Ich trenne mich von Nikon… im Guten

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Nachdem ich viele Jahre mit den Nikon APS-C Kameras fotografiert habe, trenne ich mich nun davon. Das ich diesen Schritt nun gehe, hat nichts mit der Qualität der Kameras zu tun.

Nikon baut wirklich hervorragende Kameras, die von den Funktionen, Haltbarkeit und Qualität wirklich ganz vorne mitspielen. Ich muss es wissen, denn schließlich konnte ich nun wirklich einige Exemplare mein eigen nennen:

  • Nikon D3100
  • Nikon D5100
  • Nikon D5200
  • Nikon D90
  • Nikon D7000

Also bei den APS-C Kameras von Nikon habe ich alle Baureihen mitgemacht! Aber warum trenne ich mich denn jetzt nach all den Jahren von Nikon? Tja, diese Geschichte hat schon im Jahr 2015 angefangen.

Damals war ich fasziniert von den Spiegellosen Systemen. Die Diskussionen waren (und sind) kontrovers. Die einen liebten die Spiellosen und die anderen hassten Sie. Ich wollte mir damals meine eigene Meinung bilden und kaufte mir daher eine Olympus Pen-PL3. Das war schon damals nicht mehr das aktuelle Modell der Baureihe, ganz zu schweigen, dass sich die Pen-Reihe sowieso eher an  Einsteiger richtet.

Die D5x00 Reihe war stets mein Favorit!

Aber ich wollte nicht viel Geld ausgeben und für einen ersten Eindruck hielt ich durchaus für angemessen. Der digitale Sucher (den ich mir übrigens extra kaufen musste) war schon etwas ungewohnt. Bei der Pen war er sogar sehr schlecht. Man konnte die einzelnen Pixel sehen! Das fand ich nicht so toll und dementsprechend wenig habe ich die Kamera auch im Alltag genutzt.

Hier waren meine Spiegelreflexmodelle von Nikon einfach überlegen. Obwohl es vielleicht ein bisschen unfair war, eine Einsteigerkamera wie die Pen mit einer D7000 zu vergleichen. Das die Pen in allen belangen schlechter war, verwunderte mich nicht. Aber das war bei meiner Erfahrung damit auch gar nicht so wichtig.

Das wichtige war, dass ich das Potenzial erkannt habe, welches die spiegellosen bieten! Und diese Vorteile sind meiner Meinung nach erheblich.

Der für mich wichtigste Vorteil ist, dass ich schon im Sucher sehe, wie das fertige Bild aussehen wird. Da der Sucher ja im Grunde nur ein kleiner Bildschirm ist, kann die Kamera dort alle Einstellungen schon im Vorfeld projizieren. So sehe ich das Bild im Sucher bereits mit dem eingestellten Weißabgleich. Außerdem ist die Belichtung im Sucher bereits so, wie sie auch im fertigen Bild sein wird. Ändere ich die Belichtung wenn ich durch den Sucher schaue, sehe dort gleich die Auswirkungen.

Die Pen ist alles andere als Perfekt, aber ich erkannte die Möglichkeiten!

Außerdem kann ich mir auf Wunsch das Histogramm einblenden lassen, oder die Kamera hebt die Bildbereiche hervor, die Über, bzw. Unterbelichtet sind. Fokuspeaking ist natürlich auch so ein Stichwort, mit dem die Spiegellosen punkten können.

All das sind wirklich Punkte, die das Fotografieren einfacher und effizienter machen. Ein Punkt, der mir hier noch einfällt ist die Bildkontrolle, bzw. das herumwursteln im Kameramenü. Wenn es sehr hell war, musste ich mit meinen Nikons immer zusehen, dass ich in den Schatten komme, denn sonst konnte ich auf dem Kameradisplay überhaupt nichts erkennen.

Da auch Olympus nur mit Wasser kocht, besteht die Problematik mit dem Kameradisplay natürlich auch hier. Aber! Mit den Spiegellosen von Olympus kann ich auch einfach durch den Sucher gucken und dort ins Menü gehen, oder mit meine Bilder ansehen. Ich habe also immer perfekte Sicht und muss mich nicht verrenken.

Wie gesagt, dass alles war damals bei der Pen noch sehr schlecht, aber das Potenzial war da. Ein Jahr später hatte ich dann mal etwas Geld übrig und kaufte mir eine OMD. Damals beließ ich es noch bei der kleinsten, also der EM-10.

OMD EM-10 + Sigma 19mm Art

Und diese Kamera war wirklich der Hammer! Wie meine D7000 hat sie ein Semiprofessionelles Bediensystem, u.a. mit 2 Einstellrädern (sehr wichtig). Sie hat die bessere ISO-Leistung, den besseren Autofokus, sie ist schneller und sie hat den integrierten Stabi zu bieten!

Es hat mich, als stolzer Nikon User natürlich geschmerzt, aber ich musste mir eingestehen, dass die kleine OMD meine Nikons in allen Bereichen geschlagen hat (und das trotz des etwas kleineren Sensors!).

Trotzdem war ich im Jahr 2016 noch weitestgehend mit meinen Nikons auf Tour. Nebenbei kramte ich dann immer mal wieder die OMD aus. Für mich als Umsteiger war es ein Glücksfall, dass die Menüs der Olympus Kameras, denen von Nikon sehr ähnlich sein. Manchmal sind aber die Hilfstexte bei Olympus alles andere als eine Hilfe. Hier geht dann meistens Probieren über Studieren. 😉

Die OMD EM-10 mit Sigma 19mm Art

Letztes Jahr, also 2017 stand ich dann echt vor einem Dilemma. Einerseits war ich stolzer Nikon Besitzer und seit Jahren mit den Kameras zufrieden. Andererseits habe ich schon gemerkt, dass die Olympus OMD meinen Nikons echt das Wasser abgräbt. Ich bin jetzt nicht unbedingt der Typ von Fotograf, der sich ausschließlich über eine „große Kamera“ definiert. Wenn die kleine besser ist, dann ist sie halt besser.

Das Problem war, dass ich noch mehrere Nikons in meinem Bestand hatte und natürlich noch eine große Anzahl von Objektiven. Unter solchen Vorraussetzungen fällt einem der Systemwechsel natürlich nicht leicht. An dieser Stelle muss ich dazu sagen, dass ich für die beiden Olympus Kameras zu dieser Zeit nur ein Objektiv hatte.

Aber das änderte sich im Jahr 2017. Stück für Stück habe ich meine Ausrüstung erweitert. Vor allem bei den Festbrennweiten bin ich auf dem Geschmack gekommen. Bei Objektiven generell bin ich ja ein großer Sigma Fan. Und so habe ich auch zugeschlagen:

  • Sigma 19mm Art
  • Sigma 60mm Art
  • Sigma 30 mm f1.4

Aber auch direkt aus dem Hause Olympus gibt es wirklich eine hervorragende Objektive:

  • Zuiko 12-40 mm 2.8 Pro
  • Zuiko 70-300
  • Zuiko 14-40 (Kit)

Gerade bei dem 12-40 Pro ist hervorragend schon etwas untertrieben.:) Das ist wirklich ein Objektiv der Spitzenklasse (aber auch zum Spitzenpreis). Neben dem Objektiven ist natürlich auch noch weitere Ausrüstung, wie beispielsweise ein TTL Blitz dazugekommen.

Und als Krönung bin ich dann auch noch ein Level in der Olympuswelt aufgestiegen. Zur OMD EM-10 hat sich noch die OMD EM-5 MK II gesellt. Diese ist noch einmal eine ganze Nummer größer und besser als die eh schon gute EM-10. Aber auf die Lobeshyme verzichte ich jetzt einmal.

Lost Place Touren mache ich nur mit OMD.

Auf jeden Fall ist meine Olympus Ausrüstung im Jahr 2017 deutlich gewachsen. Und damit auch die Nutzung. Irgendwann bemerkte ich dann, das ich die Nikons überhaupt nicht mehr benutze.

Einen letzten großen Einsatz gab es dann im September noch einmal für die D7000. Für eine Hochzeit musste sie sich gegen die OMD EM5 beweisen, die ich auch dabei hatte. Einziger Vorteil der D7000 war, dass ich mit einem einzigen Akku ausgekommen bin, währen die OMD sage und schreibe 4 Akkus entleerte! Aber die besten Bilder des Tages stammten aus der OMD. 🙂 Schade Nikon.

Wie dem auch sei, ich entschied mich vor kurzem dazu mein gesamtes Nikon Equipment abzustoßen und komplett auf Olympus zu setzen. Für Zeitraffer werde ich mir noch eine zweite Pen kaufen (zur Not habe ich dafür auch noch eine Canon).

Ich hoffe, dass ich den Nikon Fans nicht allzu sehr vor den Kopf gestoßen habe. Wie gesagt, ich bin nach wie vor auch noch ein Nikon Fan. Gerade so tolle Kameras wie die D500 oder die D7200 sind einfach super und machen klasse Bilder.

Die EM-5 ist mein aktuelles Flaggschiff!

Mir persönlich bietet Olympus aber noch ein bisschen mehr. Und wenn sich einmal von den Vorteilen der Spiegellosen gewöhnt hat, kommen einen die Spiegelreflexkameras irgendwie „Mittelalterlich“ vor. Aber das ist natürlich nur meine bescheidene Meinung.

Und alle „richtigen“ Fotografen, die einen „großen“ Sensor brauchen: Bitte erspart mir diese Diskussion. Es gibt nicht den einen richtigen Sensor.

Bis dahin

Euer Mario

Funken im Eis

Das Wetter bei uns ist ja gerade sehr wechselhaft. Hatte bis vor kurzem noch der Winter mit seinen Minus 10 Grad die Vorherrschaft, war es letztes Wochenende schon wieder fast 30 Grad wärmer. Das ist irgendwie verwirrend…

Jetzt geht es mit den Temperaturen wieder abwärts und es soll sogar wieder schneien. Da weiß man wirklich nicht, was man machen soll! Dabei wollte ich doch mein neues Zuiko 60 mm Makro an der Tierwelt austesten. Tja, daraus wird wohl erst einmal nichts.

Aber ich rede hier über das Wetter und komme so vom Thema ab. Als die Temperaturen vor ein paar Wochen noch knackig kalt waren und sich hier auf unserem Stausee eine schöne, stabile Eisschicht gebildet hat, wollte ich das natürlich irgendwie nutzen. Feuer und Eis war da mein erster Gedanke.

Und da mir die Session mit der Stahlwolle letztes Jahr so viel Spass gemacht hat, traute ich mich dieses Mal damit sogar aufs Eis! Aber wie so oft bei spontanen Ausflügen, ging auch hier eine Kleinigkeit schief, denn vom Eis war an diesem Abend gar nichts zu sehen!

Die komplette Oberfläche des Stausees war zugeschneit und ich hatte natürlich keinen Besen dabei. Und ich muss gestehen, dass ich an diesem Tag leider zu faul war, wieder nach Hause zu fahren und einen passenden Besen zu holen. Also haben wir die Aufnahmen einfach so gemacht.

Von 19:00 bis 21:30 Uhr standen wir bei -12 Grad auf dem Stausee und haben die Funken fliegen lassen. Ein Freund von mir hatte sich im Vorfeld freiwillig gemeldet um mir zu Assistieren. Ich weiß nicht, ob es an den Temperaturen lag, aber wir hatten an den Abend wirklich große Probleme die Stahlwolle zum Brennen zu bewegen. Zwei Feuerzeuge sind bei der Aktion geschmolzen!

Irgendwann hatte es aber dann doch geklappt und der Funkenflug konnte beginnen. Als Kamera hatte ich an diesen Abend meine Nikon D5200 samt Sigma 18-200 mm und meine OMD EM-10 mit dem Sigma 19 mm Art dabei. Beide Kameras haben im langsamen Serienmodus mit Belichtungszeiten von 0,5 bis 1 Sekunde aufgenommen.

Und was noch wichtiger ist, beide Kameras haben den Abend schadlos überstanden. Das hätte ich bei der Kälte jetzt nicht unbedingt gedacht!

Besonders interessant (und auch teilweise Angseinflößend) war das Eigenleben des Eises. So brach mein Kumpel gleich in Panik aus als ich beim Betreten des Eises, am Rand des Stausees eingebrochen bin. Da sich Wasser, ausdehnt, wenn es zu eis wird, vergrößert sich natürlich die Fläche des Sees um ein paar Zentimeter. Das bedeutet, dass sich das Eis am Ufer entlang etwas hochschiebt.

Deswegen ist die Eisdecke am bewachsenen Ufer recht dünn und voll mit Lufteinschlüssen. Wenn man dort nun durch das Eis bricht, landet man nicht etwa im Wasser, sondern berührt mit den Füßen schlicht und einfach nicht das bewachsene Ufer. Nachdem ich meinem Kumpel das erklärte und dabei auf der Eisfläche am eigentlichen See umherhüpfte, traute auch er sich auf das Eis. 😉

Etwas beunruhigender wurde es dann jedoch im Verlauf der Fotosession, als wir merkten, unter welch gewaltiger Spannung die Eisoberfläche steht. Von Zeit zu Zeit gab es ein ohrenbetäubendes Krachen. Dicht gefolgt erbebte die Oberfläche. Die Oberfläche stand unter solch einer Spannung, dass sich riesige Risse gebildet haben.

Diese Spannungen waren aber nur da zu verorten, wo sich das Eis nicht mehr ausdehnen konnte. Da wir ja an einem der bewachsenen Ufer waren, gab es bei uns keine Gefahr.

Nach ein paar Stunden waren wir dann auch so durchgefroren, dass wir uns auf dem Heimweg machten. Zu Hause gönnte ich mir dann erst einmal einen wärmenden Tee und machte mich an die Bearbeitung der Bilder.

Auch meine zweite Stahlwolle Session hat mir sehr viel Spass gemacht. Sollte ich mich im nächsten Jahr wieder auf einen zugefrorenen See trauen, werde ich bestimmt einen Besen mitnehmen! 🙂

Bis dahin

Euer Mario

Ein Buch über Zeitraffer

 

Es ist schon sehr lange her. Zu einer Zeit, als es den ursprünglichen Blog noch gab (das ist wiederum nicht so lange her). Um konkret zu werden, war es irgendwann im Frühjahr oder Sommer des Jahres 2014. Den Blog gab es zu dieser Zeit schon seit zwei Jahren und auch mit der Fotografie beschäftigte ich mich bereits seit Jahren. Die Zeitraffer Fotografie war jedoch erst neu hinzugekommen.

Bei meinem Stöbern im Internet (das war so 2013) bin ich auf Gunther Wegner gestoßen. Seines Zeichens ist er der so ziemlich bekannteste Zeitraffer Fotograf im Deutschland. Das liegt unter anderen daran, dass er eine mittlerweile sehr bekannte Software für die Postproduktion von Zeitraffer Sequenzen erstellt hat. Ich las (und lese noch heute) in seinem Blog und bin so zur Zeitraffer Fotografie gekommen.

Aber zurück ins Jahr 2014! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon sehr gut in die Zeitraffer Thematik eingearbeitet. Ich hatte weder Spezialequipment (wie Slider), noch das Fachwissen um den gesamten Themenkomplex mit allen seinen Feinheiten zu überblicken, jedoch hatte ich schon ein solides Fundament in meiner Arbeit aufgebaut. So habe ich viele Fehler begannen, aus denen ich lernen konnte und auch über andere Blogs, wie zum Beispiel dem von Gunther lernte ich viel Neues.

Ich fühlte mich zu jenem Zeitpunkt also bereit mein gesammeltes Wissen einmal vorzutragen. Und mein Blog schien mir dazu das perfekte Werkzeug zu sein. Also schrieb ich mein ganzes Wissen, welches ich bis dato hatte in drei sehr großen Artikeln nieder. Equipment und Kameraeinstellungen, Aufnahmeplanung und Praxis und zu guter letzt die Postproduktion. Zu jedem Artikel habe ich dabei noch ein ausführliches Video produziert.

Und in der Tat fand die Artikelreihe auch großen Anklang. So sehr sogar, dass ich mich dazu entschied daraus etwas Größeres zu machen. Ich wollte ein Buch dazu schreiben!

TimeLapse! Einführung in die Zeitraffer Fotografie sollte es heißen. 🙂

Die Artikelreihe bildete den Grundstein. Nun fing ich an weiterzuarbeiten und tiefer in dieses Thema einzusteigen. Ich kaufte neues Equipment, wie Slider oder Kameras anderer Hersteller, nur dazu um etwas darüber zu schreiben. Und natürlich ging ich auch mit der Zeit und befasste mich mit Dingen wie qDSLR Dashboard.

Und kurze zwei Jahre nach diesem Moment ist das Buch auch schon fertig. Knapp 60.000 Wörter sind in dem 188 Seiten umfassenden Buch verpackt. Es war eine Menge Arbeit, sowohl bei der Recherche, als auch beim Schreiben.

Mein Ziel war es mit dem Buch ein ganzheitliches Werk zu schaffen. Während andere Autoren nur von einer Kameramarke, oder eine Software reden, wollte ich die gesamte Bandbreite erörtern.  So erkläre ich den Umgang mit Kameras verschiedener Hersteller (Canon, Nikon, Olympus) und erläutere die Postproduktion mit verschiedenen Programmen (Timelapse Tool, LRTimelapse usw.) und noch vieles mehr.

Auch das komplette Layout des Buches habe ich selbst gemacht. Nach dieser langen Zeit der Einwicklung bin ich letztendlich froh, dass das Buch nun seinen Weg in die Händlerregale gefunden hat. Und ein wenig Stolz bin ich natürlich auch. Ich bin Stolz darauf, dass ich ein derart komplexes Projekt, welches sich über Jahre gezogen hat, gestemmt zu bekommen. Ich bin sicher, dass dieses Buch nicht das letzte sein wird.

Achso, das fertige Buch gibt es übrigens bei Amazon als E-Book und natürlich auch in einer gedruckten Fassung.

Old Stuff: Festival of Lights

Gerade eben habe ich diesen etwas älteren Artikel aus der Mottenkiste ausgegraben. Viel Spass damit!

Puh, die letzten Wochen über hatte ich so viel zu tun, dass ich gar nicht zum Schreiben gekommen bin. Das Belichtungswerk ist nun erfolgreich gestartet, Business- und Finanzpläne sind geschrieben und die Büroeinrichtung ist da. Von der Schaltzeit, die nun Kreuzberg verlassen hat, bekam ich als Abschiedsgeschenk noch alles, was ich für einen zweiten Arbeitsplatz benötige. Vielleicht bin ich da etwas zu Sentimental, aber es war schon ein komisches Gefühl den Schlüssel abzugeben. Das Büro in Kreuzberg war zwar ein Loch, aber ich war eigentlich immer ganz gern dort. Fehlen wird es mir auf jeden Fall. Nun muss ich mir also übergangsweise etwas Neues suchen und sehen wie es dann weiter geht.

Wenn auch das Geschafft ist, kann ich endlich zusehen, dass ich jemanden finde, der als Partner in das Belichtungswerk mit einsteigt. Jemanden, der verlässlich ist und sich auf Kommunikation und Marketing spezialisiert hat. Jemanden der überall mit hilft und den Namen „Belichtungswerk“ ganz nach oben bringt. Dann kann ich mich auf das Konzentrieren, was ich eigentlich machen will. Fantastische Bilder abliefern und meine Kunden glücklich machen!

Dann hätte ich vor lauter Arbeit beinahe noch das Festival of Lights verafft! Als ich vorletzten Samstagabend noch schön zu Hause saß und ein Angebot fertig schreiben musste (was sollte man an einen Samstagabend auch anders machen!?), sprang es mir bei gratis in Berlin entgegen.

Gehört hatte ich davon eigentlich schon Wochen zuvor, aber mit dem Zeitempfinden ist das ja immer so eine Sache. So sah ich es dann Samstagnacht, als ich mir mal so die Events anschauen wollte, auf denen ich jetzt NICHT war. Schnell ein Link geöffnet und Puh, Erleichterung, der Samstag war erst der vorletzte Tag! Also konnte ich mir für den Sonntag nun etwas vornehmen! Und da ich mir just in dieser Woche von einem gut bezahlten Job eine neue Nikon zugelegt hatte, war das Festival of Lights natürlich der perfekte Anlass diese einmal auf Herz und Nieren zu prüfen.

So machte ich mich dann am Sonntag gegen 17:00 Uhr, vom Kaffee und Kuchen bei Freunden auf dem Weg. Dürfte ja nicht viel los sein auf den Straßen, dachte ich zumindest. Naja viel los war eigentlich auch gar nicht, aber wegen der vielen Baustellen, vor allem auf der Landsberger Allee verpasste ich die blaue Stunde, was mir gar nicht gefiel, aber was soll man machen. Mit den Öffentlichen fahren wäre für mich keine Alternative gewesen. Also nicht, dass ich nicht mit den Öffentlichen fahre, ich fahre nur nicht gerne Nachts allein mit mehreren tausend Euro Kameraequipment durch die Gegend (Wie oft ich hier in Marzahn an der S-Bahn schon als Paparazzi angemacht wurde…).

Aber egal, zurück zum Thema. Erste Station für mich war der Potsdamer Platz. Die Beleuchtungen hier fand ich zwar technisch beeindruckend, aber künstlerisch jetzt nicht unbedingt sooo prickelnd. Aber egal, ich wollte die neue Kamera Testen. Also zog ich mit dem Stativ los, machte einige Belichtungsreihen und teste die Funktionen, die das neue Arbeitsgerät so bietet. Was ich gleich sagen kann, ist dass ich mich sofort in das Klappdisplay der Nikon verliebt habe. Endlich musste ich mich nicht mehr verrenkten, wenn ich die Kamera mal in Bodennähe, oder anderen komischen Stellungen anbringe. Auch wenn ich das nächste Kundenevent dokumentieren soll, wird das sicherlich eine enorme Hilfe sein. 🙂

Auf dem Potsdamer Platz war übrigens eine rege Betriebsamkeit. Überall standen Stative und wurden Langzeitbelichungen gemacht. Und überall wurde sich, mangels Klappdisplays an den DSLR´s verrenkt. War ein gutes Gefühl so souverän, völlig ohne Anstrengungen vor der Kamera zu stehen und diese bedienen zu können. Wobei ich sagen muss, dass die D5100 meiner Professionellen bei der Bedienung klar unterlegen ist. Sie hat zu wenig Knöpfe! Das bedeutet leider, dass man oft ins Menü ausweichen muss um gewisse Einstellungen vornehmen zu können. Dafür hat sie halt das fantastische Klappdisplay. Nikon wäre gut beraten so etwas auch bei den Profigeräten einzubauen!

Neben den vielen interessanten Gesprächen mit den anderen Fotofreaks, musste ich mich noch mit den ein oder anderen Angeber herumschlagen. Ich hasse diese Penisprothesen-Leute! Fachlich mal überhaupt keine Ahnung aber erst mal auf arrogant machen…

Egal, Potsdamer Platz war abgehakt, weiter zur nächsten geplanten Station. Brandenburger Tor/Siegessäule. Ist ja schon mit der Straße des 17. Verbunden, auf der man, zumindest mit dem Motorrad auch wunderbar parken kann. Als ich an der Siegessäule eintraf, war die diese entgegen der im Internet verfügbaren Informationen übrigens nicht beleuchtet. Aber am Brandenburger Tor gab es ja auch eine Show. Und viel Bier, von dem ich aber nichts Trinken durfte (man sagt, dass der Gleichgewichtssinn auf dem Motorrad von Vorteil seien kann…).

Auch hier fand ich die Lichtspiele nur technisch beeindruckend. Grafisch hatte mich das, was da gegen das Brandenburger Tor geklatscht wurde nicht umgehauen. Hier herrschte eher Partystimmung und weniger Foto begeisterte waren anzutreffen. Ich musste besonders aufpassen, einen guten Platz für das Stativ zu finden, damit es nicht von irgendwelchen Leuten im Suff umgerannt wird. Sehr lange war ich hier auch nicht vor Ort. Es war nun bereits kurz nach 0:00 Uhr und ich hatte keine Lust jetzt noch Richtung Museumsinsel zu fahren.

Aber in der direkten Nähe gibt es mehr als genug Motive, mit denen man sich so beschäftigen kann. Mit der Architekturfotografie habe ich es ja eigentlich nicht so besonders, aber man muss schließlich alles mal Probieren. Schließlich lernt man ja nie aus!

So war ich noch am Haus der Kulturen der Welt und habe versucht dieses in der Dunkelheit einzufangen. Es war schön idyllisch, da sich nachts hier kein Mensch hin verirrt. So stand ich also ganz allein auf der Wiese, genoss den Augenblick und machte meine Bilder. Nun wollte ich mir für die Nacht noch richtig viel vornehmen und das gesamte Regierungsviertel ablichten!

Die nächste Station sollte der Reichstag sein und ich machte mich auch gleich auf dem Weg. Das Motorrad beließ ich auf der Straße des 17. Auch am Reichstag war keine Menschenseele. Es hatte schon irgendwie etwas Post apokalyptisches an sich hier ganz allein in der Nacht herumzustehen. Jetzt machte mir aber zunehmend das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Entgegen der Beteuerungen meiner Wetter App fing es nun doch an zu regnen. Es war kein konstanter Regen, er kam viel mehr in kleinen Abschnitten. Wenn er aber gerade da war, konnte man nicht arbeiten. Am Reichstagsgebäude dauerte es insgesamt eine Stunde, bis ich die Aufnahmen im Kasten hatte. Immer wenn ich die Kamera aufgebaut hatte, fing es an zu regnen, sodass ich sogleich wieder ins trockene flüchten musste. Das ganze war eine sehr nervige Prozedur! Irgendwann hatte ich die Aufnahmen dann doch im Kasten. Nun stand ich allerdings vor der Überlegung, ob ich weitermachen sollte, oder ob es nicht doch an der Zeit war sich auf dem Heimweg zu machen.

Da das Wetter sich nicht zu verbessern schien, entschied ich mich für letzteres. Es war ja nun auch schon 02:00 Uhr und ich begann wegen der Nässe langsam zu frieren. Also packte ich das ganze Kameraequipment wieder ein und ging zurück zum Motorrad. Nun stand ich aber vor einem kleinen Problem. Da es nun relativ konstant regnete und ich meine Ausrüstung schützen muss, wickelte ich den Kamerarucksack mit den Regenschutz ein. Am Rucksack war vorher aber noch das Stativ befestigt, welches jetzt aber nicht mehr ran passte. Und auch am Motorrad konnte ich es nirgends anhängen. Ohne Regenschutz bestand die Gefahr, dass die Kamera es nicht heil nach Hause schaffen würde, hatte ich doch gut 40 Minuten fahrt weg vor mir.

Zum Glück waren im Rucksack noch zwei Karabiner Hacken! Ich legte also den Rucksack an, schloss den Brustgurt und befestigte an diesem mittels den Karabinerhaken das Stativ vor mir. Das schränkte meine Bewegungsfreiheit bei fahren zwar minimal ein, aber es war der einzige Weg. Und es sah bestimmt wahnsinnig cool aus!

Kurz vor 03:00 Uhr kam ich dann auch pitschnass wieder zu Hause an. Total geschafft und froh legte ich mich ins Bett! Das war also das Festival of Lights, oder jedenfalls ein kleiner Teil davon. Was ich daraus wieder gelernt habe, ist dass ich in dieser Wintersaison die Events in Berlin nun etwas genauer im Auge behalte, bestimmt finden sich dieses Jahr noch ein paar richtig gute.

 

So, das war es erst mal von mir! In der nachfolgenden Galerie findet Ihr noch einmal alle Bilder des Artikels. Da das hier Internet ist, musste ich die Bilder auf 720p klein rendern, was nicht unbedingt so toll für die Qualität war!

Vielleicht sieht man sich ja auf dem nächsten Event!

Euer Mario