Alpenurlaub Tag 3

So, nach einer etwas längeren Pause geht es weiter mit dem Urlaubsbericht von diesem Jahr! Mittlerweile sind wir ja schon beim dritten Tag angekommen.

Nachdem schon der letzte Tag wettermäßig sehr durchwachsen war, verschlechterte sich die Situation am dritten Tag noch einmal. Es hat geregnet. Den ganzen Tag! 😒

Nun hatte ich aber natürlich keine Lust den ganzen Tag in der Ferienwohnung herumzuseitzen, nur weil es ein bisschen regnet. Vom letzten Urlaub hier in den Alpen hatte ich ja noch ein lohnenswertes Ziel, welches ich damals aber nicht erreichen konnte. Die Schleierfälle!

Hier ging es los!💪

Bevor ich aber nun dorthin aufbrechen konnte, musste ich mich zuerst ein wenig um meine Ausrüstung kümmern. So schlau wie ich war, hatte ich natürlich nichts Wetterfestes dabei. Da hätte so ein Tag im strömenden Regen für mich garantiert mit einer Grippe geendet.

Also musste zumindest eine Regenjacke her! Nach einer kurzen Suche auf Gmaps konnte ich dann auch schon ein Outdoor Geschäft in relativer Nähe finden.

Also die Kohle eingepackt und auf nach Oberammergau. Nach nur 20 Minuten Fahrt erreichte ich den Ort und nur weitere 30 Minuten später (nach dem Umfahren von hunderten Baustellen und gefühlt tausenden chinesischer Touristen😅), erreichte ich dann doch den Outdoor Shop.

Eines der ersten Hindernisse für Raika

Typisch für alle Touristenregionen musste ich für meine Regenjacke einen ordentlichen Aufpreis bezahlen. Schlappe 170,- € hat meine Regenjacke (zugegeben ein etwas aufwendigeres Modell mit (immerhin) Unterarmbelüftung) gekostet🤨. Gefüttert oder so war sie nicht, aber bei einer Temperatur von um die 19 Grad brauchte ich das auch nicht.

Dieser Part war damit also erledigt. Nach dutzenden Baustellen und Chinesen war ich eine gute Stunde später dann wieder in der Ferienwohnung.

In meinem Fotorucksack kam neben ein wenig Verpflegung die kleine OMD samt Tamron 14-150 mm. Oft habe ich die Kamera an diesem Tag eh nicht benutzen können, denn es hat ja ständig nur geregnet.

Um ehrlich zu sein habe ich auch ein paar Minuten überlegt, ob ich überhaupt eine Kamera mitnehmen soll. Die kleine OMD ist ja schließlich nicht so gut abgedichtet, wie die größeren Modelle. Mein Lowepro Rucksack ist zwar ein AW Modell (AW steht für Advanced Weather), aber ein bisschen Angst um mein Equipment hatte ich dennoch (schließlich war ich ja 8-10 Stunden im Regen unterwegs).😬

Aber weil ich ja ein Draufgänger bin, zog ich dann doch mit vollem Equipment los! 💪

Beim letzten Urlaub hier wollte ich ja auch schon die Schleierfälle besuchen (da war auch deutlich besseres Wetter!). Aber ich habe mich damals von den vielen Verbots- und Gefahrenschilder für die Schleierfälle abschrecken lassen. Nachdem mir dazu ein Einheimischer

Ja mei, dees is a Schmarrn!

gesagt hat, traute ich mich dieses Mal doch! Zum Glück gab mir der Einheimische dann auch noch eine ungefähre Wegbeschreibung. Naja, eigentlich vermute ich, dass die Wegbeschreibung wohl ziemlich genau war. Für mich war sie nur ungefähr, weil ich nicht alles verstanden habe.😅

Ein Tag im Wald

Die erste Hürde auf meinem Weg ließ auch nicht lange auf sich warten. Nach gut 20 Minuten Fußweg mussten wir zwei kleine Brücken passieren. Diese waren aus so geriffelten Metall. Für Schuhe kein Problem, aber für Hundepfoten sah das ganz anders aus.

Das Laufen auf dieser Brücke war für Hunde sicherlich eine schmerzhafte Angelegenheit und so weigerte sich Raika auch die Brücke zu überqueren. Das konnte ich gut verstehen, barfuß wäre ich sicherlich auch nicht über so eine Brücke gelaufen.

Also musste ich die kleine kurzerhand Tragen. Nach dieser ersten Hürde folgte ein steiler Aufstieg, nachdem ich auch erst einmal eine Pause machen musste.

Von jetzt an ging es die nächsten 3 Stunden durch den Wald. Ich lief viele sehr verwirrende Wege entlang, kraxelte auf der einen Seite steile, rutschige (weil Regen) Hänge empor und schlitterte diese dann auf der anderen Seite wieder runter. 🙈

Und je näher ich den Schleierfällen kam, desto mehr häuften sich die bedrohlichen Schilder, die am Wegesrand standen. Das Motto auf diesen Schildern war immer so: „Wenn du jetzt noch einen Schritt weiter gehst, wirst du Sterben!“☠. Manchmal war sogar tatsächlich auch ein amtlicher Totenkopf auf den Schildern aufgezeichnet.

Aber ich ließ mich davon nicht täuschen und setzte entschlossen meinen Weg fort!

Ganz am Ende meines Weges wurde es dann tatsächlich noch einmal kritisch. Den letzten knappen Kilometer vor den Schleierfällen mussten wir an einer Steilwand entlang der Ammer laufen. Auf der einen Seite befand sich der reißende Wildfluss, auf der anderen Seite ging es mit einer Steigung von 70-80 % bergauf. Der Weg, den wir entlang gingen, war zwischen 40 und 70 Zentimeter breit, stark abschüssig und hin und wieder mit ein paar Holzbrettern gesichert (als kleine provisorische Brücken).

Hier habe ich mich noch einmal ordentlich Hingelegt

Die letzte Stufe vor den Schleierfällen ging es dann noch einmal so 1,20 m nach unten und ich legte mich auf dem rutschigen Untergrund natürlich noch mal ordentlich hin.🙈

So, nun war ich also endlich an meinem Ziel angekommen. Jetzt war es auch erst einmal Zeit für eine Pause! Ein wenig ausruhen und die Szenerie genießen. Und natürlich das erste Mal während der Tour die Kamera herausholen und die Schleierfälle fotografieren.

Da der Regen leider immer stärker wurde, hatte ich leider nicht viel Zeit. Schnell die Kamera auf das Stativ, foto, Graufilter raufschrauben, Foto machen und fertig. Das hat vielleicht insgesamt 5 Minuten gedauert.😂

Alle anderen Bilder habe ich an diesem Tag mit dem iPhone gemacht.

Der anschließende Heimweg gestaltete sich genau so anstrengend und langwierig, wie der Hinweg. Ach ja eines noch. Nach 7-8 Stunden im strömenden Regen, merkt man, dass auch die beste Regenjacke nicht so viel bringt. Klar, dicht gehalten hat die Jacke auf jeden Fall. Von außen konnte kein Wasser eindringen.

Regenwetter 😒

Aber bei so einer anstrengenden Tour mit vielen Klettereinlagen hat die Unterarmbelüftung dann am Ende doch nicht so viel gebracht. Am Ende des Tages war ich einfach komplett durch. 😓

Wieder am Auto angekommen, war es dann leider auch schon zu spät noch etwas Essen zu gehen, weshalb ich mich in der Ferienwohnung mit einer luxuriösen Tütensuppe begnügen musste.

Am nächsten Tag sollte das Wetter dann wieder etwas besser werden, sodass ich die Regenjacke in der Ferienwohnung lassen kann.

Bis dahin

Euer Mario

Best Of 2018

Das Jahr nähert sich nun unerbittlich seinem Ende (mittlerweile ist es schon längst vorbei😅) zu und es ist an der Zeit die vergangenen 12 Monate zu reflektieren.

Auch ich habe in den letzten Tagen ein wenig in meiner Lightroom Datenbank gestöbert und ein paar Bilder herausgesucht. Das Ganze habe ich dann so gut wie möglich in Kategorien sortiert.

Insgesamt sind es 8 Kategorien und ich hoffe mal, dass ich das alles in höchstens 3 Artikeln unterbringen kann. Auf gehts!

Menschen

Gut, viele von Euch wissen vielleicht, dass Menschen nicht unbedingt meine Stärke sind. Je ruhiger es um mich herum ist, desto wohler fühle ich mich.😊

Dennoch gab es dieses Jahr auch einige Gelegenheiten einmal mit Menschen zu arbeiten!

Das war zum Beispiel eine Portrait-Session, wie Ihr eben gesehen habt. Da solche Sessions bei mir recht selten sind, gibt es immer wieder Dinge, die man dabei lernen kann. Spannend!😀

Eine andere Art der Fotografie von Menschen sind natürlich Events. Hier war ich dieses Jahr ein wenig mit den Jungs von Kontra-st unterwegs. Jeder Freund des Punk-Rocks sollte sich die Jungs einmal anhören. Aber auch für Menschen, die auf kritische Lyrics stehen sind die Songs bestimmt etwas.👍

Eigentlich hatten wie auch viel mehr vor als nur ein paar Eventbilder zu machen. Ein Musikvideo stand (und steht) nach wie vor auf den Plan. Dieses Jahr war es leider mit der Zeit nicht so ganz einfach. Aber das Projekt „Musikvideo“ reizt mich einfach so sehr, dass ich das auf jeden Fall durchziehen will!💪

Natürlich gibt es auch noch die anderen typischen Events, die jedes Jahr ins Haus stehen. Ich rede natürlich von Hochzeiten!👰 🤵

Ich habe mir vorgenommen immer nur eine Handvoll Hochzeiten pro Jahr zu begleiten. Der Grund ist ganz einfach, dass ich nicht möchte, dass es Routine wird. Wenn ich jede Woche einen Hochzeitsauftrag annehmen würde, wäre es nichts Besonderes mehr.

Neben den der Handvoll Bezahlaufträge, die ich hier jedes Jahr annehme, kommen natürlich von Zeit zu Zeit auch die Feiern von alten, besonders guten Freunden. Dieses Jahr durfte ich meine gute Freundin Michaela begleiten.

Zu diesem Zweck habe ich im Vorfeld einen kleinen Ausflug nach Hessen gemacht. So konnten wir uns schon einmal die Locations ansehen, ich konnte den Bräutigam kennenlernen und genug Zeit für Sightseeing (die beiden wohnen am Edersee) war auch noch. Und sowohl die Hochzeitsfeier, als auch die späteren Bilder waren wirklich toll!


Tiere

Tiere sind schon eher mein Ding. Ich bin sehr gerne in der Natur unterwegs. Vor allem im Sommer macht es mir wahnsinnig viel Spaß, einfach das Equipment zu schnappen und irgendwo raus zu fahren.

Natürlich laufen einen bei diesen Gelegenheiten auch die einen oder anderen Tiere über den Weg. Aber die Bilder hier sind natürlich nicht nur Zufallsbegegnungen. Auch auf die „Jagt“ begebe ich mich sehr gerne.

Und ich bin auch tatsächlich schon recht gut darin geworden, den Tieren nachzustellen. Von den örtlichen Jägern (also den richtigen Jägern) konnte ich schon einiges lernen.

☝️ Kleiner Tipp: Als angehender Tierfotograf ist es extrem wichtig sich mit den Jägern gut zu stellen! Die Jäger wissen, wo es welche Tiere gibt und können einen manchmal auch einige sehr gute Tipps geben. Stellt man sich mit Ihnen besonders gut, kann man vielleicht sogar die Hochsitze benutzen (aber fragt unbedingt vorher!).

Aber ein paar Tiere stehen noch auf meiner Liste, die ich noch nicht vor die Linse bekommen habe. So würde ich sehr gerne einmal ein Wildschwein erwischen (ich habe bis jetzt immer nur die Spuren gefunden und sie hin und wieder mal gehört), aber die Schlingel verstehen es sehr gut, einem aus dem Weg zu gehen. Auch der Dachs steht noch auf meiner Liste (Wo ein Bau ist, weiß ich schon).

Wenn sich die Wölfe bis zu uns ausbreiten, werden diese sicherlich bei mir auch zur Diskussion stehen.

Was gab es noch?

Oh ja! Im Frühjahr war ich besonders in der Makrowelt auf der Jagt. Und zwar habe ich das Zuiko 60 mm f2.8 auf Herz- und Nieren getestet. Auch Features wie Focus BKT habe ich an Insekten aufprobiert. Und ich muss gleich sagen, dass Insekten nicht unbedingt einfacher zu fotografieren sind, wie große Säugetiere.

Bevor man richtig nah dran ist, ist die Fluchtdistanz meist schon unterschritten und die Tiere suchen das Weite! Wie auch bei den großen Tieren muss man langsam und vorsichtig vorgehen.

Aber egal, ob ich nun große Tiere gejagt habe oder in der Makrowelt war, für mich ist es immer wieder ein ergreifendes Erlebnis die Tiere in Ihrer Umgebung zu beobachten.

Ich könnte Stundenlang dabei zusehen, wie das Leben um mich herum seinen Weg geht.

Und natürlich darf auch Raika hier nicht fehlen. Da sie sehr oft auf meinen Touren mit dabei ist, habe ich natürlich auch nicht gerade wenig Bilder von Ihr.😂

Lost Place

Wo bei der Tierfotografie das Leben um einen herum nur so blüht, ist bei einem Lost Place alles Tot.

Dieses Jahr war ich nicht so aktiv. Aber das hat natürlich auch seinen Grund. Die Recherche nach guten Locations nimmt viel Zeit in Anspruch. Vom Hörensagen bis zu einer konkreten Adresse ist es ein langer Weg.😓

In diesem Jahr hat es für ausführliche Recherchen einfach an der Zeit gemangelt. Und so habe ich gerade einmal 3 Lost Places besucht.

Mit Kopflampe, Sicherheitsschuhen, Kamera und Stativ bewaffnet machte ich mich immer auf den Weg. Die Stirnlampe und die Sicherheitsschuhe sind übrigens Erfahrungswerte.

Nachdem ich letztes Jahr einmal fast 5 Meter in die Tiefe gestürzt wäre😳, weil die Treppe einfach so aufhörte (ich war in völliger Dunkelheit unterwegs), habe ich nun immer eine Lampe dabei. Für die Stirnlampe entschied ich mich deshalb, weil ich mit Ihr noch beide Hände freihabe und in Ruhe fotografieren kann.

Das Besuchen und Fotografieren von Lost Places ist für mich immer etwas ganz besonderes. Es ist immer ein Teil Geschichte, den man erkundet. Auch die Geschichte meist von trauriger Natur ist, schreitet man stets mit Ehrfurcht durch die alten, verfallenden Gemäuer.

Von solchen Orten geht immer ein ganz besonderer Reiz aus. Der Abenteurer in mir wird geweckt. Alles will erkundet werden und sind die Flure, Gänge und Katakomben auch noch so wackelig.

Auch die Emotionen, die man beim Erkunden erlebt sind etwas Besonderes. So stand ich bei einem Lost Place in einer großen Halle mit wunderschönen Deckenornamenten. Der gesamte Raum war schon völlig heruntergekommen. Sowohl im Boden, als auch in der Decke klafften große Löcher. Nur die Deckenverzierungen in der Mitte des Raumes waren noch instand.

Getragen wurden Sie von 4 Schneeweißen und ebenfalls reich verzierten Säulen. Und obwohl der Raum schon so verfallen war, stand ich voller Ehrfurcht darin. Ich konnte erkennen, wie schön es hier einst gewesen sein muss.

Gleichzeitig machte es mich auch ein wenig traurig mit ansehen zu müssen, wie diese Schönheit nun langsam zerfällt. Aber das ist wohl der Gang, den alles irdische einmal gehen muss.😢

Es kann auch durchaus einmal gruselig werden!😬 Dieses Jahr habe ich mich zum Beispiel durch einen dunklen Gang Tief unten im Keller eines Gebäudes durchgekämpft (Es gab mehrere Kellergeschosse). Ich wollte sehen, ob es so weit unten noch einen lohnenden Fotospot gibt.

Einen Fotospot habe ich dort unten zwar nicht gefunden, aber von Zeit zu Zeit gab es ein Scheppern, Klopfen und schleifen. So allein in der Dunkelheit war das schon sehr gruselig. Wie sich letztendlich herausstellte, war ich tatsächlich nicht allein! Ein anderer Fotograf erkundete ebenfalls das Terrain. Ich sah ihn etwas später einge Etagen über mir.

Hingegangen bin ich jedoch nicht, Ihr wisst ja, Menschen…

So, nach so viel Text soll es das für heute aber auch schon gewesen sein. Mal sehen, welche Kategrorien ich mich beim nächsten Artikel widme.

Bis dahin!

Euer Mario

Best of 2017: Tiere

So, weiter gehts mit dem nächsten Best of Artikel für das Jahr 2017! Dieses Mal geht es um Tiere. Wie auch schon beim Kreativ-Artikel gibt es auch für die Tiere nicht viel zu berichten. Zumindest nicht für das Jahr 2017.

Denn im gesamten Jahr 2017 konnte ich nur eine einzige Fototour verbuchen, die speziell in Richtung Tiere ging. Die Tour war im Frühjahr und es ging um Eidechsen. Gleich neben dem Fahrradweg, auf dem ich oft Gassi gehe sind überall so kleine Steinhaufen aufgeschüttet. Davor befinden sich von Zeit zu Zeit Hinweisschilder, die auf den Lebensraum der Tiere aufmerksam machen.

Schon im Winter habe ich mir die Schilder durchgelesen und mir die Fototour sogleich gemerkt. Im Frühjahr dann, als es wärmer wurde und die Tiere wieder herauskamen, konnte ich die Tour dann endlich starten.

 

Ganz früh am Morgen wenn die Sonne gerade aufgeht und sich die Tiere zum aufwärmen nach draußen begeben machte ich dann meine Bilder. Für so etwas war das die beste Zeit, denn die Tiere sind noch nicht sonderlich beweglich wenn sie sich nicht aufgewärmt haben. Die Bilder sind dann auch recht gut geworden.

Das war dann auch schon die einzigste Fototour, die ich im Jahr 2017 gemacht habe. Die Kamera hatte ich natürlich dennoch öfters mal mit dabei. Und dabei sind mir auch so einige Tiere vor die Linse bekommen.  Meistens waren das Vögel.

Ansonsten spielten Hunde noch eine große Rolle. Natürlich kam mir Raika sehr oft vor die Linse, weil sie ja immer mit dabei war. 😉

 

So, das war es auch schon mit diesem Best of. Ich hoffe, dass ich dieses Jahr ein wenig mehr in Richtung Tier Fotografie machen kann.

Bis dahin

Euer Mario

Alpenurlaub Teil 2

Nachdem wir die Reise und den Rest des ersten Tages gut überstanden haben, kann es nun mit dem eigentlichen Urlaub endlich losgehen. Für den Anfang wollte ich erst einmal mit einer lokalen Tour beginnen. Das bedeutet, dass wir von unserer Ferienwohnung aus starten und das Auto erst einmal stehen bleiben kann.

Am Abend zuvor habe ich mir schon einmal die von mir ausgesuchten Touren noch einmal angesehen und die passende ausgewählt. Meine Wahl fiel auf den Ammerdurchbruch. Die Ammer ist ein teilweise reizender Wildfluss, der in den Bergen seinen Ursprung hat. Einen wirklichen Wildfluss habe ich bis dato noch nicht gesehen, was dieses Ziel für mich natürlich besonders interessant macht. Auch der Weg dorthin gleicht den kurzen Spaziergang, den wir bereits gestern unternommen hatten.

Also ist zumindest der Anfang des Weges bereits bekannt. Also schnell den Fotorucksack gepackt und los geht es! Mein Fotorucksack war an diesem Tag wirklich fast vollgepackt. Für die geplanten Zeitrafferaufnahmen nahm ich meine Canon 550d und für meine „normale“ Fotografie packte ich die D5200 samt dem Sigma 18-200 ein. Extra für den Wildfluss nahm ich zudem noch einen starken Graufilter mit. Schließlich wollte ich vor Ort auch ein paar Langzeitbelichtungen machen. Meine beiden Olympus Kameras ließ ich an diesem Tag zu Hause.

Wir gingen aus unserem kleinen Urlaubsort hinaus und folgten einigen schmalen Wanderwegen. Links und Rechts von uns waren Weideflächen, auf denen sich die örtlichen Kühe herumtrieben. Begleitet wurde dies, wie überall in der Gegend von den hypnotischen Klängen der Kuhglocken.

Wir waren zwar noch nicht wirklich in den Bergen, aber auch das Alpenvorland bietet einige atemberaubende Landschaften. Schmale Pfade, Hügel und Täler, kleine Flüsse und Waldstücke, es ist einfach Traumhaft!

Zwischendurch machten wir immer wieder ein paar kleine Pausen, um das Alpenpanorama in der ein- oder anderen Zeitraffer Sequenz festzuhalten. Das Wetter war an diesem Tag für meinen Geschmack übrigens schon fast zu Warm. Stahlblauer Himmel, kaum Wolken und ganze 32 Grad, da kommt man beim Wandern schon ganz schön ins Schwitzen. Und dabei sind wir noch nicht einmal großartig bergauf gegangen!

Gegen 13:00 Uhr kamen wir dann an einem Wirtshaus vorbei und konnten unsere erste richtige Pause machen. Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen und ich machte Raika fest. Zu trinken gab es hier eine vom Wirtshaus selbstgemacht Holunderblütenschorle, die wirklich sehr lecker (wenn auch sehr teuer) war. Gegessen habe ich dann ein richtiges Wiener Schnitzel, welches natürlich nicht aus Schweine, sondern aus Kalbfleisch besteht. Nach dem Bestellen des Schnitzels konnte ich auch tatsächlich hören, wie dieses in der Küche geklopft wurde.

In diesem Wirtshaus wurde also anständig gekocht, sehr schön! Und damit Raika auch nicht wie ein Hund leben muss, bestellte ich für Sie einen Wurstsalat, der im Hundenapf serviert wurde. Als wir uns gestärkt hatten, konnte es endlich weiter gehen. Die Ammer war schließlich nur noch ca. 2 KM entfernt.

Wir liefen nun auf einer Straße, auf der es mit einem Gefälle von 60% bergab ging. Die Straße endete schließlich an einer Brücke, welche über die Ammer führte. Und die Ammer war tatsächlich ein reizender Wildfluss. Obwohl der Fluss an diesen Tagen nur 1/3 des Flussbettes ausfüllte, war die Strömung sehr stark. Solche Flüsse habe ich bis dahin nur in irgendwelchen Naturdokumentationen gesehen. Das Flussbett war gesäumt von großen, hellen Steinen, das Wasser war kristallklar und links vom Fluss erstreckten sich Steilklippen und Wälder.

Hier hätten jetzt genau so gut Grizzlybären stehen können, die Lachse aus dem Fluss fischen. Es war einfach ein bombastischer Anblick. Wir überquerten erst einmal die Brücke und machten uns hinab in das Flussbett. Hier nahmen wir uns erst einmal ein paar Minuten zum Verweilen.

Danach baute ich das Stativ am Fluss auf, schnappte mir die D5200 und fertigte erst einmal mittels Graufilter ein paar Langzeitbelichtungen an. Die Arbeit mit einem ND 3 Filter ist immer etwas anstrengend. Ist der Graufilter erst einmal montiert, nimmt er so viel Licht weg, dass sowohl der Autofokus, als auch die Belichtungsmessung der Kamera nicht mehr funktionieren.

Also musste ich zunächst einmal die Kamera aufstellen und fokussieren. Anschließend konnte ich den Graufilter an das Objektiv schrauben. Ab jetzt funktioniert der Autofokus der Kamera nicht mehr. Aber das macht ja nichts, weil ich ja schon auf mein Motiv fokussiert habe. Also kann ich an dieser Stelle den Autofokus abschalten.

Nun kommt noch die korrekte Belichtung. Da mit aufgesetzten Graufilter, wie eben schon erwähnt, auch die Belichtungsmessung nicht mehr funktioniert, muss hier ein wenig experimentiert werden. Ich beließ es zunächst bei der Offenblende, aktivierte die Spiegelvorauslösung und belichtete das Bild für 20 Sekunden. Das Ergebnis war zu hell. 🙁

Also stellte ich die Blende als Nächstes auf f9 und belichtete das Bild für 30 Sekunden. Das Ergebnis wiederum zu Hell. Mit einer Blende von f11 hat es dann endlich gepasst! Das Bild war endlich im Kasten.

Das Blöde bei der Verwendung des Graufilters an dieser ist, dass sich das Spiel nun jedes Mal wenn ich die Kamera umstelle wiederholt. Also Graufilter abschrauben, neu fokussieren, Graufilter wieder anschrauben und die korrekte Belichtung finden. Bei diesen vielen Arbeitsschritten vergeht die Zeit wie im Flug.

Nachdem ich meine paar Langzeitbelichtungen nun endlich im Kasten hatte, war es an der Zeit eine kleine Zeitraffer Sequenz aufzunehmen. Als schnell die Kamera gewechselt und los ging es! Bei der Aufnahme des Zeitraffers, konnte ich mich auch endlich ein wenig ausruhen und mir einen Platz im Schatten suchen. Das war auch bitter nötig, denn schließlich habe ich die letzten 40 Minuten in der prallen Sonne verbracht und es waren immer noch 32 Grad.

Nach den Zeitraffer konnte sich auch Raika endlich einmal am Fluss umschauen. Beim Entlang spazieren am Flussbett stellte ich dann auch fest, dass die andere Flussseite wesentlich interessanter war. Also machten wir uns wieder über die Brücke und versuchten das andere Ufer zu erreichen. Dabei war etwas Geschick gefragt, denn die kleinen Wege am Wald entlang waren nicht immer gut zu begehen. Als wir endlich an der anderen Seite angekommen waren, suchte ich für Raika erst einmal ein schattiges Plätzchen, an dem ich Sie anleinen konnte.

Anschließend ging das Spiel wieder von vorne los. Erst kamen ein paar Langzeitbelichtungen, dann folgten die Zeitraffer Sequenzen. Und so verging Stunde um Stunde. Zwischenzeitlich sahen wir vereinzelt ein paar Kanufahrer, die den reißenden Fluss zum Wildwasser Rafting nutzten. Als dann schließlich der Abend nahte, machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Mit dem schweren Fotorucksack machten mir die 60 % Steigung erhebliche Probleme. Wie sollte das denn erst bei den Bergtouren werden, die ich mir noch vorgenommen habe?! Das war auch der Punkt, an dem ich mich entschied, bei meinen nächsten Touren möglichst auf die schweren Spiegelreflexkameras zu verzichten und stattdessen lieber die leichteren Spiegellosen mitzunehmen. Da wir denselben Weg, den wir gekommen waren auch wieder zurückgingen, nutze ich die Möglichkeit an dem Wirtshaus noch 2 Gläser von der leckeren Holunderblütenschorle zu trinken. Bei der Pause wurden wir von einer kleinen Regenschauer überrascht. Das ist hier in den Bergen nichts Ungewöhnliches, denn das Wetter ändert sich hier schnell.

Während der Regenschauer konnte ich im Wirtshaus noch eine interessante Unterhaltung mit einen anderen Fotobegeisterten Gast machen. Der restliche Rückweg verlief dann ohne weitere Besonderheiten. Nachdem ich mich in meiner Ferienwohnung ein wenig erfrischen konnte, machte ich mir dann am Abend ein paar Gedanken für die morgige Tour.

Die Ammer, also der Wildfluss würde sich perfekt für einen Drohnenflug eignen, dachte ich mir. Also checkte ich bei Airmap schnell, ob das Fliegen in diesem Bereich erlaubt war. Tja, leider war es das nicht. Schade, dachte ich mir. Also musste ich den morgigen Tag erneut planen. Nach einigen hin und her entschied ich mich, dass die morgige Tour an den Eibsee gehen sollte. Dort könnte ich auch gleich einen Abstecher auf die Zugspitze machen. Also packte ich meinen Rucksack für den kommenden Tag und legte mich erschöpft schlafen. Auch Raika schlief schon tief und fest.

Ich war gespannt, was mich am nächsten Tag wohl erwarten würde.

Bis dahin

Euer Mario