Silvester am Fenster

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Nachdem ich es im vorigen Jahr nicht geschafft hatte das Silvesterfeuerwerk in Berlin zu fotografieren, wollte ich es zumindest in diesem Jahr schaffen. Klar, in einer kleinen Stadt auf dem Land ist das Feuerwerk natürlich nicht so imposant und in solcher Masse zu sehen wie in einer Großstadt wie Berlin, aber trotzdem.

Als erschwerender Umstand kommt noch hinzu, dass Raika ihr erstes Silvester erlebt hat und ich dementsprechend noch nicht wissen konnte, wie sie denn auf den Krach reagiert. Zum Glück war Sie weder aufgeregt, noch unruhig, noch ängstlich. Im Gegenteil, Sie lag ganz entspannt auf der Couch und wollte schlafen. Das einzige, was der Silvesterkrach anrichten konnte war Sie also vom Schlafen abzuhalten.

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Als ich gemerkt habe, dass mit dem Hund also alles in Ordnung war, konnte ich zur Kamera greifen, die ich im Vorfeld logischerweise schon korrekt eingestellt hatte.

Da ich die Kleine nicht allein lassen kann, musste ich die Bilder bei mir zu Hause am offenen Fenster aufnehmen. Das schränkte natürlich mein Sichtfeld etwas ein, sodass ich die Gegenden der Stadt, in denen mehr Feuerwerk los sein wird nicht einsehen konnte.

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Als Kamera wählte ich die kleine D5200, weil ich durch die enorme Auflösung von 24 Megapixeln genug Luft für Bildausschnitte haben wollte. Als Objektiv überlegte ich erst eines meiner lichtstarken Linsen wie das Sigma 17-50 2.8 einzusetzen, entschied mich jedoch dann für mein Sigma 18-200 Allrounder.

Das tat ich ganz einfach, weil ich im Vorfeld nicht wissen konnte wo und in welcher Entfernung das Feuerwerk am Himmel erscheinen würde. Genau hier ist das 18-200er einfach klasse, weil ich hier richtig viel Spielraum hatte und so schnell reagieren konnte.

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Die Kameraeinstellungen waren eigentlich ziemlich simpel. Ich verwendete natürlich den Manuellen Modus, damit ich einerseits die volle Kontrolle über die Kamera habe und andererseits, damit die Kameraeinstellungen, die ich konfiguriere fix sind.

Die wichtigste Einstellung war natürlich die Verschlusszeit der Kamera. Schnelle Verschlusszeiten machen hier nur wenig Sinn, weil diese ja nur einen Bruchteil der Feuerwerksexplosion aufnehmen würden. Ich entschied mich daher für eine Verschlusszeit von einer Sekunde. Das reicht aus, damit sich die Feuerwerksexplosion schön entfalten kann, während die Kamera die Szene aufnimmt.

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An dieser Stelle kann ich Euch einen kleinen Tipp für das nächste Jahr mit auf dem Weg geben. Wenn Ihr an ein schönes Panorama aufnehmen wollt, dann verwendet einfach etwas längere Belichtungszeiten. Auf diese Weise habt Ihr eine schöne Skyline mit vielen bunten Explosionen. Achtet jedoch darauf, dass Ihr die Aufnahmen gleich zu Beginn startet, also direkt wenn das neue Jahr beginnt, denn schon fünf Minuten nach 0:00 Uhr ist durch die vielen Knaller und Raketen schon so viel Rauch entstanden, dass weitere Aufnahmen nicht mehr möglich sein werden.

Aber zurück zu den Kameraeinstellungen. Nach einigen Probeaufnahmen wählte ich einen ISO Wert von 100, sowie Blende 8. Falls Ihr nun denkt, dass die Bilder viel zu Unterbelichtet seien werden, kann ich Euch beruhigen. Das Feuerwerk ist so hell, dass die Kamera keinerlei Probleme haben wird es abzulichten. Im Gegenteil, bei höheren ISO Zahlen oder mit Offenblende ist das Feuerwerk schon so hell, dass es in der Nachbearbeitung Probleme machen würde. Eine geschlossene Blende gibt außerdem noch einen zusätzlichen Vorteil bei der Bildqualität.

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Und natürlich möchte ich nur das Feuerwerk auf dem Bild sehen. Der Rest sollte im Schwarz versinken. Die von mir getroffenen Einstellungen garantieren also dass das Feuerwerk nicht überbelichtet (oder kaum überbelichtet ist) und dass die Umgebung im schwarz versinkt.

Was habe ich noch so eingestellt? Das ich in Raw fotografiere dürfte ja klar sein. Ah, wichtig ist natürlich noch der Autofokus. Dieser wird in der Dunkelheit natürlich nicht funktionieren. Ich habe ihn daher ausgeschaltet und manuell auf unendlich fokussiert.

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Zum Schluss braucht man bei Belichtungszeiten, wie ich sie einsetze im Idealfall noch ein Stativ. Da es bei mir aber nicht der Idealfall war und ich mein Sichtfeld durch das Stativ nicht noch mehr einengen wollte, verzichtete ich auf ein Stativ, schaltete den Bildstabilisator ein (welcher bei all meinem Sigma Objektiven außerordentlich gut ist) und suchte mir einen festen Halt am Fenster, wo ich die Kamera möglichst gut einklemmen konnte.

Als letztes stellte ich noch die Serienaufnahme ein und schon konnte es losgehen!

Zum Abschluss muss ich noch von einem außergewöhnlichen Problem berichten, welches mir bei den Aufnahmen zu schaffen machte. Und zwar ist mir wegen der niedrigen Temperaturen das Okular beschlagen, was die Arbeit manchmal etwas erschwerte.

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So, das war es auch schon für den Silvesterabend. Mir hat das Fotografieren des Feuerwerks, trotz der Einschränkungen, die ich in Kauf nehmen musste wieder einmal sehr viel Spass gemacht. Mittlerweile finde ich es sogar toller ein Feuerwerk einfach nur zu fotografieren, als es selber abzufackeln.

Ich wünsche Euch allen einen frohes neues Jahr, viel Gesundheit, viel Erfolg und vor allem viel Spaß in 2016

 

Euer Mario

 

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Veröffentlicht unter Pyro |

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