Raue Nordsee 2015 Teil 1

 

little_Planet_1

Nun ist es also endlich wieder soweit! Nach reichlicher Überlegung, in welchen Teil der Welt unser diesjähriger Urlaub hingehen soll, fiel die Entscheidung zu Gunsten der Nordsee aus.

Mittlerweile zum zweiten Mal in Folge, also Glückwunsch Nordsee! Diesmal haben wir unseren Trip in zwei Hälften aufgeteilt. Da unser Besuch auf Helgoland letztes Jahr mit 4 Stunden nur sehr kurz, die Insel aber sehr faszinierend war, wollten wir in diesem Jahr etwas mehr Zeit hier verbringen. Zu sehen gibt es ja schließlich genug auf Helgoland oder?

Nordsee_15_T1_04

Nun ja, gesagt getan, dieses Jahr verbringen wir 4 Tage auf der Insel. Die restlichen Tage des Urlaubs verbringen wir dann an der Küste des Festlandes.

 

Die Entscheidung, die ersten Tage der Reise auf Helgoland zu verbringen war auch mit einigen Strapazen verbunden. Denn das Schiff zur Insel legt bereits um 09:15 Uhr vom Hafen ab und wir müssen natürlich rechtzeitig da sein. Dummerweise sind es auch knapp 400 Km bis zum Hafen. Also ist wohl oder übel frühes Aufstehen angesagt. Naja, entweder frühes Aufstehen oder gar nicht erst hinlegen. In diesem Fall ist beides möglich. Unsere Route von Thüringen bis zur Hochseeinsel habe ich natürlich getrackt:

Das ist der Track von Thüringen zur Küste. Danach habe ich auch noch einmal die Überfahrt nach Helgoland aufgezeichnet:

Lustig ist, dass man auf dem Track von Helgoland schön sehen kann, wie wir auf der Suche nach unseren Ferienhaus durch die Gegend irrten.

Dieses Jahr habe ich mir generell vorgenommen alle unsere Bewegungen via GPS zu tracken. Warum ich das machen möchte? Naja, damit sowohl Ihr als auch Ich im Nachhinein meine wirren Wegen durch das Gebiet betrachten kann. Und natürlich möchte ich die GPS Daten gleich mit meinen Bildern kombinieren, damit ich im Lightroom später genauestens die Orte, an denen die Bilder aufgenommen wurden zuordnen kann. Aber weiter im Text!

Nordsee_15_T1_12

Ich habe mich schließlich für die letzte Variante entschieden, garniert mit einer Prise extra wenig schlaf. Am Vorabend der Fahrt stand nämlich erst einmal das Championsleage finale auf dem Programm. Das wollte schließlich gesehen werden.

Nur wenige Stunden nach dem Sieg von Barcelona, ungefähr so gegen 3:20 Uhr musste ich dann wieder aufstehen. Aufstehen, Gepäck zum Auto schleifen, sich selbst zum Auto schleifen und los geht es an die Nordsee!

Nordsee_15_T1_13

Und als Besonderheit hatte ich dieses Jahr das Vergnügen nicht selber fahren zu müssen. Also konnte ich mich entspannt (natürlich erst nachdem ich die Augen noch ein wenig ausgeruht hatte) mit der D5200 und dem Tamron 10-24 auf dem Beifahrerplatz setzen und ein paar Bilder von der Fahrt machen.

An interessante Orte sind wir während der Fahrt kaum vorbeigekommen (abgesehen vom Nord/Ostseekanal und den Landungsbrücken), was mich etwas enttäuschte. Das war im letzten Jahr nämlich ganz anders. Damals fuhren wir von Berlin aus an die Nordsee und musste unter anderem auch mitten durch Hamburg durch. Und da ich damals gefahren bin, konnte ich natürlich keine Aufnahmen machen.

Dieses Jahr bin ich nicht gefahren und hatte mich deshalb auch schon total darauf gefreut während der Fahrt durch Hamburg einige Bilder zu schießen und dann fahren wir noch nicht einmal durch Hamburg, sondern nur drum herum! Das fand ich jetzt nicht so toll.

Der Touristenhafen auf Helgoland

Der Touristenhafen auf Helgoland

Wie dem auch sei, schon während der Fahrt war das Wetter einfach fantastisch und das sollte sich während des gesamten Tages über auch nicht mehr ändern. Eine Stunde zu früh trafen wir in Büsum ein, luden noch bequem das Auto aus und schulterten unser Gepäck für die Insel.

Die Überfahrt dauerte ein wenig, also saß ich erst draußen um das Wetter ein wenig zu genießen und verkrümelte mich dann schnell unter Deck, als ich langsam zu frieren begann. Auf offener See ist es dann doch etwas kühler. Unter Deck konnte ich mich auch ein wenig aufs Ohr legen und ein wenig Schlaf nachzuholen.

Nordsee_15_T1_17

 

Die See war recht aufgewühlt und schaukelte das Schiff zeitweise ordentlich hin und her. Ideal, um mich in den Schlaf zu wiegen. Als es dann aber ein wenig heftiger wurde, hat mich die See, die mich eben noch in den Schlaf wog, dann doch wieder aufgeweckt.

Ich stand wieder auf und spähte hinaus, ob ich die Insel schon erblicken kann, aber sie war noch nicht zu sehen. Also packte ich meinen Laptop aus und nutze die Zeit, um ein paar erste Zeilen zu schreiben. Außerdem konnte ich das Kribbeln im Bauch beim Auf- und Ab des Schiffes genießen.

Eine Schiffsdurchsage machte uns Passagiere schließlich darauf aufmerksam, dass wir die Insel bald erreichen würden. Ich blickte aus dem Fenster und tatsächlich, sie war schon zum Greifen nah.

Büsum_Teil_2_001

 

Jetzt musste ich mit meiner ganzen Fotoausrüstung nur noch das Ausschiffen überstehen und der erste Teil wäre geschafft. Ein bisschen unbeholfen schaffte ich es mit meinem Gepäck auf das Börteboot und erreichte schließlich die Insel.

Da wären wir also wieder, auf Helgoland. Nun war es erst einmal an der Zeit, etwas zu essen. Und was stand wohl auch dieses Jahr wieder auf dem Programm? Na klar, Fisch. Während Mutter ein Schollenfilet verspeiste, bestellte ich mir einen leckeren Krabbenteller.

Nordsee_15_T1_23

Wir haben Hunger Hunger Hunger…

Ansonsten sollte es am ersten Tag noch einigermaßen ruhig zugehen. Zumindest haben wir uns das so vorgenommen. Also wollten wir einmal durch die Geschäfte schlendern. Das ist ja schließlich eine ruhige Tätigkeit oder? Für mich war noch nichts Passendes dabei, aber Mutter brauchte dringend eine Jacke, da sie Ihre bei der Abreise am Kleiderhaken hängen gelassen hatte.

Die kleine Einkaufstour war, wie ich feststellen musste erschreckend schnell vorbei! Es war nun schon kurz nach 15:00 Uhr und die Tagestouristen mussten sich nun langsam auf den Rückweg begeben.

Nordsee_15_T1_50

 

In dem Moment dachte ich daran, wie kurz die Zeit als Tagestourist ist. Drei Stunden nur! ich dachte daran, was wir letztes Jahr innerhalb dieser drei Stunden alles schafften. Dazu mal ein kleiner Überblick:

  • Mit der Fähre nach Düne, um Kegelrobben zu fotografieren.
  • Mit der Fähre wieder zurück und einmal die ganze Insel entlang, um an die Steilklippen zu gelangen, um dort die Vögel zu fotografieren.
  • Den ganzen Weg wieder zurück zum Hafen und unterwegs noch Klamotten und Tee gekauft.

Diese ganzen Wege haben wir im letzten Jahr eher im Lauf Schritt zurückgelegt kann man sagen. Dieses Jahr, in dem wir weit weniger Stress haben, schafften wir es in der gleichen Zeit etwas zu essen und eine Jacke zu kaufen. Und das alles ganz entspannt. Das ist doch ein Unterschied oder?

Nordsee_15_T1_27

Und weil die Tagestouristen schon einmal so schön in Reih- und Glied standen, um sich mit den Börtebooten auf Ihre Schiffe fahren zu lassen, dachte ich mir, dass dies doch eine schöne Kulisse für einen Zeitraffer ist! Ich wollte sowieso einen Zeitraffer aufnehmen, hatte das Equipment also dabei. Dann nichts wie los. Eine Stunde dauerte das Verladen der Passagiere und das anschließende Ablegen des Schiffes.

Nun war es wesentlich Stiller auf der Insel. Außer uns waren jetzt nur noch die anderen Dauergäste (90% Rentner), sowie einige wenige Einheimische zugegen. Auch die Geschäfte machten nun zu, da die Umsatzstarken Tagestouristen ja nicht mehr da waren.

Nordsee_15_T1_48

Weiter Einkaufen gehen war also nicht mehr möglich. Nun konnten die so gut wie leeren Häuserschluchten der Einkaufsmeile fotografiert werden. Die leere Kulisse wirkte beruhigend auf uns.

Nachdem das getan war, war es wieder langsam an der Zeit etwas zu unternehmen! Im letzten Jahr als wir oben auf den Steilklippen standen, sahen wir wie unten an den Küstenwegen Menschen umherliefen. Von deren Perspektive aus mussten die Steilklippen einfach fantastisch aussehen! Da wollte ich auch unbedingt hin. Und dorthin zu kommen war auch eine ganz schöne Tortur. Denn wir wussten nach Gefühl Navigieren und die Insel erschien mir jetzt wesentlich größer als beim letzten Mal, als ich dachte bereits alles gesehen zu haben.

Nordsee_15_T1_46

Schließlich erreichten wir dann doch die gewünschte Stelle und der Blick auf die Steilklippen war wirklich fantastisch! Die Szene war perfekt für mein 10-24 mm geeignet. Dieses Objektiv nutze ich an diesen Tag fast ausschließlich.

Am Damm nutze ich dann noch die Gelegenheit bei einer Pause die Brandung zu fotografieren. Und damit dies nicht allzu langweilig ist und ich meinen Graufilter, den ich sowieso einmal in der Fotografie austesten wollte. Nun war dies die perfekte Gelegenheit dazu.

Nordsee_15_T1_39

Und eine Sache empfand ich als Fotograf sehr komisch. Im Normalfall beschwert man sich als Fotograf immer das zu wenig Licht vorhanden ist. Ich beschwerte mich an dieser Stelle darüber, dass zu viel Licht vorhanden ist! Trotz starken ND 3 Filter und Blende 20 konnte ich nur Belichtungszeiten von 15 Sekunden realisieren. So verdammt hell war es an diesem Tag!

Nach dieser ausgiebigen Wandertour die Klippen entlang, war es langsam wieder an der Zeit etwas zu essen! Meine Füße brachten mich schon fast um, denn in Sneakers kilometerweit über Stock und Stein zu laufen, war nicht gerade eine Wohltat.

Nordsee_15_T2P_07

Und auch auf dem Rückweg nutzten wir jede Gelegenheit, die Insel etwas zu erkunden. In der Natur, neben den Felsen und Steilklippen schienen überall gewaltige Stahlbetonkonstruktionen aus dem Boden zu wachsen. Diese lagen auch an vielen Stellen verstreut auf der Insel herum.

Dies sind alles noch Überreste aus dem zweiten Weltkrieg, denn die Insel wurde damals zu einem U-Boot Stützpunkt ausgebaut und die Trümmerteile liegen deshalb überall herum, weil die Briten nach den Krieg hunderte Tonnen Sprengstoff auf der Insel deponierten, um sie in die Luft zu sprengen. Das hat damals nicht so hundert prozentig geklappt, aber die Folgen sind heute noch überall zu sehen. Die gesamte Insel, vor allem das Oberland ist übersäht mit teilweise riesigen Kratern, die fast so wie Meteoritenkrater aussehen.

Nordsee_15_T1_43

Den größten, den ich sah war ca. 20 Meter tief und hatte einen Radius von mindestens 80 Metern. Nach einen langen Weg zurück, fanden wir dann doch noch ein passendes Lokal mit leckeren Fisch. Diesmal verspeiste auch ich ein Schollenfilet.

So, der Tag war nun schon fast gelaufen und das letzte was noch anstand, war den Sonnenuntergang zu fotografieren. Wir machten uns also auf den Weg an die andere Seite der Insel, um eine gute Stelle zu finden. Aber schon unterwegs merkten wir, dass es nicht mehr geht. Mutter hatte außerdem keinen Pullover dabei und begann langsam damit zu frieren.

Reste einer Bunkeranlage

Reste einer Bunkeranlage

Und auch mir taten die Füße schon so dermaßen weh, dass wir uns dazu entschlossen den Rückweg anzutreten. Als wir unsere Ferienwohnung erreichten, ging dann der Sonnenuntergang auch schon los. Leider war er von der Wohnung aus nicht zu sehen, aber wir hatten ja an dieser Stelle noch ein paar Tage Zeit.

Der erste Tag und mit ihm auch wir waren geschafft!

Wir wollten es diesem Tag ja eher ruhig angehen und sind deshalb auch nur 2,38 Km gelaufen. Aber es kamen ja noch die ganzen Strapazen der Anreise hinzu. Den Track unseres Fußmarsches zeige ich Euch zum Schluss natürlich auch noch!

Und natürlich findet Ihr in der Galerie unter dem Artikel sämtliche Bilder die ich an dem Tag gemacht habe. Die Bilder sind wie immer etwas heruntergerechnet und die Galerie findet Ihr, indem Ihr den Artikel separat öffnet.

Bis zum nächsten Teil

Euer Mario

Related posts:

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.