Raue Nordsee 2015 Teil 2

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Einen wunderschönen guten Morgen und willkommen zum zweiten Teil der Nordsee Reise. Da wir am Tag unserer Ankunft, zumindest nach meinem Empfinden bereits ziemlich aktiv waren, wollten wir die Sache am zweiten Tag dann erst mal etwas ruhiger angehen.

Im Voraus kann ich schon einmal gleich sagen, dass es mit dem ruhig angehen nicht geklappt hat. 11,52 Kilometer legten wir an diesem Tag zurück Tag. Insgesamt waren wir 12 Stunden und 30 Minuten unterwegs. Wie ich mir ursprünglich vorgenommen hatte, zeichnete ich unseren Weg durch die Landschaft auch an diesem Tag auf. Viel Spass mit dem Track.

Nach dem Aufstehen und einer entspannenden Tasse Tee, wollten wir noch einmal in die Stadt zum Einkaufen. Denn mir fehlte noch eine Jacke ohne Kapuze, bzw. mit einer abnehmbaren, die mich gegen den Wind schützen sollte. Und da wir in diesen Tagen noch viel über Stock und Stein wandern werden, brauchte ich auch noch ein Paar passende Schuhe, denn meine Sneakers waren dazu leider nicht ideal. Mutter brauchte noch einen Pullover, den Kleinkram wie Tee, Tassen und Souvenirs werden wir dann am letzten Tag kaufen.

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Die Einkaufsliste war also geschrieben und so zogen wir dann auch los. Nach einer Mehrstündigen Einkaufstour, die auch sehr entspannend war, brach langsam die Mittagsstunde an. Jetzt mussten wir uns Gedanken machen, mit was wir uns den Rest des Tages beschäftigen wollten. Zur Auswahl standen das Tierfilmen auf Düne und den Klippen von Helgoland oder einen Zeitraffer Tag.

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Da wir am Nachmittag noch bei einer Führung in den Untergrund Helgolands mitmachen wollten, entschieden wir uns für einen gemächlichen Zeitraffer Tag. Ich tauschte also die D5200 gegen die D7000 ein, da die D5200 zum Tiere filmen gedacht war und nahm noch die D5100 als Zeitrafferkamera mit.

Pünktlich um 12:00 Uhr kamen dann auch langsam die Schiffe mit den Tagestouristen. Das war doch die perfekte Szenerie für den ersten Zeitraffer. Vom Hafen aus fertigten wir ihn an. Bis zur Bunkerführung, also 16:00 Uhr fertigten wir noch weitere 6 Zeitraffersequenzen an. Das taten wir an den verschiedensten Stellen der Insel, mit den verschiedensten Motiven.

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Für die Bunkerführung haben wir uns dann noch extra etwas angezogen, denn wir konnten uns denken, dass es 18m unter der Erde nicht gerade warm ist. Die Führung dauerte etwa zwei Stunden und führte durch einen Teil der zivilen Bunkeranlage. Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs war die gesamte Insel von einem unterirdischen Netzwerk durchzogen, zu dem auch U-Boot Bunker und ähnliches gehörten. Nach dem Krieg haben die Briten dann versucht sämtliche militärischen Bunkeranlagen zu sprengen, wobei ein ganzes Stück der Insel bei einer großen Explosion abgebrochen und im Meer versunken ist.

Bei unserer gestrigen Wanderung sahen wir ja schon Stahlbeton Fragmente an vielen Stellen aus der Erde herausragen oder in der Gegend herumliegen. Das waren, oder sind alles Teile von den Unterirdischen Bunkeranlagen. Ob sie noch intakt sind weiß man nicht, denn betreten darf sie niemand.

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Die Führung war auch ganz interessant, denn die Anlage in der wir waren, wurde im Kalten Krieg aus Angst vor einer nuklearen Katastrophe zwischen den beiden Supermächten wieder eröffnet. Nur nicht mit dem Komfort zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Hatte man dort noch eine Kanalisation für die Bunkeranlage eingebaut, musste man 20 Jahre später auf ein Plumpsklo gehen. Komisch oder?

Es war auf jeden Fall eine bedrückende Atmosphäre hier unten, 18 Meter im Gestein der Insel. Als wir dann wieder die Oberfläche erreichten, waren die 15 Grad Außentemperatur im Gegensatz der feucht kalten unterirdischen Anlage schon fast eine Wohltat. Es war mittlerweile 18:30 Uhr und somit Zeit für die erste Mahlzeit des Tages (mal abgesehen von ein paar kleinen Snacks, die wir im Verlauf des Tages hatten).

 

Und natürlich fanden wir auch wieder ein beschauliches kleines Fischrestaurant, mit lokalen, leckeren frischen Meeresspezialitäten. Eine ganz besondere Spezialität jedoch wollten wir uns für den letzten Tag hier auf Helgoland aufheben. Diese besondere Spezialität ist natürlich der Helgoländer Hummer (auch Knieper genannt)! Au Mann, was freute ich mich an dieser Stelle schon darauf ihn zu kosten.;)

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Nach dem Essen und anschließend einer kleinen Ruhepause, gab es nur noch eine Zeitraffersequenz, welche ich an diesem Tag noch im Kasten haben wollte.

Und zwar machten wir uns langsam auf den Weg Richtung Steilklippen. Hier wollte ich gerne einen Zeitraffer des Sonnenuntergangs anfertigen. Aber bis dahin war ja noch über eine Stunde Zeit. Perfekt also um noch einige Fotos zu machen.

Dummerweise braucht man in diesem Szenario genau zwei extreme. Zum einen ein ordentliches Weitwinkel, um die Kulisse aufnehmen zu können und zum anderen ein gutes Teleobjektiv für die verschiedenen Vogelarten, wie zum Beispiel die Basstölpel.

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Und da mir mein Sigma 18-200er an beiden Enden nicht ausreichte und ich auch keine Lust hatte ständig zu wechseln, musste die Zeitrafferkamera nun auch für normale Fotos herhalten.

Also lief ich mit der D7000 samt 70-300 auf der einen Seite und mit der D5100 samt 10-24er auf der anderen Seite. Geklappt hat es gut, gerade die Bilder der Basstölpel sind sehr gut geworden, auch wenn ich mich zeitlich nicht allzu sehr damit beschäftigt hatte, denn schließlich wollte ich zum Tierfilmen sowieso noch einmal hierher zurück kommen.

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Besonders faszinierend fand ich übrigens die Schafe, welche hier auf der Weide standen. Dabei waren natürlich nicht die Schafe an sich, die in den grün bewachsenen Bombentrichtern standen beeindruckend, sonders eher die, die durch den Absperrzaun durchgeschlüpft sind (dieses Schauspiel konnte ich mir zwei Mal ansehen) und nun am Rand der 40 Meter hohen Steilklippen standen. Die Schafe standen dabei manchmal wirklich nur ein paar Zentimeter vom Rand entfernt und manche schauten auch hinunter.

Außer uns waren zu dieser Zeit nur noch wenige Hartgesottene Foto- und Vogelfans vor Ort. Denn die Sonne war nun über lange Zeitabschnitte völlig hinter den Wolken verschwunden und es wehte mittlerweile ein sehr kräftiger und alles andere als warmer Wind.

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Wir machten uns langsam zu unserer im Vorfeld festgelegten Zeitrafferstelle. Das Schauspiel mit den Wolken und den daraus hervor scheinenden Sonnenstrahlen bildeten schon eine tolle Kulisse für den Zeitraffer. So schnell wie die Wolken zu dieser Zeit noch vorbeizogen war ich mir auch sicher, dass ich den Sonnenuntergang über dem Meer und neben den Steilklippen noch auf Video bannen kann.

Im Laufe der Zeit kam es dann aber wieder anders, als ich zuerst dachte. Die Wolken verdichteten sich und hingen nun auch direkt über Meeresoberfläche. Mit dem Sonnenuntergang wurde es also nichts mehr. Und dabei hatten wir uns gerade für diesen dermaßen abgefroren, dass wir nun noch enttäuschter waren nun abbrechen zu müssen. Zum einen waren wir enttäuscht, aber innerlich auch froh nun nicht mehr länger in Kälte und Sturm stehen zu müssen.

Interessante Größenverhältnisse

Interessante Größenverhältnisse

Ab zurück zur Ferienwohnung lautete nun die Devise. Als die Sonne dann schon einige Minuten weg war, kamen wir an. Den Rest des Abends verbrachte ich damit die Bilder zu sichern. Es waren immerhin ca. 60 Gigabyte Bildmaterial, welches erst einmal auf das Notebook und dann noch zur Sicherheit auf einer externen Festplatte gesichert wurde.

So gegen ein Uhr nachts war ich damit fertig und ging in den wohlverdienten Feierabend. Am nächsten Tag sollte das Tierfilmen auf dem Programm stehen.

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Und natürlich findet Ihr in der Galerie unter dem Artikel sämtliche Bilder die ich an dem Tag gemacht habe. Die Bilder sind wie immer etwas heruntergerechnet und die Galerie findet Ihr, indem Ihr den Artikel separat öffnet.

Bis zum nächsten Teil

Euer Mario

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