Endlich Stahlwolle

Vor ein paar Tagen habe ich endlich die Fotosession gemacht, die schon seit Jahren auf meiner Liste steht. Warum ich in der ganzen Zeit noch nicht dazu gekommen bin, weiß ich selber nicht so richtig.

Aber egal, ich habe endlich mal eine Session mit Stahlwolle gemacht. Das ganze war auch eine recht spontane Aktion. Da es an diesem Tag schön geregnet hat, entschloss ich mich nur zwei Stunden bevor es los ging dazu die Bilder zu machen.

Also blieb für die Planung leider nur wenig Zeit! Die Locations, an der so etwas zu machen ist, sind hier bei mir sehr arg begrenzt. Da ich in einer Kleinstadt wohne, noch dazu in einer Kleinstadt mit ebenso kleinkarierten Menschen, musste ich mir einen Ort aussuchen, der etwas abgeschiedener ist, wo sich also niemand beschweren würde.

Die hiesige Feuerwehr war bei meiner ersten Überlegung der perfekte Ort dafür. Eine Feuerwehr als Hintergrund für den Funkenflug zu nehmen entbehrte nicht einer gewissen Ironie.

Also Kameras, Ausrüstung und Helfer ins Auto und ab geht es! Kurz nach 21:00 Uhr trafen wir dann am Aufnahmeort ein. Es war noch etwas zu früh, was aber nicht unbedingt verkehrt war. So konnten wir uns den Platz noch einmal genauer ansehen und entscheiden, wo das Equipment aufgebaut und die Stahlwolle durch die Gegend gewirbelt werden sollte.

Als Material für den Funkenflug reichte mir ein kurzer Strick, ein Schneebesen, sowie eine kleine Packung Stahlwolle, welche ich mir bei Amazon bestellt hatte. Das war im Nachhinein vielleicht nicht unbedingt die günstigste Lösung, denn für die Stahlwolle zahlte ich knapp 12,- €. Aber immerhin hatte ich für diese 12,- € insgesamt drei Versuche. Der Funkenflug dauerte bei jeden Versuch aber nur ca. 1,5 Minuten.

Insgesamt habe ich für das Material so ca. 20,- € bezahlt. Dafür hatte ich dann 5 Minuten reine Fotozeit. Beim nächsten Mal werde ich wohl lieber die lokalen Baumärkte abklappen und versuchen das Material etwas günstiger zu bekommen.

Kameratechnisch hatte ich meine D5200 und die OMD dabei. An der D5200 nutze ich mein Sigma 18-200 und an der OMD das Sigma 19 mm Art. Für das 18-200er hatte ich außerdem noch einen Graufilter dabei, welchen ich aber nicht benötigte, da er viel zu viel Licht wegnahm.

Die Zeit verging und bis schließlich alles aufgebaut und besprochen war, begann auch schon langsam die Dämmerung. Die Kameras schaltete ich beide in den A-Modus und wählte eine mittlere Blende von f9 (an der OMD ein wenig offener). Waren die von den Kameras berechneten Verschlusszeiten kurz nach 21:00 Uhr noch weit unter einer Sekunde, so sah dies eine gute halbe Stunde später schon anders aus.

Jetzt wollten die Kameras mit 2 Sekunden belichten, was ungefähr auch den Wert entsprach, mit den ich anfangen wollte. Das Motiv hatte ich schon im Vorfeld scharf gestellt, der manuelle Fokus war aktiviert und an beiden Kameras war die Serienfunktion eingeschaltet.

Ich ließ die Kameras aufnehmen, blockierte den Auslöser und legte los. Nach jeden der drei Versuche machten wir eine kleine Pause und ließen es noch dunkler werden (damit die Kameras länger belichten mussten). Kurz nach 22:00 Uhr war die letzte Stahlwolle abgebrannt und die Session im Kasten.

Beim ersten Versuch war ich wirklich überrascht, wie weit die Funken fliegen. Mein Auto stand bestimmt in 7 Meter Entfernung und trotzdem flogen die Funken einfach darüber hinweg. Also musste ich nach dem ersten Versuch als aller erstes mein Auto umparken.

Beim dritten Versuch, als ich meinen Helfer anwies etwas mehr Action zu machen, wirbelte er die Stahlwolle kreuz und quer die Luft. Dabei wirbelte sie auch mir und meinen Kameras entgegen. So ca. einen halben Meter von den Kameras war dann Schluss. Bei dieser Aktion sind dann auch die besten Bilder des Abends entstanden!

Aber nun zur Aufnahmetechnik:

Die Belichtungszeiten schwankten zwischen 2 und 5 Sekunden. Mit dem Graufilter an der OMD belichtete ich versuchsweise auch einmal ganze 60 Sekunden, war mit dem Ergebnis aber nicht so zufrieden. Die Belichtungszeiten zwischen 2 und 4 Sekunden brachten meiner Meinung nach die besten Ergebnisse.

Ich werde solch eine Session auf jeden Fall noch einmal wiederholen und bin auch schon fleißig am überlegen, wo ich das denn machen werden.

Es hat schon wirklich verdammt viel Spass gemacht und ich bin froh das ich dieses Experiment endlich angegangen bin. Die Bilder wecken auf jeden Fall Appetit auf mehr!

Bis dahin

Euer Mario

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