Mondfinsternis 2015

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In der Nacht von Sonntag auf Montag gab es nach der Sternschnuppennacht nun das nächste astronomische Ereignis für dieses Jahr. Es war die totale Mondfinsternis. Und es war eine ganz besondere dazu. Denn weil der Mond der Erde so nahe war, verlieh ihn die Lichtbrechung einem roten Antlitz.

Viele Schaulustige und natürlich vor allem die Hobbyfotografen in ganz Deutschland werden die Chance genutzt haben, das Ereignis fotografisch festzuhalten. Das bedeutet natürlich auch, dass viele Menschen am Montag besonders müde zur Arbeit gehen mussten.

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Und auch ich habe mir natürlich den Wecker gestellt um das Ereignis nicht zu verpassen. 02:50 Uhr klingelte mein Wecker und mach einem ersten Blick aus dem Fenster machte ich mich ins Obergeschoss, wo meine Ausrüstung bereits parat lag. Da ich im größten Haus in der Straße wohne, brauchte ich mir auch keine Gedanken zu machen, dass ich Schauspiel zu verpassen würde. Das Wetter spielte auch wunderbar mit, der Himmel war nahezu Wolkenlos.

Vor genommen hatte ich mir neben den Einzelbildern, die ich anfertigen wollte, natürlich noch die Aufnahme eines Zeitraffers. Im Zeitraffereinsatz befanden sich die D5200 und die D5100 mit dem Sigma 17 – 50 mm f2.8 und dem Tamron 70 – 300 mm f4 – 5.6, für die Einzelbilder war die Nikon D7000 mit meinem Sigma 18-200 mm, sowie dem Tamron 70-300 mm zuständig.

Die Fenster meiner Wohnung öffnete ich, damit mir keine Reflektionen oder eventueller Schmutz am Fenster die Sicht versperren konnten. Da es in der Nacht, zumindest bei mir sehr kalt war, musste ich natürlich auch warme Kleidung tragen.

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Bei der Mondfotografie ist Art der Belichtungsmessung an der Kamera von Elementarer Bedeutung. Denn schon nach wenigen Versuchen bemerkt man, dass der Mond doch sehr viel heller ist als erwartet. Da das Hauptmotiv, der Mond je nach verwendeter Brennweite nur einen Teil des Bildes ausmacht, bringt die Matrixmessung der Kamera hier nicht viel, denn diese wird das Motiv viel zu hell belichten.

Mein Tipp ist es die Mittelbetonte Belichtungsmessung bei hoher Brennweite, oder die Spotmessung bei weniger Brennweite zu nutzen. Bitte beachtet, dass der aktive Fokuspunkt bei der Spotmessung auch tatsächlich auf dem Mond liegt, denn sonst wird die Belichtung nicht klappen.

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Um die ISO möglichst unten zu halten verwende ich normalerweise ein Stativ und verwende die Spiegelvorauslösung an der Kamera. Da aber in dieser Nacht alle Fenster schon mit Kameras belegt waren, musste ich bei den Einzelbildern aus Platzgründen auf ein Stativ verzichten. Ich aktivierte die Bildstabilisierung und arbeitete bei den Einzelbildern des Mondes mit ISO Werten von 800 bis 3200. Die D7000 hat zum Glück eine so hohe Leistung, dass selbst bei ISO 3200 das Rauschen zu vernachlässigen ist.

Da ich mich zur Stabilisierung an das Fenster lehnen konnte und dank des Bildstabilisators, konnte ich Verschlusszeiten zwischen 1/50 und 1/125 Sekunden verwenden.

Aber nun genug zur fotografischen Praxis. Die Mondfinsternis war sehr schön anzusehen. Vor allem die Verfinsterung ging erstaunlich schnell vonstatten! Kaum hatte ich einen Schluck heißen Tee getrunken (das war bei der Kälte bitter nötig!), war schon wieder ein ganzer Teil der Mondes verschwunden!

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Kurz nachdem er sich ganz verdunkelt hatte, fing er dann endgültig an in einem fantastischen roten Licht zu erstrahlen. Das machte das mitternächtliche Aufstehen und die Kälte doch wieder wett! Ich legte auch einen Moment die Kamera zu Seite um mir das Schauspiel in Ruhe ansehen zu können.

Ach ja, den Zeitraffer habe ich natürlich auch noch gemacht. Hier wollte ich gerne einmal etwas Neues austesten. Beim Starlight Timelapse fing ich ja damit an, die Motive unscharf darzustellen. Dies wollte ich an dieser Stelle nun etwas ausweiten, auch wenn ich befürchte, dass ich es hier ein wenig übertrieben habe. Bei der Idee der Motivunschärfe ging mir folgendes durch den Kopf:

Da der Mond bei weitwinkligen Brennweiten sowieso eher klein erscheint und der Betrachter die Details sowieso nicht erkennen kann, wollte ich Ihn unscharf stellen. Durch die Unschärfe sollte er im Bild größer und Heller wirken.

Bei den kurzen Sequenzen mit langer Brennweite stellte ich natürlich scharf, damit es besser wirkt. Diese Sequenzen sind aber nur wenige Sekunden lang, da sich die Erde schnell wieder weggedreht hat, der Mond also sehr schnell durch das Bild wandert. Aber vielleicht kaufe ich mir nächstes Jahr noch einen motorisierten Stabilisator, der die Erdrotation ausgleicht…

Und weil das reine Material der Mondfinsternis nur für einen Zeitraffer von 30 Sekunden gereicht hätte, legte ich noch einige Sequenzen dazu, die ich aus Langerweile Ende August vor genau demselben Fenster aufgenommen hatte. Viel Spass mit dem Zeitraffer! 🙂

Das war also die Mondfinsternis 2015! 05:00 Uhr morgens war auch ich mit den Aufnahmen und Zeitraffer fertig und konnte wieder ins Bett. Aber nur bis 07:00 Uhr, da um 08:00 Uhr bereits die Arbeit wieder losging. Ich war an Montag also auch einer der übermüdeten. Ich hoffe, dass auch Ihr Sonntagnacht viel Spass  bei diesem astronomischen Ereignis hattet. 😉

Bis zum nächsten Mal

Euer Mario

 

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