Panoramazeit im Juni

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Nach dem letzten Beitrag zu den Makros, sind nun die Panoramen im Juni dran. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich mich bei meinen Rundgängen nicht explizit auf die Panoramen konzentriert habe. Das will heißen, dass ich die Panoramen eher nebenbei aufgenommen habe, je nachdem wie die Szenerie war. Aber ich bin jetzt nicht mit der Kamera in der Hand weggegangen um ausschließlich Panoramen aufzunehmen.

Dadurch ergaben sich, genau wie bei den Makros wieder einmal einige Probleme, bzw. Schwierigkeiten bei der Aufnahme. So hatte ich zum Beispiel nicht immer das perfekte Panorama Objektiv dabei, aber das bedeutet in der heutigen Zeit ja nicht mehr allzu viel. Konkret hatte ich bei meinen Rundgängen in der Regel immer eines dieser drei Objektive dabei:

  • Sigma 18-200er (hatte ich immer dabei, wenn ich mir nichts Besonderes vorgenommen hatte und nur einen Allrounder benötigte.)
  • Nikkor 35er (Das war immer für die Panoramen vorgesehen, aber wegen des Crop-Faktors braucht es trotzdem mehr als ein Bild je Panorama.)
  • Tamron 90mm Makro (Das war, wie der Name schon sagt für die Makro Aufnahmen gedacht.)

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Die Panoramen, die Ihr hier in der Galerie seht habe ich mit allen drei dieser Objektive erstellt. Besonders spannend fand ich hierbei das Arbeiten mit längeren Brennweiten, insbesondere mit dem Tamron 90 mm. Durch die Brennweite hatte ich zum Beispiel die Möglichkeit Objekte im Vordergrund in das Bild einzubinden. Ich denke, dass diese Bilder ihren ganz besonderen Touch haben. Auch der Blickwinkel dieser Panoramen ist etwas ganz besonderes.

Natürlich musste ich beim Arbeiten mit den langen Brennweiten sehr behutsam vorgehen, weil in der Postproduktion ja etliche Bilder zusammengefügt werden müssen. Ruhiges und möglichst verwacklungsfreies Arbeiten waren hier also Pflicht. Zur Sicherheit habe ich für die Panoramen auch kürzere Verschlusszeiten gewählt, um den Bildausschnitt halten zu können.

Ach so, da ich gerade beim Thema Verwackelungen war, ein Stativ, welches ja eigentlich für Panorama Aufnahmen Pflicht ist, hatte ich natürlich nicht dabei. Das war mir dann beim Gassi gehen doch ein wenig „zu viel“. Auch andere nützliche Helferlein, wie etwa Fernauslöser oder diverse Filter waren nicht mit von der Partie.

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Nun da ich über die Aufnahmen mit dem 90 mm schon einiges erzählt habe, möchte ich nun kurz meinen Workflow mit etwas weitwinkligeren Objektiven anreißen. In diesem Fall spreche ich von meinem 35er. Da alle Panoramen, die hier zu sehen sind aus mehr als einem Bild bestehen, konzentriere ich mich hier auch nur auf die Besonderheiten, die es in dieser Richtung zu beachten gilt.

Sollen einzelne Bilder zu einem Panorama zusammengesetzt werden, ist es von Vorteil wenn die einzelnen Bilder im Hochformat aufgenommen werden. Auf diese Weise hat man in der Vertikalen noch etwas Luft und die Bilder bekommen nicht so merkwürdige „Schlitzformate“. Das ist wichtig, denn das ideale Seitenverhältnis für ein Panorama beträgt 2:1. Das ist natürlich ein Idealmaß, an das man sich nicht unbedingt krampfhaft halten sollte, Ausreißer nach oben oder unten haben durchaus auch Ihren Charme.

Und wahrscheinlich hat jeder von Euch schon einmal Panoramen gesehen, die ein gefühltes Seitenverhältnis von 10:1 haben oder? Sonderlich schön sehen diese Bilder nicht aus und man kann durch die extrem schmale Höhe auch nicht allzu viel erkennen. Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass Ihr auf diesem Blog durchaus solche Bilder finden könnt…

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Der zweite wichtige Punkt, den ich hier erläutern will ist die Belichtung. Auf diese muss besonders geachtet werden, wenn sich die Lichtsituation innerhalb des Motivs verändert. Dies ist meistens der Fall wenn das Panorama in der Horizontalen ein Sichtfeld von 180 Grad überschreitet. Ich gehe ich meist folgendermaßen vor. Zuerst Blicke ich durch den Sucher meiner Kamera und gehe den kompletten Bereich, den ich fotografieren möchte einmal mit aktivierten Belichtungsmesser ab.

Ich brauche hier wahrscheinlich nicht erwähnen, dass sich meine Kamera im M-Modus befindet. Ich beurteile die Lichtsituation in der Szenerie und versuche einen Kompromiss für die Aufnahmen zu finden, da ich die Belichtungseinstellungen nicht ändern will (das ist wichtig für die Nachbearbeitung der Bilder). Habe ich das gemacht, fertige ich nun die Bilder aus der Hand an.

Ich lasse die Bilder bei der Aufnahme normalerweise ca. 30 % überlappen, damit die Software diese in der Nachbearbeitung noch korrekt zusammensetzen kann. Hierzu merke ich mir einfach bei der Aufnahme markante Orte, die ich im Sucher sehe. Die Blende stelle ich meistens auf f8 und fokussiere auf unendlich.

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Achso, damit ich in der Nachbearbeitung unterscheiden kann, welche Bilder zu welchem Panorama gehören, halte ich nach jedem fertig aufgenommenen Panorama kurz die Hand vor das Objektiv und mache ein Bild. Diese Praxis hat sich bewährt, denn manchmal sehen zwei Teilbilder eines Panoramas sich erstaunlich ähnlich.

Wenn man Panoramen nur aus Einzelbildern aufnimmt ist es außerdem besonders Schwierig auf die Linienführung der Bilder zu achten. Zwar ist die Linienführung nicht immer das A und O, aber man sollte diesen Aspekt immer im Hinterkopf haben.

Sind alle Aufnahmen im Kasten geht es zu Hause an die Nachbearbeitung. Ich belasse zunächst meine aufgenommenen Raw Bilder auf der Speichkarte, denn diese archiviere ich sowieso nicht. Ich füge die Bilder im ersten Schritt einmal zu einem Panorama zusammen.

So ein Seitenverhältnis sollte nicht sein. Das ist jetzt natürlich nur zu Demonstrationszwecken ;)

So ein Seitenverhältnis sollte nicht sein. Das ist jetzt natürlich nur zu Demonstrationszwecken 😉

Hierfür setze ich zwei verschiedene Programme ein:

  • Panorama Studio 2 ist eine kostenpflichtige Software (es gibt sogar schon eine Version 3), mit deren Hilfe auch interaktive Rundgänge gespeichert werden können. Die Software ist nicht allzu teuer und bietet viele Konfigurationsmöglichkeiten.
  • Den Microsoft Composite Editor setze ich immer ein wenn es schnell gehen soll. Die Software ist kostenlos und sehr einfach zu bedienen. Das tolle ist die fast immer 100 Prozentige Treffgenauigkeit, die das Programm aufweist. Ich habe damit schon Panoramen aus über 200 Einzelbilder zusammengefügt und es funktionierte tadellos (ich war da sogar schon im Gigapixel Bereich unterwegs).

Nachdem die Bilder zusammengefügt sind, speichere ich Sie als Tif Datei ab (Raw Format) und kopiere Sie in die passende Stelle meines Bilderarchivs hinein. Die Einzelbilder lösche ich dann an dieser Stelle. Nun folgt der ganz normale Workflow mit Lightroom. Seit der Version 6 beherrscht Lightroom ja ebenfalls das Zusammenstellen von Panoramen, aber ich war vor allem mit der Bearbeitungszeit sehr unzufrieden. Lightroom braucht für die Erstellung der Panoramen teilweise die vierfache Zeit der beiden oben genannten Programme.

So, nun habe ich schon wieder etwas mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte, aber ich hoffe doch, dass Euch diese paar kleinen Tipps (sofern Ihr sie nicht eh schon kennt) geholfen haben. Und natürlich hoffe ich auch, dass die Bilder Euch gefallen haben.

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Im nächsten Artikel gibt es dann wieder ein schönes Video zu einem interessanten Stück Technik, welches ich zurzeit mit meinen Kameras einsetze.

 

Bis dahin

 

Euer Mario

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