Raue Nordsee 2015 Teil 4

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Der vierte Tag an der Nordsee bricht nun an. Es ist der letzte Tag auf Helgoland und der erste auf Büsum. Und deshalb mussten wir auch schon früh am Morgen aktiv sein. Denn es hieß Taschen packen, denn um 10:00 Uhr mussten wir aus der Ferienwohnung raus sein.

Und weil dieser Tag so halb halb ist, habe ich auch die GPS Aufzeichnungen in zwei Teile aufgeteilt. Einmal unsere Wege auf Helgoland und einmal auf Büsum. Fangen wir also ganz im Sinne der Artikelreihe mit den GPS Tracks an. 😉

Ab da hatten wir noch fünf Stunden auf der Insel, denn ab 15:00 Uhr fuhren wieder die ersten Börteboote zu den Schiffen und in diesem Fall auch zu unserem Schiff. Es war also noch genug Zeit um etwas zu unternehmen, aber zu wenig für eine ausgedehnte Tour.

Und mein Fotorucksack war diesmal auch besonders schwer, weil fast alles von Wert mit hinein musste. Wir hatten zwar die Möglichkeit unsere Sachen bis zur Abfahrt im Keller der Ferienwohnung zu lagern, da dieser aber nicht abgeschlossen war, zog ich es vor, meine gesamte Fotoausrüstung lieber mit mir mitzuschleppen, anstatt dort einfach so stehen zu lassen.

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Mit dieser zusätzlichen Belastung war es also gar nicht mal so schlecht, dass wir an diesem Tag keine ausgedehnten Touren zurücklegen konnten. Zuerst schlenderten wir noch etwas die Einkaufspassage entlang, wo in einen Blick in den Fotoladen hineinwerfen wollte. Ich hoffte, dass ich mir hier vielleicht einen Slider kaufen konnte. Diesen hätte ich dann auch gleich für einen Zeitraffer verwendet, da ich schon ganz konkrete Vorstellungen im Kopf hatte.

Aber natürlich führte der Laden so etwas nicht. Hätte mich auch gewundert, denn schließlich ist so etwas wie ein Slider jetzt nicht gerade die Standardausrüstung für Fotografen.

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Da ich aber trotzdem ganz konkrete Vorstellungen für einen Zeitraffer hatte, gingen wir noch einmal die Klippen entlang, auf der Suche nach einem passenden Motiv. Diesmal wollte ich die Vegetation im Vordergrund haben und die Insel und das Meer im Hintergrund verschwimmen lassen. Mit einen Slider hätte das natürlich durch die Paralaxverschiebung noch etwas besser ausgesehen, aber man kann ja nicht alles haben.

Mein Motiv konnte ich dann leider auch nicht hundertprozentig finden, weshalb hier wieder einen Kompromiss machen musste. Ob die beiden aufgenommenen Sequenzen gelungen sind, werde ich erst dann sehen, wenn ich wieder zu Hause angekommen bin.

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Nach den Sequenzen war es nun höchste Zeit etwas zu essen, denn ich war durch das Gewicht meiner Ausrüstung schon völlig fertig. Und an diesem letzten Tag auf Helgoland musste es natürlich etwas ganz Besonderes sein! Helgoländer Hummer wollte ich unbedingt essen. Auf der Insel wird es passend „Knieper“ genannt und es gab ihn in fast jedem Restaurant.

In dem Restaurant, welches wir aufsuchten, gab es Ihn natürlich nicht. 🙁 Als kleine Entschädigung dafür gab es aber eine ausgezeichnete Tee karte, aus der ich eine feine Schwarzteemischung auswählte. Während Mutter eine große Portion Seelachsfilet verspeiste, begnügte ich mich mit meinen Tee und bestellte mir zusätzlich noch eine Portion Eis.

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Als nächstes ging weiter in die Unterstadt, zu dem lokal, in dem wir bei unserer Ankunft zu allererst gegessen hatten. Hier wusste ich definitiv, dass es meinen heiß ersehnten knieper gab. Und tatsächlich, neben einer Monstermäßigen Vollversion von 900 Gramm Knieper+Beilagen, welche in dem Moment absolut Zuviel für mich gewesen wäre, gab es auch noch eine Probierversion, mit knapp unter der Hälfte. Diese war genau das richtige für mich!

Bekommen habe ich dann insgesamt 4 Scheren, aus denen ich das Fleisch mit etwas eigenartigen Werkzeugen heraus pulen konnte. Das Fleisch hatte sehr feine Fasern, weshalb es immer etwas dauerte, bis ich eine Schere entleeren konnte. Gegessen wurde es dann entweder so wie es war, oder gehäuft auf einer Scheibe Baguette.

Zur Verfeinerung hatte ich noch zwei verschiedene Dips zur Auswahl, die eine ging in Richtung Knoblauch und die andere, eher Orangene in Richtung Senf.

Speziell der zweite Dip war wirklich faszinierend, denn als ich Ihn einmal so kostete, schmeckte er überhaupt nicht, aber in Verbindung mit dem Knieperfleich entfaltete sich ein fast schon fruchtiges Aroma. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung!

Als letzte Amtshandlung kaufte ich mir dann noch eine neue Jeans und dann war es auch schon der Zeit ins Börteboot zu steigen und zum Schiff aufzubrechen. Die 4-Stündige Rückfahrt wollte ich eigentlich mit einem Schläfchen verbringen, konnte aber nicht weil ein Baby und ein Hund um die Wette gebellt, bzw. geschrien haben. Im inneren des Schiffes gab es auch sonst keine Sitzplätze mehr.

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Also klappte ich meinen Laptop auf, schrieb ein paar Zeilen und ließ den Blick über das Meer schweifen. Ich hatte noch einmal die tolle Möglichkeit auf Deck eine Möwe zu filmen, die gleitend in der Luft zu stehen schien und erblickte außerdem zwei deutsche Kriegsschiffe, die nur wenige Meter von uns weg um Helgoland kreisten. Das Militär hatte an diesem Nachmittag in der Gegend sowieso schon sehr viel Krach gemacht. Hubschrauber, die Ständig zwischen Kriegsschiff und Insel hin- und herflogen, kleine Kampfflugzeuge, die über der Insel Patrolie, oder was weiß ich fliegen. Tja, die Bundeswehr versteht schon auf sich Aufmerksam zu machen und Anwohner zu nerven.

Auf Büsum angekommen war nun die nächste Aufgabe unser gesamtes, nicht gerade leichtes Gepäck knapp über einen Kilometer zur Ferienwohnung zu schleppen. In dieser kamen wir gegen 19:00 Uhr, gut vier Stunden nachdem wir Helgoland verließen auch an.

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Die Bundeswehr versteht es krach zu machen…

Jetzt war erst einmal ein wenig Entspannung angesagt, was aber nicht heißt, dass der Tag schon gelaufen wäre. Denn es war außergewöhnlich warm und herrschte klare Sicht. Also noch einmal eine gute Gelegenheit, den Sonnenuntergang auf Zeitraffer zu bannen.

Gesagt getan, um 21:00 Uhr brachen wir auf. Nach knapp einer halben Stunde Fußmarsch erreichten wir eine geeignete Stelle und ich baute meine Ausrüstung auf, während sich Mutter ein wenig an den Strand umsah. Beachbar, Surfschule, Kiosk usw., es war alles vorhanden.

Ich blieb zwar fürs erste bei der Kamera, musste aber nicht sonderlich auf die Aufnahmen achtgeben. Denn extra für diesen Zweck hatte ich mein Tablet mit qDSLR Dashboard dabei. Das Programm hat extra einen Modus für Sonnenauf- und Untergängen. Ich schaute also immer mal wieder sporadisch auf das Tablet und checkte die Einstellungen an der Kamera.

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Da jedes Mal alles gepasst hatte, konnte auch ich einen kleinen Rundgang durch die Umgebung machen, während die Kamera und das Tablet ihre Arbeit erledigen. Und außerdem hatte ich auf diese Weise auch selbst Zeit den Sonnenuntergang zu genießen. Ich habe die Typischen Zeitraffereinstellungen genommen und den Aufnahmeintervall übrigens auf fünf Sekunden gestellt.

Ich wollte den Zeitraffer ursprünglich so lange fortführen, bis die völlige Dunkelheit eingesetzt hatte. Aber leider hat das nicht ganz so funktioniert wie ich mir das ursprünglich vorgestellt hatte. Denn es wollte einfach nicht so recht dunkel werden! Selbst 50 Minuten nach Sonnenuntergang war es noch genau so hell, wie es war, als die Sonne gerade verschwunden war.

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Also brach ich an dieser Stelle ab, denn mit meinem eingestellten Intervall von fünf Sekunden häufte sich bereits einiges an Bildmaterial an. Als wir dann 40 Minuten später unseren Weg zu unserer Ferienwohnung zurückgelegt hatten war sie dann da, die Dunkelheit. Naja, wenigstens konnte ich in den 50 Minuten nach dem Sonnenuntergang noch das absteigende Wasser auf Zeitraffer bannen. Das Licht zu diesen Zeitpunkt war nämlich wunderschön.

Das war also der letzte Tag auf Helgoland und zugleich der erste Tag auf Büsem. Den Rest des Abends verbrachte ich, wie schon an den vorherigen Abenden damit die Bilder zu sichern. Mal sehen was morgen alles so auf dem Plan steht!

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Und natürlich findet Ihr in der Galerie unter dem Artikel sämtliche Bilder die ich an dem Tag gemacht habe. Die Bilder sind wie immer etwas heruntergerechnet und die Galerie findet Ihr, indem Ihr den Artikel separat öffnet.

Bis zum nächsten Teil

 

Euer Mario

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