Raue Nordsee 2015 Teil 3

Nordsee_15_T3_04

Willkommen zurück zur Nordsee Reise! Wir sind nun den dritten und somit vorletzten Tag auf Helgoland. Heute sollte alles unter dem Zeichen der Tierfotografie stehen. Naja eigentlich weniger im Zeichen der Tierfotografie, denn ich wollte mich ganz gerne einmal an das Tierfilmen heranwagen.

Gerade auf Helgoland und der Trabenteninsel Düne gibt es ja jede Menge lohnender Möglichkeiten was die Tierfilmerei angeht. Und so teilten wir den Tag auch in zwei Teile auf.

Und natürlich habe ich auch den dritten Tag aufgezeichnet und gebe die Daten ein an Euch weiter. Für die Statistik und so… 😉

Den ersten Teil des Tages verbrachten wir auf Düne. Die Fähre von Helgoland fährt ja im 30 Minuten Takt und die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Als ehemaliger Großstädter ist das mehr als akzeptabel, denn die Öffentlichen in Berlin fahren Nachts ja auch im (nur) 30 Minuten Takt.

Auf Düne angekommen war es erst einmal Zeit für einen kleinen Imbiss. Andere Leute machten der Tageszeit entsprechend Mittag, wir waren nach unserer Rechnung noch beim Frühstück. Muss ich an dieser Stelle extra noch erwähnen, dass es Fisch gab?!

Nordsee_15_T3_52

Egal, aber was ich auf jeden Fall erwähnen muss ist, dass das Temperaturempfinden auf Düne völlig anders ist als auf Helgoland selbst. Auf der Hauptinsel war es an diesem Tage nämlich mit 14 Grad gar nicht so warm, aber es war wenigstens sonnig. Jetzt kommt’s aber! Auf Düne waren es, wie auf der ca. 500 Meter entfernten Insel Helgoland ebenfalls 14 Grad. Aber Düne ist, wie der Name schon sagt wirklich eine Düne, die Oberfläche besteht also zum Großteil aus Sand. Hier war es Stellenweise Windstill und auch vom Empfinden her viel, viel wärmer. Jacken brauchten wir hier beispielsweise gar nicht, unsere T-Shirts reichten völlig aus.

Natürlich haben wir vor der Überfahrt das lebenswichtige Wasser vergessen, aber zum Glück gab es auf Düne einen kleinen Shop, in den man sich eindecken konnte.

Auf Düne war mein vorrangiges Ziel natürlich das Filmen der Kegelrobben. Nebenbei wollte ich dann noch 1-2 Zeitraffer und natürlich einige Bilder aufnehmen.

Nordsee_15_T3_37

Es war gerade Ebbe und wir gingen den kompletten Südstrand entlang, bis zu den Felsenklippen. Von hier aus hatten wir die gesamte Kegelrobbenkolonie und sogar die Hauptinsel im Blick. Einziger Nachteil dieser Stelle war, dass der Wind hier etwas stürmischer ging.

Anfangen wollte ich für das erste mit einer kurzen Zeitraffersequenz des Strandes. Als Equipment hatte ich einmal die D5100 samt Sigma 18-200er mit aufgesetzten ND.3 Filter für die Zeitraffer, sowie die D5200 mit dem Tamron 70-300er für die Tierfilme dabei.

Den ersten Zeitraffer blieb ich auch erst einmal bei der Kamera, nicht um diese zu überwachen, die licht Situation änderte sich so gut wie nicht, sondern um die Kegelrobben schon einmal im Vorfeld zu beobachten, um zu sehen bei welchen Tieren „was los“ ist.

Nordsee_15_T3_63

 

 

Als der erste Zeitraffer dann vorbei war, wollten wir uns eine bessere Situation suchen, in der wir mehr vor dem Wind geschützt waren. Diese fanden wir dann auch an einer hohen Düne. Nun saßen wir also auf Düne, an einer Düne. Von hier oben konnte die D5100 dann den nächsten Zeitraffer aufnehmen, während ich mit der D5200 losziehen und etwas fotografieren konnte. Filmen und Zeitraffer gleichzeitig ging leider nicht, da ich nur ein Stativ mit auf Helgoland mitgenommen habe.

Der nächste Zeitraffer sollte wieder den Strand aufnehmen, aber diesmal hatte ich mich mehr auf die Kegelrobben fokussiert. Der Grund dafür war, dass die Flut nun langsam einsetzte. Und da dies der Fall war, mussten sich die Tiere, die ja am Strand lagen um sich zu sonnen, sich in regelmäßigen Abständen bewegen, wenn sie nicht Nass werden wollten. Und genau diese regelmäßige Bewegung der Tiere wollte ich festhalten.

Nordsee_15_T3_65

 

 

Den dritten Zeitraffer, den ich vorhatte schaffte ich dann aber nicht mehr, da ich das Stativ zum Filmen brauchte. Das war ja der eigentliche Grund, weshalb wir hergekommen waren.

Mit dem Thema filmen mit der DSLR hatte ich mich im Vorfeld ja noch nie so wirklich ausgiebig beschäftigt, aber ich muss sagen, dass es eine faszinierende Erfahrung für mich war. Zum einen war es natürlich toll die Tiere über einen längeren Zeitraum beobachten zu können und so Ihre Eigenheiten (und davon haben sie eine Menge) zu sehen, während zum anderen natürlich das Filmen mit der DSLR auch eine tolle Erfahrung war.

Nordsee_15_T3_49

Ich verwendete die Manuellen Videomodus, aktivierte aber den kontinuierlichen Autofokus. Das es an diesen Tag sehr hell war, arbeitete ich meist mit Blendenwerten ab f9. Die Belichtungszeiten musste ich dann trotzdem noch auf 1/125 Sekunde und schneller einstellen.

Um das Problem des AF-Pumpens noch etwas zu entschärfen bediente ich mich folgenden Trick. Das aktive Fokusfeld des AF-C´s konnte ich mit dem Steuerkreuz der Kamera an einen beliebigen Punkt verschieben. Wenn nun in der Szene wenig Bewegung war, konnte ich die Kamera einmal fokussieren lassen und dann den Autofokus am Objektiv einfach deaktivieren. Wenn die Bewerbung nur langsam und auf eine andere Schärfeebene ging, verfolgte ich mein Motiv einmal über das Verschieben des aktiven Messfeldes mit dem Steuerkreuz. Und wenn die Bewegungen dann doch schneller wurden, musste eben die Kamera mitgeschwenkt werden. Genau aus diesem Grunde hatte ich auch ein Video und kein Foto Stativ dabei!

Nordsee_15_T3_56

Gut 2 Stunden verbrachte ich mit den Filmen der Tiere. Da die Flut immer noch kam musste ich immer mit den Tieren mit mitrutschen, wenn Sie dies taten. Das habe ich im Eifer des Gefechts erst gar nicht bemerkt. Erst als ich dann einmal von der Kamera aufschaute, merkte ich, wie nahe mir die Tiere schon gekommen waren. Da ich sie nicht stören wollte, entfernte ich mich langsam wieder auf eine angemessene Entfernung.

Was mir an dieser Stelle noch sehr gut in Erinnerung geblieben war, ist wie deutlich der Unterschied zwischen der Tierfotografie und der Tierfilmografie (hab ich das Wort jetzt gerade erfunden?!) ist. Während man bei der Fotografie durch den Sucher einfach nur auf den richtigen Moment wartet und das Verhalten der Tiere in der Regel gar nicht so mitbekommt, ist dies beim Filmen völlig anders.

 

Hier beobachtet man die Tiere „richtig“ und bekommt deshalb schnell Ihre Eigenarten mit. Neben den vielen Faulpelzen unter den Kegelrobben, die einfach nur am Strand geschlafen haben, waren auch einige interessante Charaktere dabei.

Nordsee_15_T3_35

Ein junges, welches allein etwas abseits saß, schaute mich jedes Mal ganz entsetzt an, wenn ich langsam aufstand um meine Beine etwas auszuruhen. Und immer wenn ich mich dann wieder hinunter zur Kamera hockte, nickte es mir zu und schlief ganz entspannt weiter.

Andere rollten sich umher, reckten und streckten sich oder schlugen sich mit den flossen auf den Bauch. Einige Jungtiere spielten auch miteinander und im Wasser sah ich während der gesamten Zeit zwei Streithähne, die sich kampelten.

Nordsee_15_T3_03

Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute, war ich erschrocken wie schnell die Zeit beim Tierfilmen verfliegen kann. Ich machte mich also zurück zu unserer Düne, wo Mutter immer noch saß und sich ausruhte und sagte, dass wir nun langsam los sollten. Sich richtig ausruhen und schlafen ging an unserer Düne leider nicht, denn keine 5 Meter daneben war die Einflugschneise des kleinen Flugplatzes der Insel. Und den Wahrheitsgrad der vielen Schilder, die von Lebensgefahr reden, kann ich nur bestätigen. Die Flugzeuge fliegen teilweise so tief, dass man die Hand aus ausstrecken kann, um sie zu berühren. Manche fliegen sogar noch tiefer! Das sieht dann so aus, dass die Piloten noch einmal ruckartig einige Meter hochziehen müssen, um nicht in die Düne zu krachen.

Neben den Tieren waren die Flugzeuge auf der Düne das zweite faszinierende Schauspiel, das es sich lohnte zu beobachten.

Nordsee_15_T3_20

Aber die Zeit lief und wir mussten nun langsam wieder los, da wir auf der Hauptinsel ebenfalls noch Tiere filmen wollten.

Basstölpel, Trottellummen und all die anderen Vögel, die sich auf den Steilklippen finden lassen wollten wir auch noch filmen. Und da Zeitraffern nun nicht mehr auf dem Programm stand, konnte ich in der Ferienwohnung die D5100 gegen die D7000 tauschen.

Nordsee_15_T3_08

 

Danach ging es noch einmal quer über die gesamte Insel zu den Steilklippen. Was für ein Fußmarsch!

Und ich bekam dann auch noch einen passenden Platz bei all den Vogelfans um die Basstölpel und ihr Verhalten auf Video zu bannen.

Auch hier war das Verhalten der Tiere interessant. Wenn ein Vogel des Brutpaares wieder zum Nest zurückkam, egal ob mit etwas essbaren oder ohne, wurde zur Begrüßung erst einmal ausführlich geschnabelt und gekuschelt. Auch solche Dinge wie die Nestverteidigung oder das Handeln von einigen dreisten Dieben unter den Vögeln war sehr interessant.

Nordsee_15_T3_15

 

 

Neben der Basstölpel Kolonie filmte ich dann auch noch einige Trottellummen, sowie ein Seemöwennest mit bereits geschlüpften Küken auf einen der etwas geräumigeren Felsen.

Es war nun schon ca. 20:00 Uhr und einfach herrliches Wetter. An diesem Tag wäre ein Zeitraffer des Sonnenuntergangs sicherlich der perfekte Abschluss gewesen. Aber vorher war die Priorität erst einmal etwas zu essen. Wir stiegen also wieder in das Unterland hinab (also einmal über die gesamte Insel) und fanden dort schließlich ein einladendes Lokal. Um 21:20 Uhr kamen wir dann schließlich wieder in unserer Ferienwohnung an.

Ich überlegte an dieser Stelle ernsthaft, ob ich nicht noch einmal die Zeitrafferkamera einpacken und zur langen Anna gehen soll, um dort den Zeitraffer vom Sonnenuntergang aufzunehmen. Aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 10 Kilometer zurückgelegt, dass mit meine Füße schon dermaßen wehtaten. Ich bezweifelte, dass ich es rechtzeitig zum Sonnenuntergang an eine passende Stelle schaffen würde ich ließ es lieben sein.

Nordsee_15_T2_48

Den Rest des Abends verbrachte ich wie am Vortag, nämlich mit dem Sichern der Bilder und dem Schreiben von einigen Zeilen über den Tag. Das war also der letzte volle Tag auf Helgoland!

Bleibt uns an dieser Stelle nur noch ein halber Tag auf der Insel, bevor es wieder zurück ans Festland geht. Aber dort gibt es ja zum Glück auch noch jede Menge zu sehen.

Nordsee_15_T2_41

Und natürlich findet Ihr in der Galerie unter dem Artikel sämtliche Bilder die ich an dem Tag gemacht habe. Die Bilder sind wie immer etwas heruntergerechnet und die Galerie findet Ihr, indem Ihr den Artikel separat öffnet.

 

Bis zum nächsten Teil

 

Euer Mario

Related posts:

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.