Zum generischen Rennen

Letzten Monat fand bei uns hier auf dem Flugplatz ein Autorennen statt. Im Vorfeld wusste ich davon natürlich nichts. Nein, erst als ich den Lärm hörte und dem nachgehen wollte, erfuhr ich von dem Renn-Event.

Bis heute kann ich nicht sagen, welche Liga, Klasse oder auch nur welchen Namen das Renn-Event hatte. Aber im Prinzip ist das ja egal! Das Rennen war mal wieder eine tolle Gelegenheit die Kamera heraus zu holen und ein paar Bilder zu machen.

Und weil der Eintritt auch noch frei war, hat es umso mehr Spass gemacht. Einziges Manko war, dass das Wetter nicht so wollte. Es hat ständig geregnet, was ehrlich gesagt ziemlich nervig war.

Die Aktion war also eher ein Job für zwei. Und so fuhr ich bei einem Kollegen mit, um gemeinsam die Bilder anzufertigen. Vor Ort angekommen wechselten wir uns dann immer ab. Einer musste den Regenschirm halten, während der andere Fotografieren konnte.

Dabei wurde alle zwei Runden (also Rennrunden) abgewechselt. So kamen wir beide auf unsere Kosten.

Kamera mäßig hatte ich meine OMD dabei. Von allen Kameras ist die Olympus mit Abstand die schnellste und war damit für diese Art der Fotografie natürlich am besten geeignet. Außerdem bin ich von Olympus ja zur Zeit sowieso am meisten angetan, dass ich meine OMD eigentlich allen anderen Kameras vorziehe.

Als einzigstes Objektiv hatte ich das Zuiko 70-300 mm (140-600 mm Kleinbild). Die meiste Zeit war ich jedoch mit 70 mm unterwegs. Mein Kollege nutze übrigens eine D7100 mit einem Nikkor 70-300 mm Objektiv. Meine OMD war bei der Seriengeschwindigkeit einfach mal doppelt so schnell. 😉

Aber zurück zum Event! Wenn ich nicht gerade mit dem Halten des Regenschirms beschäftigt war, versuchte ich es zu Anfangs mit langen Brennweiten und dem Einfrieren der Bewegung.

Später wollte ich dann ein paar „Mitzieher“ versuchen. Auch wenn ich anfangs ein bisschen skeptisch, ob der langen Brennweite war (140 mm KB), hat es doch ganz gut gepasst.

An dieser Stelle kann ich auch gerne etwas über die Technik, die dahinter steckt verraten. Wenn Ihr auch einmal ein paar Mitzieher machen wollt, müsst Ihr in erster Linie die Geschwindigkeit Eures Motivs gut einschätzen können.

Das ist wichtig, denn die angenommene Geschwindigkeit des Motivs bestimmt die Verschlusszeit, die Ihr an Eurer Kamera einstellen müsst. Als Faustregel gilt hier folgendes:

„Die Geschwindigkeit des Motivs ist die Kehrtwende der Verschlusszeit!“

Wenn sich das Motiv also mit einer angenommenen Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde bewegt, dann sollte die Verschlusszeit ungefähr 1/100 betragen.

Diese Faustregel ist sehr wichtig, denn Sie hilft Euch zwei Fehler zu vermeiden. Der erste Fehler ist eine zu schnelle Verschlusszeit. Bei einer zu schnellen Verschlusszeit schafft Ihr es mit Eurer Bewegung nicht, den Hintergrund verschwimmen zu lassen. Der zweite Fehler ist das genaue Gegenteil. Ist die Verschlusszeit zu lang, wird es sehr schwierig (bis unmöglich) das Motiv noch scharf ablichten zu können. Beide Fehler versauen Euch natürlich das Bild. Aus diesem Grunde gibt es die besagte Faustregel.

So schätze ich in meinem Fall die Geschwindigkeit auf ungefähr 80 Km/h ein. Ich stellte die Verschlusszeit also logischerweise auf 1/80. Diese Verschlusszeit hat auch in etwa gepasst, auch wenn ich im Nachhinein beim Betrachten der Bilder am Monitor feststellte, dass 1/60 vielleicht die bessere Wahl gewesen wäre.

Aber zum Glück ging es noch. So, was müsst Ihr für das Mitziehen noch wissen?! Ach ja, der Autofokus. Diesen solltet Ihr auf kontinuierlich stellen. Ich habe es sowohl mit 3D tracking, als auch mit dem AF-C Modus probiert und muss sagen, dass AF-C hier eindeutig besser ist. Das 3D Tracking macht mir in manchen Situationen einfach noch zu viele Fehler.

Wenn der Autofokus eingestellt ist, kommt der schwierigste Teil. Das eigentliche Mitziehen. Beobachtet Euer Motiv schon aus der Entfernung. Noch bevor es bei Euch angekommen ist, müsst Ihr durch den Sucher Blicken und Euch bereit machen.

Wenn das Motiv von links kommt, müsst Ihr einen Fokuspunkt am Linken Rand auswählen, kommt es von Rechts, dann wählt einen Fokuspunkt am rechten Rand. Jetzt wird es schwierig. Sobald das Motiv in Eurem Blickfeld ist müsst Ihr es mit der Kamera verfolgen.

Der Fokuspunkt sollte dabei förmlich an Eurem Objekt „kleben“. Das bedeutet, dass Ihr Euch genau so schnell mit drehen müsst, wie sich Euer Motiv bewegt. Achtet aber während der Aktion immer darauf, dass sich das Motiv auch komplett in Euren Blickfeld befindet.

Während Ihr die Bewegung verfolgt, ist natürlich Dauerfeuer angesagt. Also stellt die Kamera auf den schnellen Serienmodus.

Für die Verfolgung ist sehr viel Präzision in der eigenen Bewegung erforderlich. Also seid nicht besorgt, wenn Ihr hier viel Ausschuss produziert. Jeder und ich meine JEDER produziert bei so etwas viel Ausschuss.

So habe ich zum Beispiel für 50 brauchbare Bilder etwa 600 Auslösungen benötigt!

Gut, das war es dann wieder einmal für heute. Ich hoffe, dass ich Euch ein paar brauchbare Tipps mitgeben konnte. Viel Spass bei Euren Foto Sessions!

Euer Mario

PS: Unter dem Artikel findet Ihr wie immer die Galerie mit sämtlichen Bildern. Um diese zu sehen, müsst Ihr allerdings den Artikel anklicken.

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