar nicht mal so leicht. Denn der Tatsache zum Trotz, dass ein Event stattfindet, welches hunderte von Gästen anlockt hatten sämtliche (!!!) Restaurants, Kneipen und sogar Imbisse geschlossen. Nach meiner verzweifelten Suche fragte ich mich da wirklich wo ich hier gelandet war! Zum Schluss fuhr ich dann einfach zum nächsten Supermarkt und kaufte mir beim Bäcker etwas. Ging zur Not auch (über ein Schnitzel hätte ich mich natürlich mehr gefreut).

Nach dem Imbiss ging es dann zur nächsten Station. Weira hieß der Ort, zumindest dachte ich dass es einer wäre. Als ich dort ankam, fand ich nur ein verlassendes Gewerbegebiet vor. Einige Dinge ließen zwar auf die Rally schließen, aber dort war einfach nichts. Zum Glück hatte ich sämtliche Streckenverläufe im OneNote gespeichert, sodass ich schnell zum nächsten Ort der Veranstaltung fahren konnte.

th_Rally_0075

Knau hieß der Ort und keine zwanzig Minuten später war ich auch schon da. Und viele andere Schaulustige waren ebenfalls schon da, aber zum Glück konnte ich, auch wenn ich einmal von einen Streckenposten vertrieben worden war, einen guten Platz finden.

Der Platz war zum Glück wesentlich besser als beim ersten Durchgang, denn hier hatte ich sogar mehrere Perspektiven, die ich aufnehmen konnte. Nach ca. einer Stunde erspähte ich dann sogar einen noch besseren Platz. Etwas abseits, wo keine Streckenposten mehr waren, konnte man direkt die Leitplanke an der Rennstrecke erreichen. Man musste nur von unten auf einen kleinen Vorsprung klettern. Gesagt, getan!

th_Rally_0103

 

Nach der kleinen Kletterpartie stand ich an besagter Stelle und die Rally Wagen fuhren nun keine 2 Meter an mir vorbei, was wirklich beeindruckend war.

Das war die perfekte Gelegenheit das „Mitziehen“ zu üben. Kurz zur Erläuterung: Beim Mitziehen versucht man mit relativ langen Belichtungszeiten ein sich bewegendes Motiv scharf abzubilden, während der Hintergrund durch die Bewegung verschwimmt. Wenn es funktioniert entsteht ein sehr dynamisches Bild welches die Geschwindigkeit vermitteln soll.

th_Rally_0100

Die Kunst besteht darin, das sich bewegende Objekt auch wirklich scharf abzubilden. Wenn die Rally Wagen also an mir vorbeifahren, drehe ich mich also mit Ihnen mit und versuche den Fokus auf das Auto zu behalten. Das schwierige daran ist sich in derselben Geschwindigkeit mitzudrehen, wie das Auto an mir vorbeifährt, sodass es immer im selben Fokuspunkt bleibt.

Dieses Spiel habe ich sowohl von weiter weg mit meinem 70-300er, als auch von nahen mit dem 10-24mm probiert. Gerade im Nahbereich waren die Aufnahmen sehr schwierig. Dort war von 30 Bildern ein akzeptables dabei. Von weiter weg war meine Treffergenauigkeit schon bei einem von acht Bildern. Die hohe Seriengeschwindigkeit der D7000 (6 Bilder die Sekunde) hat mir hier wirklich geholfen.

th_Rally_0067

Bei den Belichtungswerten musste ich mich aber auch herantasten. Ich habe bei 1/100 angefangen und mich dann bis auf 1/40 heruntergearbeitet. Die Ergebnisse seht Ihr ja hier im Artikel und in den Bildern der Galerie.

Lange konnte ich das Mitziehen aber nicht üben, denn das Wetter verschlechterte sich zusehends. Und dabei bestand meine Wetterapp doch felsenfest darauf, dass die Regenwahrscheinlichkeit 0 % beträgt. Naja egal, aufregen nützt ja eh nichts, jetzt musste ich die Zelte abbrechen. Also Equipment wieder eingepackt, den Regenschutz über den Rucksack gezogen und auf zum Motorrad.

th_Rally_0095

Aber nach weniger Minuten fahrt musste ich bereits abbrechen, weil der Regen schon zu stark geworden ist. Und kalt war es mittlerweile auch geworden. Die Kälte hat sich durch die nassen Klamotten auch noch schön verstärkt! Ich musste mir also in einer Bushaltestelle erst einmal Unterschlupf suchen. Die Tatsache, dass ich für den Heimweg noch drei Stunden Fahrtzeit hatte ermunterte mich nicht gerade. 🙁

Und so musste ich warten bis der Regen zumindest ein wenig nachlässt. Die größten Sorgen habe ich mir in der Zeit um mein Kameraequipment gemacht. Es wäre wirklich zu schade, wenn es die Fahrt nicht überlebt hätte! Irgendwann ließ der Regen dann doch noch nach, sodass ich mich wieder auf den Weg machen konnte. Mittlerweile war es schon in der Dämmerung und Regenschauer überraschten mich immer wieder.

th_Rally_0097

Aber eine weitere Pause, außer zum Tanken machte ich nicht, denn jetzt wo die Sonne sich langsam verabschiedet kommt die Kälte. Oh Gott, was habe ich auf der Heimfahrt gefroren.

Als ich zu Hause ankam betrachtete ich meine roten Hände und dachte es wäre die Kälte. Am nächsten Tag jedoch stellte sich heraus, dass es ein Sonnenbrand war. Wettermäßig habe ich also alle extreme erlebt. Erst strahlender Sonnenschein und fast 30 Grad, dann Regen und Kälte. Vom Regen in der Traufe sozusagen.

Gelohnt haben sich die Strapazen aber trotzdem allemal. Mir hat das Event spass gemacht, ich war froh, dass ich nach all den Wochen, die ich zu Hause eingesperrt war wieder nach draußen konnte. Und schöne Bilder sind auch noch herausgesprungen. Na wenn das die Strapazen nicht wert war!

th_Rally_0030

Zum Abschluss findet Ihr noch ein Video der Veranstaltung. Ich habe Schnipsel weise das Vorbeifahren der Rally Wagen aufgenommen. Leider gibt es nur zwei Perspektiven, da ich mich dann doch eher für das Fotografieren entschieden habe. Die Aufnahmeschnipsel will ich Euch aber natürlich nicht vorenthalten. Viel Spass damit!

Das war also mein Ausflug zur Thüringen Rally. Weiter unten seht Ihr in der Galerie sämtliche Bilder meines Ausfluges, auch die, die nicht im Artikel sind. Wie immer habe ich sie etwas heruntergerechnet um Platz zu sparen. Wenn Ihr die Galerie nicht sehr, müsst ihr die Artikelüberschrift anklicken, dann sollte es gehen.

 

Ich freue mich schon auf die nächste Tour! Bis dahin

 

Euer Mario

Related posts:

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.