
Hallo zusammen! Nach einer langen Phase bestehend aus Krankheit und wenig Zeit finde ich jetzt endlich die Gelegenheit, meinen Jahresurlaub weiter aufzuarbeiten. Leider musste ich letzten Monat auch den traditionellen Jahresabschluss hier auf dem Blog ausfallen lassen. Wenn ich ihn nachhole, dann werde ich das vermutlich in einem einzigen Artikel tun. Ich gebe mir nun hiermit offiziell bis zum 28.02. Zeit, dies zu tun.
Nachdem das gesagt ist, fangen wir mit dem nächsten Teil des Urlaubs an. Wenn mich nicht alles täuscht, sind wir nun am Tag 5 der Reise angekommen. An den vorherigen Tagen muss wohl irgendetwas passiert sein, denn am Tag 5 machten sich so ganz langsam Halsschmerzen bei mir breit. Da ich mich kenne, wusste ich schon, dass das nicht gut ausgehen wird.
Also erstmal auf zum Frühstück und dann in irgendeinen Supermarkt. Bonbons beschaffen war angesagt. Natürlich habe ich mir wieder solche gekauft, die es hierzulande nicht gibt. Und ich muss sagen, dass ich die spanischen Bonbons sehr lecker fand. Vor allem haben sie mir geholfen, die Halsschmerzen für diesen Tag zu unterdrücken. Nachdem ich also einen Vorrat gekauft hatte, konnte es losgehen.
Für den Vormittag wollten wir einen kleinen Ausflug mit einer motorisierten Kutsche machen. Es ging kreuz und quer durch Alcudia. Hier gab es tatsächlich sehr, sehr viel zu sehen und viel zu viele Informationen. Nachdem dieser Part abgeschlossen war und wir wieder in der Hotelanlage waren, ging es erst einmal ans Mittagsbuffet und zu den Pools. Am frühen Abend wollte ich dann noch eine lokale Sehenswürdigkeit erkunden. Ich wollte zur „Cueva de Sant Martí“, einer unterirdischen Kapelle. Die Bilder auf Google Maps sahen sehr spannend aus und so machte ich mich auf den Weg.
Geschlossen. Und das schon seit Jahren! Man hätte zwar relativ leicht über den Zaun gekonnt, aber da ich alleine zu dieser Sehenswürdigkeit gelaufen bin, wollte ich das Risiko dann doch nicht eingehen. Also trat ich unvollendeter Tage wieder den Rückzug an. Den Abend verbrachten wir dann noch am Strand und genossen die Atmosphäre.

Am Tag 6 hatte es mich dann erwischt. Halsschmerzen, Fieber, Nase, Husten. Das volle Programm. Ich war krank! Also musste ich die Zeit bis zu Tag 9 im Hotelzimmer verbringen. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie mich das genervt hat. So ein teurer Urlaub und jetzt musste ich ganze 4 von meinen 14 Tagen wegen Krankheit im Hotelzimmer verbringen. Wenigstens konnte ich ab dem zweiten Tag zum Essen gehen. Das gute Essen und vor allem das reichliche Buffet waren ein kleiner Trost für mich. Wenigstens hatte ich mein iPad dabei, sodass ich wenigstens ein bisschen Entertainment hatte. So ganz nebenbei: Die spanische Werbung bei YouTube Videos ist wirklich witzig!
Der Urlaub näherte sich auch schon langsam wieder seinem Ende. Das Wetter war in den letzten Tagen immer etwas unstetig gewesen. Auf Sommer, Sonne und Sonnenschein folgten immer mal wieder kurze, heftige Regenschauer und Gewitter. Diese dauerten immer nur ein paar Minuten. Wenn Sie jedoch in einem schlechten Moment kamen, war das recht unschön.
Wie auch immer, am Tag 10 interessierten wir uns für die Ranxo Ses Roques. Hier konnte man Reittouren buchen und ein kleiner Streichelzoo war hier auch. Wir wollten erst einmal hingehen und uns die ganze Sache anschauen. Also wie die Leute reiten und natürlich den Streichelzoo. In diesem gab es Wasserschildkröten, Schweine, Pferde, Esel, Ochsen, Ziegen und allerlei Geflügel. Bei dieser Gelegenheit komme ich nicht umhin zu sagen, wie sehr ich Esel mag. Und der hier im Streichelzoo war wirklich ganz, ganz toll.
Nachdem wir uns alles angesehen hatten, wurde beschlossen, dass wir am nächsten Tag eine Reittour buchen wollten. Am Abend konnte ich mir dann endlich einmal wieder die Show ansehen!
Am nächsten Tag war es dann soweit. Die Reittour stand an. Der erste Schock kam, als ich neben meinem Pferd stand. Ich bin ja noch nie geritten und kenne das nur aus Filmen, aber ich war schon einigermaßen geschockt, als ich merkte, dass das Pferd größer war als ich. Und vor allem, dass ich da gleich hoch muss. Und später auch irgendwie wieder runter!

Aber ok, ich hatte mich dazu bereit erklärt, also musste ich da durch. Damit es sich auch lohnt, haben wir die 2-Stündige Tour gebucht. Mein Pferd hieß übrigens Estador. Estador war im Grunde sehr lieb. Aber auch sehr hungrig. Er befand sich gerade beim Essen, als ich aufsteigen sollte. Ich musste ihn also dabei unterbrechen.
Als Einweisung habe ich bekommen:
Rechter Zügel = Nach rechts Laufen
Linker Zügel = Nach links Laufen
Beide Zügel = Langsamer werden und/oder Anhalten
Nichts Essen lassen!
Wir waren so ungefähr zehn Leute in der Gruppe, die von zwei Angestellten begleitet wurden. Die Pferde kennen sich zum Glück sehr gut aus und können die Tour eigenständig bewältigen (sonst wäre das gewiss eine Katastrophe geworden). Nur einmal war Estador ein bisschen verwirrt und wir brauchten Hilfe.
An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich die gesamte Tour sehr unangenehm empfand und teilweise auch Angst hatte. Estador war wirklich ein ganz tolles Pferd, aber ich weiß jetzt, dass Reiten definitiv nichts für mich ist!
Gut, dann fangen wir mal mit dem Ausflug an. Ich war ganz vor in der Gruppe an 3. oder 4. Stelle. Rebecca war gleich hinter mir. Zuerst ging es runter vom Hof und auf einem sehr schmalen, schlammigen Pfad entlang. Der Pfad war von der Spur vielleicht doppelt so breit wie das Pferd. Rechts und links war alles zugewachsen und der Schlamm war sehr tief. Ich würde mal schätzen, dass ich bestimmt bis zu den Schienenbeinen im Schlamm gesteckt hätte. Aus diesem Schlamm ragten immer wieder sehr große Steine empor. Estador hatte hier zu kämpfen und ist beim Laufen auch ein paar Mal ausgerutscht.

Das war für mich jedes Mal ein ordentlicher Schreck. Da man beim Reiten die Zügel locker lassen muss, damit man dem Pferd nicht wehtut oder aus Versehen Anweisungen erteilt, besteht das Problem, dass man sich nicht richtig mit den Händen festhalten kann. Immer wenn Estador ausgerutscht ist, hat auch mich das aus dem Gleichgewicht gebracht. Ein- bis zweimal dachte ich auch schon, dass ich hier gleich einen Abflug machen werde. Da mein Pferd den Weg kannte (an dieser Stelle konnte er ja auch nirgendwo hin), ließ ich die Zügel so locker wie möglich und versuchte mich irgendwie am Sattel festzuhalten.
Am Ende dieser Passage kamen wir an einer Wegkreuzung. Hier mussten wir zwei Unterführungen passieren. Das war der Moment, an dem mein Pferd etwas verwirrt war. Wir drehten uns im Kreis, während die anderen an uns vorbeiritten. Ein Angestellter führte uns dann wieder in die richtige Richtung.
Dieser erste Teil war schon nicht ohne. Aber es kam noch schlimmer. Jetzt ging es einen Berg hinauf! Die Guides sagten: „Nach vorne lehnen und Kopf einziehen“ (Der Tunnel war niedrig, da musste ich tatsächlich den Kopf ordentlich einziehen). Den ersten Teil dieses Abschnitts ging es wirklich sehr steil nach oben. Ich lehnte mich nach vorne und krallte mich am Sattel fest, während Estador hinauf galoppierte. Und ja, er galoppierte wirklich!
Den nächsten Teil dieses Abschnitts ging es immer noch bergauf, aber zum Glück nicht mehr so steil. Dafür war die Landschaft hier sehr schroff und zerklüftet. Viele spitze Steine zierten dieses unwegsame Gelände. Mein Pferd stolperte und rutschte aus, und ich dachte nur, dass ich mir hier alle Knochen brechen würde, wenn ich jetzt den Abflug machte. Ich ließ die Zügel so locker wie es nur ging und hielt mich am Sattel fest. Ich vertraute darauf, dass Estador schon am besten weiß, wo er langlaufen soll.
Nachdem dieser Abschnitt geschafft war, hatten wir bereits ein gutes Drittel unserer zwei Stunden hinter uns gehabt. Das nächste Drittel war wesentlich entspannter. Hier ging es vorwiegend gerade aus auf normalen ebenen Feldwegen. Das war der Part, an dem ich die Tour auch etwas genießen konnte. Allerdings musste ich hier mit einigen Eigenheiten meines Pferdes zurechtkommen.

Estador war sehr hungrig, also entschloss er sich öfter mal, stehen zu bleiben, um einen Happen zu essen. Dieses Verhalten konnte ich nur in gut 60 % der Fälle unterbinden. Die anderen 40 % musste ich ihm gut zureden, damit er weitergeht.
Estador meinte, man müsse auch gegen den Strom schwimmen zu müssen. Wenn also die gesamte Gruppe auf der linken Seite des Feldwegs schön im Gänsemarsch entlangging, gingen wir zwei ganz einsam auf der rechten Seite.
Estador machte es auch Spaß, die anderen Pferde zu ärgern. Es rückte wiederholt unseren Vordermann so dicht auf die Pelle, dass das Pferd vor uns schon anfing auszutreten. Nachdem uns das zwei Mal passiert ist, habe ich ihn schon immer im Vorfeld gebremst, wenn unser Vordermann langsamer wurde.
Ein paar Schreckmomente gab es in dieser Passage auch. Und zwar war das immer der Moment, wenn uns Hunde entgegenkamen. Vor allem dann, wenn alle anderen auf der linken Seite waren und wir als einzige auf der rechten (die Seite, auf der uns dann auch ein Mal die Hunde entgegenkamen). Hier lenkte ich uns schnell nach links auf die andere Seite. Aber mir war jedes Mal mulmig, wenn ich daran dachte, dass einer der Hunde gleich bellen kann und mein Pferd dann die Panik packt. Das ist beispielsweise einem meiner Hintermänner passiert. Das Pferd galoppierte samt seinem Reiter nach vorne, überholte alle und musste von einem Guide eingefangen und gebremst werden. Wie gut, dass mein Estator trotz seiner Eigenheiten ein sehr ruhiger und ausgeglichener Zeitgenosse war.
Als wir so schon in dieser ruhigen Passage ritten, war in meinem Hinterkopf die ganze Zeit der Gedanke „Hoffentlich reiten wir nicht den gleichen Weg wieder zurück!“. Und es war natürlich so. Exakt der gleiche Weg. Abwärts war dabei noch eine ganz andere Herausforderung als aufwärts. Jetzt musste ich mich mit dem Oberkörper nach hinten lehnen, während ich mich irgendwie mit den Händen am Sattel festklammerte. Wir waren letzten Endes Heilfroh, die Tour unbeschadet hinter uns gebracht zu haben. Und ich war sehr erleichtert, als ich erfahren habe, dass es nicht nur mir so ging.
Beim Absteigen habe ich mich dann auch fast noch hingelegt. Aber nur fast! Es hat dann gute 10-15 Minuten gedauert, bis ich wieder vernünftig laufen konnte und die Schmerzen in meinen Beinen weg waren. In dieser Zeit setzte ich mich und genoss eine Cola. Die ganze Tour war schon ein ziemliches Abenteuer. Eigentlich hätte ich während der Tour die Aufgabe gehabt, Fotos zu machen. Da ich eine Cargohose trug, dachte ich, ich würde einfach an mein Handy kommen. In der Nachbetrachtung lachte ich darüber, wie lächerlich das war.
Für den Rest des Tages haben wir dann auch nicht mehr viel gemacht. Essen, Show und das war es auch schon.
Und an dieser Stelle endet auch der Artikel. Ich bin mir sicher, dass ich für den dritten und letzten Teil keine 2,5 Monate brauchen werde.
Bis dahin
Euer Mario




































































































































































