Ein erstes „Maczit“

Im letzten Monat schrieb ich ja, dass ich mich auf das Apple Experiment eingelassen haben. Nun ist schon wieder einige Zeit vergangen und so habe ich inzwischen die letzten beiden Wochen mit meinem Macbook verbracht. Genug Zeit also für ein kleines Fazit! Ich fange zuerst einfach mal mit den positiven Sachen an.

Zu allererst komme ich auf einen Punkt, welcher mich wohl am meisten beeindruckt hat. Das ist nämlich die Geschwindigkeit des Rechners. Hier machte ich mir im Vorfeld keine allzu großen Hoffnungen, denn es steckt ja nur ein Core2Duo mit 4 GB RAM in dem Notebook. Um so positiver überraschte mich dann doch das Arbeitstempo, welches das Macbook an den Tag legt!

Ich schalte es ein und kann (fast) sofort loslegen! Der Brotvorgang dauert keine 10 Sekunden. Auch das Starten von Programmen, die ich so für die tägliche Arbeit brauche geht extrem fix! Dies ist wohl der Punkt, welcher mich am meisten beeindruckt hat.

Zum Vergleich, mein Arbeitsnotebook (Core i7 4. Generation, 16GB RAM, Radeon R9 260) braucht gut und gerne 5 Minuten, bis alles vollständig hochgefahren ist und alle benötigten Programme geöffnet sind. Das ist auch der Grund weshalb ich das Notebook nie abschalte, sondern immer nur in den Ruhemodus schicke. Beim Mac ist alles innerhalb von einer Minute startklar.

Ein weiterer cooler Punkt ist das Touchpad. Die verschiedenen Gesten, die es gibt finde ich wirklich gut, so gut sogar, dass ich einen stationären Rechner mit einer Maus/Touchpad-Kombination bediene. So wische ich zwischen Programmen, die im Vollbildmodus laufen hin und her, oder scrolle Website und Dokumente mit dem Pad, oder ich vollführe die Geste zum Zeigen alle gerade geöffneten Programme.

Und diese seltsame Maus/Touchpad-Kombination lässt sich auch noch äußerst komfortabel bedienen!

Einen weiteren Punkt fängt sich das Betriebssystem gerade beim Schreiben dieser Zeilen ein. Ich glaube Ihr wisst schon was ich meine. Es ist natürlich die automatische Rechtschreibkorrektur, die immer mitläuft und mir als alten Rechtschreiblegastheniker doch schon einige Arbeit abnimmt.

Aber es gab natürlich auch ein paar Missgeschicke! Diese betrafen in meinem Fall Lightroom und waren wohl Hardwarebedingt. Während die Arbeit mit Photoshop und Lightroom für berufliche Zwecke ganz ausgezeichnet funktionierte, versagte gerade Lightroom beim Bearbeiten von Zeitraffer Sequenzen.

Lightroom hing sich beim Exportieren einiger Sequenzen sogar dermaßen auf, dass ich das gesamte Macbook hart neustarren musste. Das dumme daran war, dass mir Lightroom dabei jedes Mal die Datenbank zerschossen hat, sodass ich immer wieder ein Backup einspielen musste. Und da meine Lightroom Datenbank für den Zeitraffer Katalog knapp 35 GB groß ist, dauerte das Kopieren jedes Mal einige Zeit.

Nach dem dritten Absturz war mir das ganze dann zu lästig, sodass ich es Vorzug meine Zeitraffer Sequenzen dann doch lieber auf meinem Windows PC zu rendern. Während das Macbook es schafft eine Sequenz zu Rendern, sind es bei meinem Windows PC immerhin schon 4. Aber der PC ist rein Hardwaretechnik auch 10 Mal schneller.

Zum Abschluss hole ich noch einmal etwas weiter aus und schreibe, was mich am meisten gestört hat. Prinzipiell muss ich sagen, dass die Arbeit am Mac sehr einfach und angenehm ist. Programme installieren und deinstallieren ist einfach ein Traum und ich liebe die Kontext basierte Taskleiste am oberen Rand des Bildschirms!

Aber ich muss auch sagen, dass mir einige Dinge am Mac zu einfach gehalten sind. Ich spreche hier speziell vom Finder. Da ich bei meiner Arbeit viel mit Mediendateien hantieren muss, habe ich mich wirklich sehr schnell an den Windows Explorer gewöhnt, welcher auch für mich seit Windows 8 das Maß der Dinge darstellt.

Der Explorer ist sehr übersichtlich und vor allem kann er ungemein viele Informationen mitteilen. Auch die Möglichkeit Kopiervorgänge zu pausieren, beispielsweise damit man seine Prioritäten selber setzen kann finde ich super.

Im Finder vermisse ich viele der Features, die mir der Windows Explorer bot und an die ich mich mit der Zeit auch gewöhnt habe. So habe ich beispielsweise noch nicht herausgefunden, wie ich (außer in der Listenansicht) mehrere Dateien auf einem Schlag markieren kann (vielleicht könnt Ihr mir hier helfen). Das ist beispielsweise wichtig, wenn ich auf meiner SD-Karte mehrere Zeitraffer Sequenzen habe, die ich kopieren möchte, oder wenn sich mehrere Kundenprojekte auf der Karte befinden.

Da ich die Listenansicht nicht immer verwenden kann, weil ich mich anhand der Bildvorschau orientieren muss, war es für mich äußerst lästig sich immer die Dateinamen zu merken, dann zur Listenansicht zu wechseln um zum Schluss dann endlich die Dateien kopieren zu können.

Aber wie gesagt, vielleicht sind hier ja erfahrene Mac User, die mir dabei helfen können. Schreibt es einfach unter die Kommentare, mein Dank ist Euch gewiss!

Ein weiteres Feature des Windows Explorers, welches ich hier vermisse ist die das Feedback zu den Aktionen, die ich gerade mache. Wenn ich im Explorer beispielsweise einen Ordner mit 1000 Bildern habe und davon 250 markiere, dann sagt mir das der Explorer auch. Denn dann steht unten „1.000 Dateien, 250 markiert“.

Diese Information im Zusammenspiel mit der Symbolansicht ist für mich so unglaublich hilfreich, dass ich nur schwerlich darauf verzichten will. Für die Arbeit fertige ich beispielsweise 360 Grad Produktanimationen an, was bedeutet, dass ich von einem Produkt beispielsweise 60 Bilder von allen Seiten erstelle. Und normalerweise schicken mir meine Kunden mehr als ein Produkt, was bedeutet, dass ich irgendwann 600 Bilder auf der SD Karte habe, welche allesamt 360 Animationen sind. Im Windows Explorer markiere ich in der Listenansicht nun einfach so viele Dateien, bis mir der Explorer sagt, dass ich die Zahl 60 erreicht habe. Dann kopiere ich und während der Kopiervorgang läuft, markiere ich schon die nächsten Dateien.

Da mir der Mac gerade die Information über die markierten Dateien nicht gibt, ist die Arbeit hier etwas umständlicher. Entweder ich zähle in der Listenansicht die Anzahl der Dateien mit, oder ich muss mir große Symbole anzeigen lassen um zu sehen wann eine Sequenz aufhört und die nächste anfängt. Und in der Symbolansicht habe ich ja auch noch nicht begriffen, wie ich denn nun mehrere Dateien auf einen Schlag markieren kann.

Aber vielleicht ist das auch wieder nur eine Konfigurationssache und irgendjemand von Euch kann mir sagen, wie ich das für mich passend einstelle.

So, das war also mein Bericht über die ersten beiden Wochen am Mac. Beim nächsten Mal gibt es dann auch wieder ein paar Bilder, denn ich war nämlich auf der Jagd!

Bis dahin

Euer Mario

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