Startrail Videos erstellen

Nun war ja hier eine ganze Zeit lang Sendepause. Kaum zu glauben, aber den letzten Artikel hier habe ich am 17.03. gepostet. Wow!😅

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es im letzten Monat (und auch aktuell) drunter und drüber ging. Stress beruflich, wie auf privat und zweimal krank war ich auch noch.😕

Aber genug gejammert, ich habe Euch ja schon vor vielen Wochen versprochen ein paar Tutorials zum Thema Startrails zu geben. Wie Ihr ein normales Startrail Bild erstellt wisst Ihr ja nun schon (hier).

Jetzt ist es an der Zeit noch einen Schritt weiterzugehen!💪 Viele von Euch werden sicherlich schon diese Videos gesehen haben, in denen sich die Sternenspuren langsam aufbauen. Für alle die nicht wissen was ich meine, zeige ich ein kurzes Beispiel:


Die gute Nachricht vorab: Ihr könnt so ein Startrail Video sowohl am Mac, als auch unter Windows mit kostenloser Software erstellen. 🤗

Im Prinzip gibt es zwei Varianten, die ich einmal kurz aufzählen will.

Variante 1

Bei der ersten Variante ist das kostenlose Erstellen eines solchen Videos leider nicht möglich, da die Software Lightroom benötigt wird. Da die meisten Fotografen diese Software aber sowieso verwenden, habe ich hier mal eine Ausnahme gemacht.

Insgesamt benötigt Ihr die folgenden Programme:

  • Startrails (für Windows und Mac kostenlos verfügbar)
  • LRtimelapse (Testversion für Windows und Mac kostenlos verfügbar)
  • Lightroom (Für Windows und Mac kostenpflichtig

Im Grunde sollten Euch alle diese Programme ein Begriff sein. Die Software Startrails habe ich ja schon für die „normalen“ Startrail Bilder verwendet. Hiermit wird auch die Vorarbeit ausgeführt. Lightroom dient dann dazu den Bildern den letzten Schliff zu geben und mit LRtimelapse wird das Video dann gerendert.

Die genaue Vorgehensweise erkläre ich dann unten im Video.

Variante 2

In der zweiten Variante habe ich mit einem Videoschnittprogramm gearbeitet (in meinem Beispiel war es Vegas). Solche Programme gibt es kostenpflichtig (Premiere Pro, Vegas, Final Cut usw.) oder kostenfrei (Freeware oder als Teil des Betriebssystems).

Für die Variante 2 benötigt Ihr folgende Programme:

  • Startrails
  • Videoschnittprogramm Eurer Wahl

Wie in der Variante 1 wird die Vorarbeit mit der „Startrails“ Software erledigt. Den Feinschliff (wenn möglich) und das Rendern übernimmt dann das Videoschnittprogramm. Hier müsst Ihr nur darauf achten, dass das fertige Video auf eine Bildwiederholrate von 30 Bildern/Sekunde kommt. Ansonsten erhaltet Ihr eine Diashow.😂

Damit ich jetzt die beiden Varianten nicht ausführlich beschreiben muss, habe ich mir die Mühe gemacht und ein Tutorial dazu aufgenommen. Darin erfahrt Ihr die genaue Vorgehensweise.

Viel Spass!

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=mb8LbLP5gRY&feature=youtu.be

Ich hoffe, Ihr hattet Spass mit dem Video. Viel Spass beim Erstellen von Startrail Videos. Wenn die Nächte wieder etwas wärmer sind, werde ich mich wohl auch an ein paar neuen Sequenzen machen! Vermutlich werde ich mir dann für die Bearbeitung mein eigenes Tutorial ansehen müssen.🙈

Auch Ergebnisse von Euch würden mich sehr interessieren!

Bis dahin

Euer Mario

Tutorial: Startrails erstellen

Vor einiger Zeit hatte ich ja schon versprochen, einige neue Tutorialvideos zu zeigen. Darum ging es um Focus Stacking und Startrails. Tja, die Videos sind eigentlich schon seit Wochen fertig und liegen herum.🙈 Es hat mir einfach die Zeit gefehlt dazu noch etwas zu schreiben.

Aber an diesem Sonntag habe ich mal ein paar Minuten Zeit um ein wenig dazu zu schreiben. Also los gehts!

Was ist überhaupt ein Startrail Bild?

Höchst wahrscheinlich habt Ihr alle schon einmal eines nächtlichen Himmels gesehen, bei dem die Sterne sich in Streifen über das gesamte Bild ziehen. Und weil ich jetzt befürchte, dass meine Formulierung eben ein wenig unvorteilhaft war😅, zeige ich Euch einfach mal ein Bild zur Veranschaulichtung:

Ein Startrail, aufgenommen als Zeitraffersequenz

Wie werden solche Startrails aufgenommen?

Viele Leute denken, dass Startrail Bilder einfach nur Bilder mit extrem langen Belichtungszeiten sind. Das stimmt nicht so ganz. Bei einer einzigen Langzeitbelichtung mit einer digitalen Kamera würden wir sehr schnell an die Grenzen der Technik stoßen. Zum einen würde das Bild im Verlauf der Belichtung immer heller werden (was sich bei Belichtungen über mehrere Stunden überhaupt nicht steuern lässt) und zum anderen würde, selbst wenn man ein Bild zu Stande bringt, dieses extrem verrauscht sein (weil sich der Sensor ja erwärmt).

Also fallen Langzeitbelichtungen für ein Startrail schon einmal aus. Trotzdem gibt es Kameras, die mit einer speziellen Technik solch eine Belichtung über mehrere Stunden realisieren können.

Natürlich kann ich nicht für alle Kamerahersteller sprechen, da ich in erster Linie nur Erfahrungen mit Canon, Nikon, Olympus und Panasonic habe, aber bei Olympus gibt es beispielsweise den sogenannten „Composite Mode“.

Beim Composite Mode konfigurieren wir einfach nur eine Belichtungszeit, beispielsweise eine Sekunde. Wenn wir nun den Auslöser betätigen, belichtet die Kamera für eine Sekunde das Bild, speichert das Zwischenergebnis und fängt erneut mit der Belichtung an. Ab dem zweiten speichern addiert die Kamera nur die neu dazugekommenen hellen Bildbereiche.

Auf diese Weise kann mit mehrere Stunden belichten, ohne das, dass Bild überbelichtet wird. Auch der Sensor rauscht nicht so stark, weil die Kamera nach jeder Belichtung eine kleine Pause von 1/60 macht, um die Bilder zu speichern. Ich nutze den Composite Mode beispielsweise gerne für Lightpainting oder Gewitter.

Ich weiß nicht, ob Fuji oder Sony ähnliche Funktionen haben (Meine Panas, Nikons und Canons haben keine solche Funktion), aber falls sie das nicht haben sollten, gibt es noch eine andere Methode, um ein Startrails aufzunehmen. Zeitraffer!🤗

In einem Zeitraffer-Video stellen wir ja langsame Prozesse schnell dar. Nun ja, die Rotation der Erde kann man ja ruhig als langsamen Prozess bezeichnen. Anders als ein Zeitraffer-Video stellt ein Startrails diesen gesamten Prozess in einem Bild dar.

Wie bekommen wir das also hin? Die Composite Technik von Olympus gibt die Antwort! Ähnlich, wie es die Kamera bereits bei der Aufnahme macht, müssen wir alle Bilder unserer Zeitraffer Sequenz übereinander legen und die hellen Bildbereiche addieren (Photoshop Benutzer werden ob des Wortes „addieren“ jetzt aufhorchen😂).

Das können wir entweder von Hand mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen oder mit speziell angepasster Software.

Wie erstelle ich nun so ein Bild?!

Dazu muss ich jetzt zum Glück nicht allzu viel schreiben, denn ich habe ja ein Video gemacht. 😏

Eine Art Inhaltsverzeichnis möchte ich Euch aber trotzdem geben, denn ich habe im Video mit mehreren Programmen gearbeitet. Keine Sorge, es sind auch kostenlose Programme dabei, sodass sich jeder von Euch ein Startrail erstellen kann. Außerdem war ich so vorausschauend und habe sowohl mit dem Mac, als auch mit Windows gearbeitet.

Hier die Programme, auf die ich im Video eingehe:

Bildbearbeitungsprogramme:

  • Photoshop
  • Affinity Photo
  • Gimp

Spezielle Startrail Programme:

  • StarStax (gibt es für Windows und Mac)
  • Startrails (Windows only)

Zum Abschluss muss ich sagen, dass die Ergebnisse mit allen Programmen gut waren. Bei manchen ist die Bedienung etwas umständlicher und bei manchen dauert die Bearbeitung etwas länger, aber die Ergebnisse sind immer gleich!

Und jetzt viel Spass mit dem Video 🙌

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=IJ6ar8xyWdQ

Euer Mario

Best Of 2018 Part II

Puh, viel zu lesen bekomme ich in diesen Tagen. Und zeitweise befinden sich ebenso viele Fragezeichen über meinem Kopf. Trotzdem vergesse ich nicht die Best Of Reihe, die ich, einmal angefangen, nun auch fortsetzen möchte.

Und so geht es weiter mit der fotografischen Auswertung des letzten Jahres. Im zweiten Teil davon muss ich noch einigen Dingen, über die ich hier in Zukunft noch schreiben will, vorgreifen.

Kreativ

Beim kreativen gibt es erst einmal gleich ein großes Manko! Seit vielen Monaten arbeite ich mit einer Künstlerin an einem Bildband. Die Arbeit daran wird noch viele weitere Monate andauern, aber bevor es nicht fertig ist, darf und kann ich kein Wort darüber verlieren.

Also vergesst am besten schnell, was ich eben gesagt habe!

Aber so ein winzig kleines bisschen kreativ war ich im letzten Jahr zum Glück doch noch! Fangen wir gleich im Januar an. Der war für mich letztes Jahr ziemlich Stressig. Dennoch fand ich Zeit für eine kleine Session.

Stahlwolle

Stahlwolle galt es zu fotografieren! Zugegeben, Stahlwolle ist nun nichts Neues und im Internet gibt es Millionen Bilder von diesem Funkenflug. Aber ich finde jeder Fotograf, der sich für längere Verschlusszeiten interessiert, oder gar mal in Richtung Lightpainting gehen will, sollte so eine Session einmal gemacht haben.

Meine Session hat zu seiner Zeit auf einem zugefrorenen See stattgefunden. Eigentlich wollte ich die Spiegelungen auf dem Eis festhalten. Da es aber recht stark schneite, ist darauf nicht geworden (Wäre ich nicht so schusselig, hätte ich einen Besen mitgenommen).

Lightpainting

Nach der Stahlwolle befasste ich mich ausgiebig mit dem Thema Lightpainting. Dazu kann ich allerdings noch nicht viel zeigen, da die meisten Bilder noch der Geheimhaltung unterliegen. Aber ein schönes Strichmännchen im Einkaufswagen habe ich gemalt.

Highspeed Aufnahmen

Etwas vollkommen neues waren für mich dieses Jahr die Highspeed Aufnahmen, die ich gemacht habe. Hintergrund war meine neue Lumix (dir ich mir eigentlich nur zum Filmen gekauft habe). Diese beherrscht einen Serienbildmodus von 30 Bildern pro Sekunde.

Motiv waren Wasserbomben, die wir mit Pfeil und Bogen zerschossen haben. Neben der schneller Seriengeschwindigkeit, nutze ich noch außerordentlich kurze Verschlusszeiten. Die kürzeste betrug, glaube ich 1/16.000 Sekunde! Das ist mal Highspeed!

Nach den Wasserbomben hatte ich mir ursprünglich auch noch Glühbirnen vorgenommen. Diese sollten im aktivierten Zustand zerschossen werden. Aber aus dieser Session ist letztes Jahr nichts mehr geworden. Auf dem Plan steht dieses kleine Projekt aber weiterhin noch.

Startrails

Startrails sind ja im Prinzip auch nichts Neues. Solche Bilder habe ich in der Vergangenheit hier auch schon gezeigt. Was mich aber im letzten Jahr interessierte ist so etwas:

Vom Prinzip her wusste ich, wie eine solche Sequenz zu erstellen ist. Während ich bei einem einzelnen Startrail-Bilder einfach eine Bildsequenz von, sagen wir einmal 300 Bilder übereinander lagere, anschließend die hellen Bildbereiche einfach überblende und alles als einzelnes Bild abspeichere, brauche ich für ein Startrail-Video eine Bildsequenz, in der sich die Überlagerung kontinuierlich aufbaut (Bild 1+Bild 2=Bild 1 neu; Bild 1 neu+Bild3=Bild 2 neu…).

Das ist ziemlich viel Arbeit und ich habe angestrengt nach einer Möglichkeit zur Automatisierung gesucht (schließlich ist es immer wieder der gleiche Prozess). Aber hierzu gibt es demnächst ein ausführliches Tutorial Video.

So, ich denke, dass der kreative Teil damit beendet ist. Ach, wie finde ich das schön, wenn man sich das alles beim Schreiben noch einmal in Erinnerung bringen kann.

Makro

Im letzten Artikel habe ich ja schon einige Makrobilder von Insekten gezeigt. Wenn ich mit dem Makro Objektiv einmal nicht auf der Jagd nach Insekten war, fotografierte ich Wassertropfen.

Oh, da fällt ein, dass ich hier durchaus Kreativ war. Nicht etwa bei der Auswahl des Motivs (Ja Wassertropfen, das gab es noch nie!), sondern in der Art, wie ich die Bilder aufgenommen habe.

Wie Ihr vielleicht wisst, ist die geringe Schärfentiefe im Makrobereich immer ein Problem (ja, sogar bei Micro four thirds!). Fotografiert man mit Offenblende, bekommt man alles scharf, was man scharf haben will. Blendet man stark ab, ist es entweder zu dunkel (Blitz und Dauerlicht hat man ja nicht immer dabei, und lange Belichtungszeiten funktionieren auch nicht immer) und meistens hat man immer noch nicht alles scharf, was man scharf haben will!

Ein wirkliches Dilemma. Auch hier habe ich dieses Jahr ein wenig experimentiert. Focus BKT, also eine Bildreihe, bei nicht die Belichtungsparameter verschoben werden, sondern der Fokus. Da der umgangssprachliche Begriff „Belichtungsreihe“ hier nicht so ganz passt, habe ich das ganze einfach „Fokusreihe“ genannt.

Ähnlich den Startrail Videos liegt die Problematik bei den fokusreihen ebenfalls in der Postproduktion. Aber auch hier gibt es demnächst ein ausführliches Tutorial.

Manche der Bilder, die Ihr hier seht, wurden aus bis zu 60 Einzelaufnahmen zusammengesetzt!

Handy

Zum Abschluss gibt es noch etwas ganz unaufgeregtes. Manchmal begegnen einem ausgerechnet dann die schönsten Motive und Szenerien, wenn man keine ordentliche Kamera zur Hand hat.

Aber wie sagt man so schön, die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. Ganz nach diesem Motto habe ich mir auch die schönsten Handybilder aus 2018 herausgesucht.

Mein Smartphone, ein Moto Z2 Play ist jetzt nichts Besonderes. Zugelegt habe ich es mir, weil ich das System mit den Moto Mod Erweiterungen sehr interessant fand (ich habe auch diverse Mods wie Akkus, Lautsprecher, Gamepad und Beamer).

Und wenn ich mir mal so mein Bildarchiv anschaue, stelle ich fest, dass das Handy öfters zum Einsatz kam, als gedacht. So war es auf längeren Gassi Touren immer für einen Schnappschuss gut. Auf meinem einzigen Motorradausflug in 2018 war es ebenfalls dabei, wie zu meiner Tour zu Michaela nach Hessen im Sommer (ich mag das Touri-Zeugs einfach).

Auch bei diversen Zeitraffer Sessions kam es, meist aus Langeweile, zum Einsatz.

So, damit ist der größte Teil der Best Of Reihe auch schon abgearbeitet. Die letzten beiden Kategorien hebe ich mir für den nächsten Artikel auf.

Bis dahin

Euer Mario