Nicht Nordsee, Weißensee!

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Gerade bin ich wieder von meinem Nordsee Urlaub zurück, aber schreiben muss ich erst einmal über eine vorherige Tour!

Ende Mail habe ich einen schönen Tagestrip nach Weißensee gemacht. Dort fand nämlich ein Mittelalterspektakel statt, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen sollte. Die Tour und meine wirren Wege durch das Gelände habe ich dabei auch noch aufgezeichnet.

Der Weg nach Weißensee dauerte etwa eine halbe Stunde, was nicht allzu viel war. Der Ort liegt quasi in der Nachbarschaft und ich bin noch nie in meinen Leben dorthin gelangt. Noch schlimmer, ich habe noch nie etwas von Weißensee überhaupt gehört! Und das, obwohl dort wohl ganz gutes Bier gebraut werden soll.

Das Bier konnte ich aber leider nicht testen, weil ich ja mit dem Motorrad unterwegs war. Pünktlich um 13:00 Uhr, also genau zum ersten von zwei Ritterturnieren kam ich an der Burg an.

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Panorama bestehend aus 10 Bilder (mit dem 10-24er aufgenommen)

Und die Veranstalter schienen alles richtig gemacht zu haben, denn in den kleinen Örtchen war jede Menge Volk unterwegs und die Schlange zur Burg konnte sich wirklich sehen lassen. So dauerte es eine Weile und bis ich die Burg betreten konnte war die erste Vorstellung der Ritter bereits in vollem Gang.

Da ich etwas spät dran war, war mein Platz auch nicht gerade optimal um Bilder zu schießen. Da ich mir gut vorstellen konnte, dass ich beim zweiten Turnier in dieselbe Situation geraten konnte, musste ich dem Vorbeugen. Also sprach ich einfach mal die Ritter und Schausteller an und fragte, ob ich mich während der zweiten Vorstellung an einen etwas geeigneteren Platz stellen konnte. Als Gegenleistung bot ich die Bilder an und gab dafür noch meine letzte Visitenkarte ab.

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Leider hatte ich nichts zu schreiben dabei und so konnte ich mir die Daten der Schausteller nicht notieren. Das fand ich etwas schade, denn ich stehe natürlich zu meinem Wort und hätte die Bilder gerne weiter gegeben, aber daraus ist dann, zumindest bis jetzt nichts mehr geworden.

Bis zur zweiten Vorstellung war nun noch ein wenig Zeit, die ich damit verbrachte ein wenig zwischen den Ständen umher zu laufen. Angeboten wurde allerlei, vom Lederschmuck über die verschiedensten Getränke, bis zu den ganzen Handwerkszünften, wie Schmied, Weber, Schreiner usw., die hier Ihre Waren feilboten.

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Gekauft habe ich mir in den ganzen Trubel dann einige schöne Teesorten von der Kräuterhändlerin und eine Flasche Met aus der Schänke. Die Zeit verging wie im Flug, es waren nun schon ein paar Stunden vergangen und das zweite Ritterturnier rückte näher.

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Also begab ich mich wieder zurück zum Turnierplatz und ging zu meinen VIP Platz direkt in vorderster Front bei den Burgherren. Hier konnte mir dann nichts mehr die Sicht versperren. Kurz vor der Show gesellte sich noch ein Kamerateam, welches im Auftrag des Landes eine Dokumentation drehen sollte zu mir. Während wir unser Equipment aufbauten war dies noch eine gute Möglichkeit über das Equipment und die Videofähigkeiten von DSLR und DSLM zu fachsimpeln, denn schließlich wollte ich auch ein paar kurze Videosequenzen drehen.

Dann ging es endlich los. Den Streit von zwei Adelsleuten sollten die Ritter in einem Turnier die Entscheidung bringen. Die Rollen von Gut und Böse waren dabei klar verteilt. Auch die Charaktere der Ritter waren gut gewählt. Der Lokalmatador aus Weißensee kam betrunken rückwärts reitend auf dem Platz. Das passte ja, denn schließlich wird hier auch Bier gebraut.

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Am besten fand ich aber den „Engländer“, einen der bösen Ritter. Dieser machte einfach so herrlich politisch unkorrekte Witze. Als die Show begann, redete er zum Beispiel in einem super lustigen britischen Akzent „Wir müssen uns beeilen, der Tea…!“ (es war gerade 16:00 Uhr). An einer anderen Stelle im Turnier entschuldigte er sein schlechtes Abschneiden damit, dass sein Pferd nur Linksverkehr gewohnt ist. Ich musste wirklich mehr als einmal lachen.

Auch habe ich schon viele Mittelalterfeste erlebt, bei denen die Rittershow nur mäßig war. Hier war das anders, denn es fand auch tatsächlich ein Lanzenturnier statt. Das heißt, dass sich die Ritter jeweils auf Ihren Pferden in vollem Ritt mit Lanzen duelliert haben und sich dabei natürlich auch zu Fall gebracht haben. Das sieht man bei solchen Veranstaltungen dann doch eher selten.

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Nach der zweiten Show gab es dann an diesem Tag nur noch einen Termin, den ich nicht verpassen wollte. Um 21:00 fand noch einmal mit den Rittern eine so genannte Feuershow statt. An Ende der Show am Nachmittag sind die Ritter ja bereits mit Ihren Pferden über ein Feuer geritten und so fragte ich mich, was die Feuer Show wohl noch alles draufsetzen wird.

Aber bis dahin waren es ja noch einige Stunden. Ich zog also noch einmal durch das Burggelände, machte ein paar Panoramas mit meinem 10-24er, klapperte noch einmal den Marktplatz ab und unterhielt mich ein wenig mit den Schaustellen, die ich nun schon ein wenig besser kannte. Von Ihnen erhielt ich auch Tipps zu den nächsten Veranstaltungen in der Nähe.

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Bis zur Feuershow verbrachte ich dann den Rest des Tages damit mich vor einer der Bühnen zu setzen, die Musiker zu lauschen und das bunte Treiben zu beobachten. Davon habe ich auch eine kleine Sequenz aufgenommen, die Ihr Euch gerne anschauen könnt.

Noch eine halbe Stunde bevor die Feuershow anfing war ich dann wieder auf meinem VIP Platz und baute meine Ausrüstung auf. Die Dämmerung hatte nun bereits und ich merkte bereits, dass nur noch wenig Licht vorhanden war. Zum Glück hatte ich die Feuershow extra mein 50mm f1.8 dabei. Und weil ich so nah an der Action stand, war die Brennweite manchmal schon etwas zu viel des Guten (auf KB ca. 85mm). Aus Platzgründen konnte ich weder mein 35er 1.8 noch mein 17-55 2.8 mitnehmen.

Die letzte Show hielt dann auch was sie in der Ankündigung versprach. Die Reiter zeigten Allerlei Tricks mit dem Element, wirbelten auf Ihren Pferden brennende Lanzen, Schwerter und Morgensterne herum und entzündeten mit Ihren Waffen auch noch das ein- oder andere explosive Gemisch, welches auf dem Platz platziert wurde.

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Sogar mit brennenden Lanzen stürmten Sie wieder aufeinander zu und versuchten sich vom Pferde zu stoßen.

Und trotz des lichtstarken Objektives schnellten die ISO Werte der D7000 mit jeder Minute immer weiter in die Höhe. Eigentlich wollte ich von der Feuershow noch ein paar Filmsequenzen anfertigen, aber die D7000 wollte die Videos nur auf der ersten Speicherkarte aufzeichnen. Und ja, natürlich waren zwei SD-Karten eingelegt…

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Das war also der Ritterspektakel in Weißensee. Zum Abschluss plauderte ich noch ein wenig mit den Schaustellern, bevor ich mich dann endgültig wieder auf den Heimweg machte. Total fix und fertig kam ich dann zu Hause an und ging gleich ins Bett!

Zum Abschluss zeige ich Euch noch das Videomaterial, welches ich bei den Turnieren aufgenommen habe. Ich möchte ja neben der Fotografie gerne noch ein wenig in Richtung Film gehen und mache hier gerade meine ersten Schritte. Viel Spass damit 🙂

Und natürlich findet Ihr in der Galerie unter dem Artikel sämtliche Bilder die ich an dem Tag gemacht habe. Die Bilder sind wie immer etwas heruntergerechnet und die Galerie findet Ihr, indem Ihr den Artikel separat öffnet.

Die nächsten Reiseberichte, die Ihr bei mir lesen werdet finden dann in der Nordsee statt!

Bis dahin

Euer Mario

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