Raue Nordsee 2015 Teil 5

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Willkommen! Der fünfte Tag der Nordseereise bricht nun an. Unsere Abenteuer auf Helgoland haben wir schon geschafft, sodass es nun an der Zeit ist das Festland ein bisschen unsicher zu machen.

Unsicher machen wir an diesen Tag aber nur einen sehr kleinen Teil des Festlandes. Nach den langen Wanderungen der letzten Tage, soll es heute zur Abwechslung einmal etwas ruhiger zugehen.

Und so haben wir statt der durchschnittlichen 14 Kilometer der vergangenen Tage an diesem Tag auch nur 8 Kilometer zurückgelegt. Damit Ihr unsere Wege am heimischen PC nachverfolgen könnt, kommt nun an dieser Stelle wieder der obligatorische GPS Track. Viel Spass.

Nach den Ansehen der Tracks fragt Ihr Euch jetzt bestimmt, warum da am Hafen so ein knubbel ist oder? Nun ja, auf diesen paar Quadratmeter am Hafen haben wir den Großteil des Tages verbracht. Denn dieser Tag stand ganz im Zeichen der Zeitraffer! Und das Motiv für diesen Zeitraffer hatte ich schon letztes Jahr im Kopf, aber es fehlte damals einfach die Zeit es umzusetzen. Und nachdem ich ein ganzes Jahr lang darauf warten musste, konnte ich es an diesem Tag nun endlich umsetzten?

Ich muss nicht extra erwähnen, dass es ein tolles Gefühl ist endlich etwas zu tun worauf man ein ganzes Jahr lang warten musste oder? Meine Idee war es die Auswirkungen von Ebbe und Flut auf die Zivilisation deutlich zu machen. Im Kopf hatte ich da natürlich den Hafen, als ein von Menschen geschaffenes Gebilde, welches in gewisser Weise über der Natur steht, aber auch irgendwie mit ihr koexistieren muss. Und außerdem bildet ein Hafen ja auch wieder ein eigenes Ökosystem ab, da auch hier verschiedene Tierarten mit dem Menschen zusammen leben.

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Um es noch einmal auf deutsch zu sagen, ich wollte Zeitraffern wie die Flut die Schiffe im Hafen steigen lässt, während im Hintergrund der Hafenbetrieb zu sehen ist.

Ich hatte bereits Tage zuvor den Tiedenkalender ausführlich studiert und entschied mich für den heutigen Tag, da das Niedrigwasser zu einer sehr günstigen Zeit, nämlich 14:00 Uhr war. Das war Zeit genug um noch einmal einen Rundgang durch die komplette Hafenanlage zu machen und so nach den perfekten Standort für den Zeitraffer zu suchen. Und natürlich war es auch Zeit genug um vorher noch etwas essen zu gehen.

Zu guter Letzt war auch das Wetter an diesem Tag perfekt. Schön warm, mit ordentlich Sonnenschein und wunderschönen Quellwolken, die dem Zeitraffer sehr zu gute kommen. Nach nur 1-2 Stunden Hafentour fanden wir auch eine gute Position. Wir schlugen unser Equipment am Museumshafen auf, genau dort wo auch die Lady von Büsum ablegt, die uns sicher nach Helgoland und zurück brachte.

Für den Zeitraffer nutzte ich diesmal zwei Kameras („es soll sich ja lohnen“). Die D5100, also meine Zeitraffer Kamera hatte sowohl den Industriehafen, als auch die weiter entfernte Hafenschleuse im Blick. Als objektiv nutze ich mein Sigma 18-200 mm mit aufgesetzten Graufilter, damit ich die Belichtungszeit von einer Sekunde realisieren konnte. Als Brennweite nutze ich 18mm, damit ich möglichst den gesamten Hafenbereich im Blick hatte. Für die Aufnahmen hatte ich den M-Modus eingestellt und nutzte einen externen Intervallauslöser.

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Die zweite Kamera, die ich für Zeitraffer an dem Tag nutzte war meine D7000. Diese war direkt auf den Museumshafen ausgerichtet und mit meinem Tamron 10-24mm bestückt. Als Brennweite nutzte ich 10mm, weil direkt vor der Kamera ein Museumsschiff lag, welches man wunderbar drauf bekam. An der D7000 nutzte ich den internen Intervallauslöser und die Belichtungsautomatik.

Und so ging es dann los! 6 Stunden mussten jetzt überbrückt werden. Zum Glück haben wir uns eine Location ausgesucht die neben dem Fotografischen Eckpunkten auch noch einige Anforderungen an der Komfort erfüllte. So gab es eine Sitzmöglichkeit, die auch, zwar nicht sofort, aber einige Stunden später Schatten spendete. Ich setzte ich erst einmal schön in die Sonne, während sich Mutter verabschiedete um eine Einkaufstour zu machen.

Nach zwei Stunden tauchte dann auch das erste Problem auf. Die Triton, ein Tonnenleger schickte sich an festzumachen und mir nebenbei noch gleich die Sicht auf die Hafenschleuse zu versperren. Das war natürlich sehr enttäuschend, aber letztendlich konnte ich da nichts machen. Und weil wir im Vorfeld keinen besseren Platz gefunden haben, blieb mir nun nichts anderes übrig als weiter zu machen. Kurze zeit nachdem die Triton Voranker gegangen ist, kam auch Mutter wieder zurück, sodass wir nun tauschen konnten. So hatte auch ich einmal kurz Zeit durch die Stadt zu schlendern und ein Eis zu essen.

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Allzu viel Zeit ließ ich mir dann aber doch nicht und ging wieder zurück. Während das Wasser weiterhin unaufhaltsam stieg und die Kameras Ihre Arbeit verrichteten, schnappte ich mir meine kleine Canon, die ich extra noch als Drittkamera dabei hatte und Dokumentierte den Zeitraffer, filmte und fotografierte die Möwen in der Hafenanlage oder auch Schiffe, welche gerade im begriff waren vorbei zu fahren.

Manchmal unterhielt ich mich auch mit Touristen und Foto begeisterten, denen ich dann jedes Mal erklären musste, was ich überhaupt hier mache. Und die dritte Variante, die ich nutzte um mir die Zeit zu vertreiben, war es faul in der Sonne herum zu liegen.

Interessant war es auch die Flut zu beobachten, denn je weiter die Zeit fortgeschritten war, desto schneller schien das Wasser zu steigen. Musste man sich in den ersten beiden Stunden schon sehr anstrengen, um überhaupt einen Unterschied feststellen zu können, so war nun der Unterschied zwischen 30 Minuten kaum noch zu übersehen!

Der Tiedenhub, also der Unterschied zwischen Niedrig- und Hochwasser beträgt hier in Büsum immerhin knapp über 3 Meter! Und drei Meter dürften ja nun nicht zu übersehen sein oder?

Bis ca. 20:30 blieben wir und nahmen die Zeitraffersequenzen auf. Insgesamt machten die beiden Kameras an diesem Tag eine Ausbeute von gut 1.000 Bildern, die später in der Postproduktion bearbeitet werden wollen.  Als dann das ganze Equipment abgebaut war, war es auch schon kurz nach 21:00 Uhr. Es dauerte nicht mehr lange bis zum Sonnenuntergang, also machten wir uns auf und suchte eine gute Stelle, um diesen zu betrachten.

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Am Tag zuvor hatten wir ja bereits eine schöne Stelle für den Sonnenuntergang gefunden und bei der Gelegenheit auch gleich einen Zeitraffer erstellt. Bis zur Familienbuch (das war die Stelle, an der wir gestern waren), waren es ein paar Kilometer zu fuß. Und so machten wir uns auf den Weg. Rechtzeitig kamen wir dann aber nicht mehr an, gerade noch ein kleines zipfelchen der Sonne war noch zu sehen. Und so konnten wir uns noch ein gemütliches Fleckchen finden und uns an den letzten Lichtstrahlen des Tages erfreuen!

Eine ganze Weile noch saßen wir am Strand und genossen die Szenerie, die sich uns bot. Kaum ein Mensch war zu dieser Zeit noch unterwegs und auch im Tierreich wurde es langsam still. Die Austerntaucher machten es sich an den Strandaufbauten ebenfalls bequem und schliefen seelenruhig zwischen den wenigen Touristen, die jetzt noch unterwegs waren. Die Blaue Stunde brach an und auch wir machten uns langsam auf den Weg zurück zur Ferienwohnung. Denn die Strandgegend war ja nicht beleuchtet.

Bei Anbruch der Dunkelheit kamen wir dann wieder in unseren Quartier an. Ich dachte daran wie schnell die Zeit hier vorüberging. Bald schon würde unser Urlaub schon wieder vorbei sein. Dann dachte ich an die Dinge die wir bis jetzt erlebt haben und vor allem an die wirklich tollen Landschaften, die wir zu Gesicht bekamen. Diese Landschaftsaussichten waren all der Mühe und der vielen Kilometer, die wir an den einzelnen Tagen zurücklegten mehr als wert!

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Bevor ich mich dann gänzlich in meiner Gedankenwelt zu verabschieden drohte, packte mich die Routine und ich sicherte wie jeden Abend die Aufnahmen und importierte sie in Lightroom. Ich war wirklich gespannt, was mich am nächsten Tag der Reise erwarten würde!

Natürlich findet Ihr in der Galerie unter dem Artikel sämtliche Bilder die ich an dem Tag gemacht habe. Die Bilder sind wie immer etwas heruntergerechnet und die Galerie findet Ihr, indem Ihr den Artikel separat öffnet.

Bis zum nächsten Teil

Euer Mario

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