Mittelalterfest auf Burg Hanstein

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Hallo an alle zusammen. Am letzten Wochenende war ja wieder das Mittelalterfest auf der Burg Hanstein im Eichsfeld. Ich muss allerdings zu meiner Schande gestehen, dass ich in diesem Jahr leider nicht dabei war. Eigentlich wollte ich ja gerne auf das Fest, aber ich konnte leider nicht, da mir wichtigere Pläne dazwischen kamen. Und zwar war das Wetter endlich mal wieder schön. Fast ganze 4 Wochen war der Himmel eine einzige graue Suppe, aber letzten Samstag konnte ich dann nach langer, langer Zeit endlich wieder die Sonne sehen. Ich nutzte das Wochenende dann in erster Linie um einige Zeitraffer Sequenzen in der Natur zu drehen. Dabei konnte ich zum ersten meine neue Canon im Zeitraffer betrieb austesten und zum zweiten meinen neuen motorbetriebenen Slider (Den stelle ich dann auch noch in einem Video vor).

Aber zum Glück vergaß ich durch meine Schusseligkeit den Artikel zum Mittelalterfest vom letzten Jahr zu Posten. Habe ihm gerade eben bei den Entwürfen hier im Blog wieder gefunden (zuletzt bearbeitet am 09.09.2015). Nun könnte ich ja theoretisch einfach cheaten und sagen, dass der Artikel vom diesjährigen Fest ist, aber so etwas mache ich natürlich nicht. Posten möchte ich den Artikel natürlich trotzdem, weil es ganz einfach zu schade wäre ihn jetzt zu löschen.

Also dann viel Spass mit dem Mittelalterfest auf der Burg Hanstein vom letzten Jahr!

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Ende August, es ist also schon ein paar Wochen her, war ich auf meinem wohl letzten Mittelalterfest für dieses Jahr. Es ging in das Eichsfeld, zur Burg Hanstein.

Das Burggelände ist recht klein und es war einiges los. Das verriet mir schon die riesige Parkfläche, die extra für diesen Zweck bereitgestellt war und für hunderte von Autos Platz bot.

Den Parkplatz konnte ich mir dann auch gleich zweimal ansehen, denn kurz vor dem Einlass zur Burg fiel mir auf, dass ich noch etwas im Auto vergessen hatte. Also den ganzen Weg noch einmal zurück, Puh!

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Als wir es dann endlich auf das Burggelände geschafft hatten, nahmen wir erst einmal eine kurze Verschnaufpause. Gleich am ersten Imbiss gönnte ich mir eine Bretzel.

Nach dieser kurzen Pause musterten wir erst einmal das Gelände. Die Burg war von zwei Ringen umgeben, in denen es sich die Händler und Schausteller bequem gemacht hatten. Bevor wir also in die Burganlage selbst gingen, wollten wir zuerst das Drumherum ausgiebig erkunden. Da der Tag ja lang ist, hatten wir dazu auch viel Zeit.

Was beim ersten Rundgang natürlich auch immer ganz praktisch ist, ist dass man sich an den Ständen die Dinge aussuchen kann, die man sich später kaufen will. Später natürlich, weil man ja nicht den ganzen Tag damit herum laufen will.

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Und so klapperten wir als Erstes den inneren der beiden Ringe ab. Hier befanden sich die eben genannten Händler und Handwerker. Wie immer war wieder alles vertreten. Naja bis auf einen Kräuterhändler, den ich wirklich schmerzhaft vermisste (kein Tee?!). Es gab also Schmiede, Bogenbauer, Ledermacher, Töpfer, diverse Schmuckhändler und natürlich die mehr als wichtigen Met Stände. 😉

Meine Einkäufe konnte ich mir beim ersten Rundgang schon gut ausmalen. Im äußeren Ring waren die Zeltlager der Schausteller zu finden. Das bedeutet natürlich, dass man beim Durchstreifen hier unbedingt die Kamera griffbereit haben sollte. Kaum angekommen ging es auch schon los.

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Eine Fee wollte unbedingt Ihre Flugkünste demonstrieren und sauste an mir vorbei. Da hieß es natürlich schnell sein. Im manuellen Modus musste ich dazu noch flink im Verändern der Einstellungen sein. Auch sonst gab es im äußeren Ring viel zu sehen. An den Ritterlagern saßen die Schauspieler und Musiker und entspannten sich hier zwischen Ihren Auftritten. Es wurde gebrutzelt, getrunken, gelacht und gesungen.

Und auch als Kameratouri war es kein Problem sich dazu zu gesellen und mitzufeiern! Genau wegen dieser gastfreundlichen Atmosphäre liebe ich solche Mittelalterfeste.

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Schön war auch, dass man bereits vom äußeren Ring (welcher ja am niedrigsten liegt) bereits eine gute Rundumsicht auf die umliegende Landschaft hat. Und weil es an diesem Tag so klar war und kein Dunst die Sicht versperren konnte, war die Aussicht umwerfend. Das ist ja in Thüringen mit seiner hügeligen Landschaft immer der Fall. Ich konnte die Dörfer in der Nähe, die Felder und Wälder und natürlich die umliegenden Burgen (davon gibt es hier ja eine Menge) sehen.

Als wir mit unseren Rundgängen durch die beiden Ringe fertig waren, machten wir erst einmal eine wohlverdiente Pause, denn schließlich haben diese beiden Runden einige Stunden in Anspruch genommen.

Während dieser Pause gönnten wir uns eine selbstgemachte Limonade, die es hier gab und einen kleinen Imbiss. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Ritterschau, die hier stattfand. Diese war relativ kurz (ca. 20 min), es gab einige Show kämpfe zu bewundern bei denen auch einiges zu Bruch ging. Schön war, dass unter den Besuchern viele dabei waren, die in mittelalterlichen Trachten oder Fantasy Roben gekleidet waren. So viele habe ich bis jetzt auf keinem anderen Mittelalterfest gesehen.

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Nun ging es endlich in die Burganlage, von der noch erstaunlich viel erhalten war. Wir blieben zunächst im etwas verwinkelten Burghof, wo es in erster Linie essbares gab. Es wurde gegrillt und ausgeschenkt, an den vielen Biergarnituren, die aufgebaut waren, wurde gegessen, getrunken und gefeiert. Daneben standen zwei Musiker, welche die passende Untermalung zur Szenerie gaben.

Auch ich gesellte mich einige Minuten zu den Musikern und lauschte den Klängen. Hinter diesem Imbiss/Bierstand gab es noch einen großen steinernen Balkon, von wo aus es eine sehr schöne Aussicht auf die umliegende Landschaft und den beiden Burgringen gab. Neben dieser Aussicht gab es hier auch noch etwas Essbares zu kaufen. Es gab Handgemachtes (also richtig Handgemachtes Brot) und Käsespezialitäten aus der Region zu probieren und zu kaufen.

Nach dieser kleinen Kostprobe wollten wir uns nun das innere der Burg vornehmen. Angefangen haben wir natürlich in der ersten Etage. Hier wurde Wein ausgeschenkt, natürlich wieder alles aus regionalen Quellen. Ich probierte ein kleines Glas Löwenzahnwein. So komisch es klingt aus Löwenzahn Wein herzustellen, so gut hat mir die Kostprobe geschmeckt. Es gab noch mehr exotische Sorten wie diese zu probieren.

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In der zweiten Etage warf ich nur einen kurzen Blick, weil es da jetzt nicht so interessant war. Es gab hier schlicht und einfach nur Kaffee und Kuchen. Das war zu dieser Zeit nichts, worauf ich Lust hatte.

Bevor es in den Keller ging, wollte ich zunächst den Burgturm besichtigen. Auf diesem gelang man über eine Wendeltreppe, die immer schmaler wurde je weiter man nach oben ging. Da Mutter auf halben Weg wegen der Platzangst ausstieg, musste ich den Rest des Weges alleine erklimmen. Leider war die Treppe überhaupt nicht beleuchtet. Also gar nicht, keine einzige Glühbirne war hier zu finden. Das war jetzt Suboptimal, weil ich meine Sonnenbrille auf hatte (draußen war ja strahlender Sonnenschein).

Ich musste mir also meinen Weg nach oben ertasten. Dazu kam noch, dass die Treppe irgendwann so eng wurde, dass ich nur noch Seitwärts gehen konnte. Kritisch wurde es dann natürlich wenn mir Leute entgegen kamen, die auf dem Weg nach unten waren.

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Aber mit viel Geduld habe ich auch das irgendwann geschafft und kam oben auf dem Turm an. Hier war ich noch einmal gut vierzig Meter höher als im Burghof, wo ich eben schon diese tolle Aussicht hatte. Zu beschreiben ist das kaum, noch nicht einmal die Bilder kommen den live Gefühl dort oben nahe.

Hier oben verweilte ich eine ganze Weile, zum einen weil die Atmosphäre hier so klasse war und zum anderen weil ich keine Lust auf den Abstieg durch die enge Wendeltreppe hatte. Irgendwann musste ich aber dann doch wieder zurück, schließlich hatte ich noch nicht alles von der Burganlage gesehen.

Die nächste Station war der Folterkeller, zu dem man vom Hauptsaal aus durch eine Treppe gelangen konnte. Der Folterkeller war geräumig, wenn auch an einigen Stellen verschüttet, aber noch voll ausgestattet. Die Folterinstrumente waren hinter einen abgesperrten Band zu bestaunen.

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Wenn man sich die diversen Folterinstrumente genauer ansah, konnte man sich schnell vorstellen wie diese funktionierten und vor allem wie schmerzhaft die Anwendung gewesen sein musste. Also positives sei noch hervorzuheben, dass es hier angenehm kühl war. Es herrschten ca. kühle 18 Grad, was ein wirklich angenehmer Unterschied zwischen den 34 Grad draußen war.

Jetzt haben wir also alles von der Burganlage bestaunen können. Naja alles außer eines. Bei meinem Weg zum Turm kam ich in der vierten Etage noch an einem Museumsflügel vorbei, den ich mir aber nicht näher anschaute.

Der Tag war nun schon etwas fortgeschritten und wir hatten nun schon wieder etliche Kilometer an Fußmarsch hinter uns. Jetzt war also die perfekte Gelegenheit für eine kleine Pause. Und die kam auch gerade gelegen, denn nach meinem Veranstaltungsplan sollten die Spielleute von Saltatio Draconum jetzt auftreten! Diese kannte ich noch nicht und ich musste zugeben, dass ich im Vorfeld keine Minute Zeit dazu gefunden habe, mir im Internet mal etwas dazu anzuhören 🙁

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Aber jetzt ergab sich ja die passende Gelegenheit. Naja, oder auch nicht, denn wir warteten bereits eine ganze Weile aber es kamen keine Spielleute. Dafür kamen die Ritter aber wieder an geritten und kündigten lautstark ihre finale Show für diesen Tag an. Schade also um die Spielleute. Wir hatten uns zu dieser Zeit jedenfalls schon genug ausgeruht und konnten jetzt weiter.

Eine letzte Sache stand noch an. Die Einkaufstour! Bereits bei meinen ersten Rundgängen durch die Stände, habe ich mir ja schon alles ausgesucht, was ich kaufen wollte! Nun ging es ans Einsammeln. 🙂

Ich kaufte mir zwei handgemachte Becher und als Inhalt dazu passend eine Flasche leckeren Met. Damit war meine Tasche auch schon voll und wir machten uns nach einer letzten kleinen Pause (um die Atmosphäre zu genießen) wieder zurück zum Auto. Am Abend würde auch noch ein Feuerwerk stattfinden, aber das war noch in weiter Ferne und vom vielen Rumstehen und Herumlaufen taten mir langsam schon die Füße weh. Und das will immerhin etwas heißen, denn an der Nordsee legten wir jeden Tag eine Strecke von durchschnittlich 15 Kilometer zurück!

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Daheim angekommen hieß es dann erst einmal entspannen. Und natürlich habe ich auch schon die ersten Bilder sortiert und bearbeitet!

Wie es vom Wetter her aussieht, war dies wohl meine letzte Tour für dieses Jahr (war es auch nicht:), aber ich lasse mich natürlich gerne noch überraschen. Vielleicht kommen ja noch ein paar schöne Tage.

Bis dahin

Euer Mario

PS: In der Galerie unter dem Artikel habe ich wieder sämtliche Bilder des Artikels gespeichert (also auch die, die im Artikel selbst nicht zu sehen sind)

 

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